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Sieben Jahre in der Botschaft: Der Fall Julian Assange

11.04.2019, 14:5811.04.2019, 19:43

Die Polizei in London hat den Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors festgenommen. Der heute 47-jährige Australier hatte 2012 in dem Gebäude Zuflucht gesucht und Asyl beantragt. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse rund um Assanges Zeit in der Botschaft:

Sommer 2010 Die Dokumente

Bild: shutterstock.com

Von Juli bis Oktober veröffentlicht die Enthüllungsplattform Wikileaks rund 470'000 als geheim eingestufte Dokumente, die mit diplomatischen Aktivitäten der USA und mit den Kriegen in Afghanistan und im Irak zu tun haben. Weitere 250'000 Dokumente kommen später hinzu.

November 2010 Der Haftbefehl

Bild: AP/TT NYHETSBYRÅN

Die schwedische Staatsanwaltschaft bewirkt einen internationalen Haftbefehl gegen Assange. Ihm werden Vergewaltigung und sexuelle Gewalt gegen zwei Frauen vorgeworfen.

Dezember 2010 Die Kaution

Bild: AP/AP

Assange weist die Anschuldigung zurück und stellt sich kurz darauf der Polizei in London. Bis zur Entscheidung über einen Auslieferungsantrag Schwedens kommt er gegen Kaution auf freien Fuss.

Februar 2012 Die Sorge

Bild: AP/AP

Ein britischen Gericht gibt dem schwedischen Auslieferungsantrag statt. Assange äussert sich besorgt: Er fürchtet, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte, wo ihm wegen der geleakten Dokumente ein Prozess und womöglich sogar die Todesstrafe droht.

Juni 2012 Die Flucht

Bild: X90169

Julian Assange flieht in die Botschaft Ecuadors in London und beantragt erfolgreich politisches Asyl. Ecuador bittet die britische Regierung vergeblich um die Erlaubnis, Assange nach Quito auszufliegen.

Februar 2016 Die Untersuchung

Bild: AP/AP

Schwedische Ermittler scheitern mit ihrem Anliegen, Assange in der Londoner Botschaft zu vernehmen. Eine Uno-Arbeitsgruppe kommt zu dem Schluss, dass Assange im Botschaftsgebäude «willkürlich inhaftiert» sei und dafür von Grossbritannien und Schweden entschädigt werden müsse. Beide Länder weisen die nicht bindende Entscheidung zurück.

Herbst 2016 Die Clinton-Mails

Bild: AP

Vor der US-Präsidentschaftswahl veröffentlicht Wikileaks rund 20'000 E-Mails aus dem Parteiapparat der Demokraten. Sie stammen aus dem Wahlkampfteam der Kandidatin und früheren Aussenministerin Hillary Clinton.

Januar 2017 Die Begnadigung

Bild: AP/AP

Nach der Begnadigung von Chelsea Manning, einer Hauptquelle von Wikileaks, erklärt die Organisation, Assange könne sich Ermittlungen in den USA stellen, wenn seine Rechte garantiert würden. Unterdessen stellt die Staatsanwaltschaft in Schweden die Ermittlungen gegen Assange ein. Die britische Polizei will ihn allerdings weiterhin festnehmen, weil er seine Kautionsauflagen verletzt hat.

Dezember 2017 Die Einbürgerung

Bild: EPA/EPA

Assange bekommt die ecuadorianische Staatsangehörigkeit, allerdings scheitert die Regierung in Quito mit ihrem Anliegen, bei den britischen Behörden Diplomatenstatus für Assange anzumelden. Das hätte ihm ermöglicht, das Botschaftsgebäude zu verlassen, ohne festgenommen zu werden.

Frühling 2018 Der Bann

Bild: EPA/EFE

Ecuador erklärt, es sei auf der Suche nach einem Vermittler, um Assanges «unhaltbare» Situation zu beenden. Ein Antrag, den Haftbefehl aus gesundheitlichen Gründen zurückzuziehen, scheitert. Im März kappt das Botschaftspersonal dann Assanges Kommunikationszugänge, weil er sich in die Angelegenheiten anderer Länder eingemischt habe. Ein Wikileaks-Anwalt beschreibt Assanges Lebensumstände als «unmenschlich».

Herbst 2018 Die US-Anklage

Bild: EPA/AAP

Ecuador legt Assange neue Verhaltensregeln auf und warnt, eine Verletzung der Vorgaben könne zum Entzug des Asyls führen. Unterdessen taucht in den USA ein Dokument auf, wonach gegen Assange offenbar heimlich Anklage erhoben wurde.

Frühling 2019 Die Eskalation

Bild: EPA/Ecuadoran Presidential Official

Ecuadors Präsident Lenin Moreno erklärt, Assange habe die Auflagen für sein Botschaftsasyl «wiederholt verletzt». Am 25. April soll ein unabhängiger Menschenrechtsexperte Assange besuchen und eine Einschätzung abgeben, ob die ihm vorgeworfenen Verstösse eine Untersuchung notwendig machen.

April 2019 Die Festnahme

Doch dazu kommt es nicht: Am 11. April 2019 nimmt die britische Polizei Assange fest, nachdem ihm das Asyl entzogen wurde. (sda/afp)

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