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Wahl in Italien: Meloni verteidigt sich und pöbelt gegen «mächtigen linken Medienzirkel»

11.08.2022, 01:07

Die italienische Politikerin Giorgia Meloni hat mit einer ungewöhnlichen Videobotschaft versucht, Sorgen im Ausland vor einer Regierungsübernahme der Rechtsparteien bei den Wahlen zu zerstreuen. Die Chefin der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia klagte am Mittwoch in drei Reden auf englisch, französisch und spanisch, dass sie in der internationalen Presse als Gefahr für Demokratie, Italien, Europa und die internationale Gemeinschaft dargestellt werde.

Populistin Giorgia Meloni will Ministerpräsidentin werden.
Populistin Giorgia Meloni will Ministerpräsidentin werden.Bild: keystone

«Ich lese, dass ein Sieg der Fratelli d'Italia bei den Wahlen im September ein Desaster sei, zu einer autoritären Wende, dem Austritt Italiens aus dem Euro und anderem Unsinn dieser Art führen würde», sagte sie. Nichts davon sei wahr, ergänzte die in den Umfragen derzeit führende Populistin und behauptete, «ein mächtiger Medienzirkel der Linken» würde derartige Berichte fördern.

Zudem warf sie der Linken vor, in den vergangenen zehn Jahren den sozialen und wirtschaftlichen Niedergang des Landes herbeigeführt zu haben. Eine klare Distanzierung vom Faschismus umschiffte sie rhetorisch wie schon öfter und sagte lediglich: «Die italienische Rechte hat den Faschismus seit Jahrzehnten der Geschichte übergeben.» Meloni verurteilte nur die Unterdrückung der Demokratie und die antijüdischen Gesetze von damals.

Der Chef der Sozialdemokraten, Enrico Letta, sagte zu den zuletzt oft eher moderateren Aussagen und Beschwichtigungen seiner Rivalin: «Meloni versucht, ihr Erscheinungsbild zu ändern, sich zu pudern.»

In den Umfragen liegen die Parteien der beiden fast gleichauf an der Spitze. Allerdings hat Meloni zusammen mit den zwei anderen Parteien des Mitte-Rechts-Blocks - Lega und Forza Italia - einen grossen Vorsprung vor der fragilen Mitte-Links-Allianz Lettas. (sda/dpa)

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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PVJ
11.08.2022 07:02registriert Februar 2014
„Ich bin nicht rechts, die anderen sind links und wollen mich canceln“
Ich staune immer wieder, wie gut diese Kindergartenrhetorik funktioniert.
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Tokyo
11.08.2022 06:40registriert Juni 2021
Faschisten tun überall dasselbe
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Hasäbei
11.08.2022 07:19registriert Juni 2018
Kannste mit Le Pen und der Weidel mit ihrer Storch zusammenbinden. Wenn diese Signora gewählt wird, mit diesem Gedankengut — na dann gute Nacht Liberalismus und raus mit den schwarzen Fahnen.
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«Setzt Putin Atomwaffen ein, würde er aus der Weltgemeinschaft verbannt»
Der Expertre Pierre Servent, sieht die Dynamik im Krieg aufseiten der Ukraine. Putin derweil könnte, anstelle der Atombombe, auch auf eine andere Waffe setzen.

Pierre Servent ist in Paris ein bekanntes Gesicht: Der 68-jährige französische Militärstratege und Publizist kommentiert für französische Medien Fragen der europäischen Sicherheit und Verteidigung – momentan vor allem rund um den Krieg in der Ukraine. Als Reserveoffizier mit früheren Einsätzen in Afghanistan, Afrika und dem Balkan verfügt er über beste Kontakte zu Geheimdiensten im Nato-Raum. Früher auch Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums hat Servent zahlreiche Bücher über den Zweiten Weltkrieg und französische Präsidenten verfasst.

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