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Hinrichtung wurde in letzter Minute aufgeschoben – weil US-Muslim Beistand von Imam will



dominique ray

Ein undatiertes Foto des verurteilten Dominique Ray. Bild: AP/Alabama Department of Corrections

Ein zum Tode verurteilter Muslim hat im US-Bundesstaat Alabama in letzter Minute einen Aufschub seiner Hinrichtung erreicht. Ein Berufungsgericht in Atlanta entschied am Mittwoch zugunsten des 42-jährigen Dominique Ray, der auf den Beistand eines Imams während der Hinrichtung pocht.

Der Verurteilte dürfe gegenüber christlichen Mithäftlingen nicht benachteiligt werden, denen ein Geistlicher zur Seite gestellt werde, hiess es in der Urteilsbegründung. Die Richter verwiesen auf die Religionsfreiheit.

Laut dem ersten Zusatzartikel der US-Verfassung darf der Staat einzelne Religionen nicht bevorzugen. In Alabama dürfen Gefängniskaplane den Verurteilten im Hinrichtungsraum beistehen, muslimische Geistliche und Vertreter anderer Religionen können die Gefangenen hingegen nur bis zur Tür begleiten.

Ray sollte eigentlich am Donnerstag hingerichtet werden. Er war wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer 15-Jährigen im Jahr 1995 zum Tode verurteilt worden. Der 42-Jährige, der während seiner Haftzeit zum Islam konvertiert war, verlangte jedoch, dass ihn ein muslimischer Geistlicher in die Todeskammer begleitet.

In erster Instanz wurde die Forderung abgelehnt. Es dürfe kein Risiko eingegangen werden, indem ein Geistlicher ohne entsprechende «Erfahrung und Ausbildung» bei der Hinrichtung anwesend sei, entschied das Gericht.

Das Bundesberufungsgericht in Atlanta wies diese Argumentation nun aber zurück. Es seien keine Beweise für ein solches Sicherheitsrisiko vorgelegt worden. Zudem sei nicht ersichtlich, wieso es nicht möglich sei, einen Imam entsprechend zu schulen. Der Bundesstaat Alabama kündigte am Mittwoch an, den Fall vor den Supreme Court zu bringen. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Domino 07.02.2019 21:38
    Highlight Highlight Was wenn man der Religion des fliegenden Spaghettimonster angehört? Oder eine Tierreligion angehört? Darf mann dan fordern dass ne Giraffe dabei ist?

    Religionsfreiheit heisst das man seine Religion frei wählen darf. Also eintreten und wieder austreten. Ohne dass man dadurch diskriminiert wird.
  • Bünzli Bär 07.02.2019 20:00
    Highlight Highlight Watson warum gibts von euch immer noch keine Berichterstattung zum Thema Hinrichtungen in China (unserem Freihandelsparnter)?
    Benutzer Bild
  • Angelo C. 07.02.2019 16:44
    Highlight Highlight Ohne klar für oder gegen die Todesstrafe zu votieren, finde ich ungeachtet dessen etwas besonders pervers an diesen uns allen bekannten US-Ritualen :

    Wie kann man einen Menschen, auch wenn er einen Mord begangen hat, jahrelang grausam im Ungewissen über das Datum seiner Hinrichtung lassen - wem soll das dienen?

    Diese permanente Todesangst wird die oft erst Jahrzehnte später plötzlich erfolgende Urteilsvollstreckung als Strafe bei Weitem übersteigen.
    • Fabio74 07.02.2019 18:43
      Highlight Highlight das wird er ja nicht. Er kriegt ja irgendwann das DAtum mitgeteilt.
      Die Japaner handeln so in dem sie dich irgendwann mal abholen
      Nichtsdestotrotz hat die Barberei im 21 Jahrhundert nichts zu suchen
    • The Destiny // Team Telegram 07.02.2019 20:52
      Highlight Highlight Nicht meine Argumentation:
      Das Opfer wusste auch nicht wann es sterben wird...

      Ich persönlich finde die massenhaft angewandte Isolierhaft bei geringsten Fehlverhalten viel schlimmer, diese Leute werden Psychos und kommen am Schluß wieder in die Gesellschaft.
    • Angelo C. 07.02.2019 20:56
      Highlight Highlight Irgendwann 🥺?!

      Das heisst wenige Wochen vor der Hinrichtung wird das finale Datum bekannt gegeben, wonach er noch beim Governor um Gnade winseln kann.

      Was kaum je stattgegeben wird....

      Und die Rede war ja nicht von diesen wenigen Wochen, sondern von den langen Jahren steten Drucks, bis es dann endlich praktisch soweit war.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Siro97 07.02.2019 14:18
    Highlight Highlight Dass die Amis immer noch die Todestrafe haben zeigt die Rückständigkeit dieses Stastes auf. Das wird sich in den nächsten 2 Jahren definitiv nicht ändern.
    • bebby 07.02.2019 20:48
      Highlight Highlight Es sind eben Nachfahren dieser protestantischen Extremisten, Auge um Auge, Zahn um Zahn, wie im Alten Testament. Kein Wunder wollte man die aus Europa ausschaffen. Dieses Gedankengut ist dort leider immer noch vorhanden.
  • Heinzbond 07.02.2019 13:24
    Highlight Highlight Todesstrafe ist meiner Meinung nach das babarischte und einfallsloseste das in Amerika möglich ist....
    • Mladjo86 07.02.2019 14:34
      Highlight Highlight Bin auch kein Fan von Todesstrafen, doch bei einigen Straftätern habe ich wenig Mitleid.
    • Astrogator 07.02.2019 14:42
      Highlight Highlight Jahrelange Einzelhaft ist in den ZSA Alltag, Inhaftierung ohne Prozess und Anklage verbunden mit Folter (Guantanamo, Geheimgefängnisse in Europa und näher Osten) - bin auch ein Gegner der Todesstrafe, aber die USA legen da noch eine gute Schippe drauf.
    • Threepwood 07.02.2019 14:50
      Highlight Highlight Wow, 15 Blitze...
      es ist immer wieder erschreckend, was für barbarisches Gedankengut überall auf der Welt vorzufinden ist
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