International
Iran

Human Rights Watch wirft Israel Einsatz von Phosphor im Libanon vor

Human Rights Watch wirft Israel Einsatz von weissem Phosphor im Libanon vor

09.03.2026, 12:5009.03.2026, 15:33

Human Rights Watch (HRW) hat Israel vorgeworfen, vergangene Woche bei einem Angriff auf ein Wohngebiet im Südlibanon verbotenerweise weissen Phosphor eingesetzt zu haben.

Die Menschenrechtsorganisation habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können, hiess es in einem Bericht. Ein Mitarbeiter sprach darin von schweren Folgen für Zivilisten. Die Brandeigenschaften von weissem Phosphor könnten zum Tod oder schweren Verletzungen führen, die lebenslanges Leid nach sich ziehen.

Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.

Weisser Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff in der Luft und brennt so lange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen über das Kriegsvölkerrecht verbietet den Einsatz von Phosphorwaffen, wenn das Risiko besteht, dass sie vor allem Zivilisten treffen.

Vor dem Angriff am 3. März hatte das israelische Militär die Zivilbevölkerung zur Evakuierung und einem Abstand von mindestens tausend Metern vom Angriffsgebiet aufgerufen, heisst es in dem HRW-Bericht. Es habe nicht verifiziert werden können, ob Menschen in dem Gebiet durch weissen Phosphor zu Schaden gekommen seien. (sda/dpa)

Angriffe Iran

Angriffe USA und Israel

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Iran-Krieg: Massenflucht in Beirut
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
86 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
FACTS
09.03.2026 13:00registriert April 2020
"Vor dem Angriff am 3. März hatte das israelische Militär die Zivilbevölkerung zur Evakuierung und einem Abstand von mindestens tausend Metern vom Angriffsgebiet aufgerufen"

Aha, und wie genau sollen die Menschen vor Ort diese Nachricht empfangen haben und wohin sollten sie denn fliehen? Solche Evakuierungsaufforderungen sind nichts anderes als das Deckmänntelchen für Kriegsverbrechen.

Die werden aber nicht besser, indem man sie ankündigt (meist ohne dass die "Gewarnten" davon was mitkriegen oder noch darauf reagieren können).
12743
Melden
Zum Kommentar
avatar
Takasu
09.03.2026 13:22registriert Mai 2024
Verwundert bin ich jetzt ehrlicherweise nicht.

Ich möchte daran erinnern das dieses vorgehen bei Russland scharf kritisiert wurde von der Internationalen Gemeinschaft.
10024
Melden
Zum Kommentar
avatar
OrDa84
09.03.2026 13:14registriert August 2021
Das moderne Israel tut moderne Israeldinge. Nichts Neues.
Und hier sind sie jetzt definitiv nicht die Angegriffenen.
Yitzhak Rabin würde vermutlich grad in seinem Grab rotieren, wenn er das sehen könnte.
Nicht, dass die andere Seite auch nur einen Deut besser wäre, versteht mich nicht falsch, aber unterdessen geben sich im nahen Osten alle Seiten nichts mehr hinsichtlich Kriegsverbrechen oder Verletzung von Menschenrechten und Israel hat definitiv die moralische Überlegenheit verloren.
10633
Melden
Zum Kommentar
86
Indischen Erntehelfer auf Feld verbluten lassen: Landwirt muss 16 Jahre ins Gefängnis
In Italien hat ein Landwirt einen Erntehelfer aus Indien nach einem Arbeitsunfall auf dem Feld verbluten lassen – jetzt wurde er deshalb zu 16 Jahren Haft verurteilt. Ein Gericht in Latina südlich von Rom sprach den 39-Jährigen der vorsätzlichen Tötung für schuldig. Der Fall hatte im Sommer 2024 weit über Italien hinaus für Aufsehen gesorgt. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die teils menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Arbeiter aus Asien, die in der italienischen Landwirtschaft für Billigstlöhne schuften.
Zur Story