Menschenrechtsorganisation wirft Israel Einsatz von weissem Phosphor im Libanon vor
Human Rights Watch (HRW) hat Israel vorgeworfen, vergangene Woche bei einem Angriff auf ein Wohngebiet im Südlibanon verbotenerweise weissen Phosphor eingesetzt zu haben.
Die Menschenrechtsorganisation habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können, hiess es in einem Bericht. Ein Mitarbeiter sprach darin von schweren Folgen für Zivilisten. Die Brandeigenschaften von weissem Phosphor könnten zum Tod oder schweren Verletzungen führen, die lebenslanges Leid nach sich ziehen.
Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.
Weisser Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff in der Luft und brennt so lange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen über das Kriegsvölkerrecht verbietet den Einsatz von Phosphorwaffen, wenn das Risiko besteht, dass sie vor allem Zivilisten treffen.
Vor dem Angriff am 3. März hatte das israelische Militär die Zivilbevölkerung zur Evakuierung und einem Abstand von mindestens tausend Metern vom Angriffsgebiet aufgerufen, heisst es in dem HRW-Bericht. Es habe nicht verifiziert werden können, ob Menschen in dem Gebiet durch weissen Phosphor zu Schaden gekommen seien. (sda/dpa)
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