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Nahost-Ticker: Iran-Stiftung spricht von Massaker von gewaltigem Ausmass

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Iran-Proteste 2026

Seit über drei Wochen gibt es Proteste in Iran. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

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Stiftung: «Massaker von gewaltigem Ausmass» +++ Irans Internet weiter gestört

Die wichtigsten Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten in der Übersicht, fortlaufend aktualisiert.
22.01.2026, 06:0726.01.2026, 11:25
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11:23
Stiftung: «Massaker von gewaltigem Ausmass» in Iran
Die Stiftung der in Iran inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat die blutige Niederschlagung der Proteste in ihrem Land als ein «Massaker von gewaltigem Ausmass» bezeichnet.

«Dies ist eine nationale Tragödie», hiess es in einer Mitteilung der «Narges Foundation» auf X. «Sie ist unverzeihlich und unvergesslich. Die Geschichte wird dem Regime diese Verbrechen nicht verzeihen.»

Mohammadi wurde Anfang Dezember, rund zwei Wochen vor Ausbruch der jüngsten Protestwelle, bei einer Trauerversammlung in der nordöstlichen Millionenstadt Maschhad festgenommen. Zuvor war sie etwa ein Jahr auf Hafturlaub. Sie verbüsst eine langjährige Haftstrafe. 2023 wurde sie vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. (sda/dpa)
10:35
Internet in Iran bleibt gestört
Das Internet in Iran bleibt auch mehr als zwei Wochen nach Beginn der Kommunikationsblockade weiter gestört. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Montag rund 30 Prozent des üblichen Webtraffics im Vergleich zur Zeit vor der Sperre.

Immer mehr Menschen im Land gelingt es auch, mit sogenannten Tunneldiensten (VPN) wieder Verbindung mit der Welt aufzunehmen. Einige Apps und Webseiten wurden entsperrt, wie Bewohner aus den iranischen Grossstädten berichteten.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb am Montag hingegen noch, dass der Blackout seit 18 Tagen andauere. Er verdecke weiterhin das Ausmass des tödlichen Vorgehens des Staates gegen die Zivilbevölkerung.

Diskussionen innerhalb des Machtapparats

Irans Sicherheitsapparat hatte die Massnahme am Abend des 8. Januar verhängt, als Menschenmassen gegen die autoritäre Regierung auf die Strassen zogen. In zwei Nächten liess die Staatsführung die Proteste brutal niederschlagen. Nach Informationen des US-Magazins «Time» könnten bis zu 30'000 Menschen getötet worden sein. Das Magazin beruft sich auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums.

Die Internetsperre habe Diskussionen innerhalb des Machtapparats ausgelöst, hiess es in einer Analyse des Critical Threats Project (CTP). Demnach fürchten einige Fraktionen, eine Aufhebung der Internetsperre könnte neue Proteste entfachen. Andere wiederum sehen in den wirtschaftlichen Folgen der Blockade selbst einen möglichen Auslöser für weitere Demonstrationen.

Der Präsident der iranischen Industrie- und Handelskammer warnte jüngst vor unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft. Mehr als 400'000 Unternehmen seien in ihrer Existenz bedroht, sagte Gholamhossein Schafei dem Onlineportal «Asre-Eghtesad». Halte die Internetsperre an, stehe der Lebensunterhalt von rund neun Millionen Beschäftigten auf dem Spiel. (sda/dpa)
7:08
Israel stimmt Rafah-Öffnung für Personenverkehr zu
Israel will nach Abschluss eines Militäreinsatzes zur Auffindung der letzten Geisel-Leiche im Gazastreifen den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Küstengebiet eingeschränkt für den Personenverkehr wieder öffnen. Das gab das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht bekannt. Nach Abschluss dieses Einsatzes und in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen mit den USA werde Israel den Übergang unter vollständiger israelischer Kontrolle öffnen. Ein Zeitplan wurde aber nicht genannt.

Israel fordert in der Mitteilung, dass die islamistische Terrororganisation Hamas alle Anstrengungen unternimmt, den Leichnam der israelischen Geisel ausfindig zu machen und an Israel zu übergeben. Zugleich heisst es, die israelischen Streitkräfte würden derzeit einen Einsatz durchführen, um alle gesammelten Informationen auszuschöpfen, die Leiche des Polizisten zu finden und zurückzubringen. Die «Times of Israel» zitierte einen US-Beamten, wonach man davon ausgehe, dass der Einsatz mehrere Tage dauern wird. Demnach könnte der Grenzübergang Rafah bis Ende dieser Woche wieder geöffnet werden.

Unklar ist jedoch, ob damit auch die Rückkehr geflüchteter Palästinenser wieder möglich wird, die in Ägypten gestrandet sind. Der seit fast einem Jahr geschlossene Rafah-Grenzübergang gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt. (sda/dpa)
15:04
UN-Sitzung zu Iran: Türk fordert Ende der Gewalt
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat in Iran ein Ende der staatlichen Gewalt gegen Protestierende und eine Freilassung aller Inhaftierten gefordert. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf warnte er auch vor Gewalt von aussen.

Ohne Drohungen von US-Präsident Donald Trump zu erwähnen, warnte Türk vor einer militärischen Eskalation. «Aggressive Rhetorik und Drohungen sind äusserst kontraproduktiv.» Dass jemand für Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werde, könne nicht «durch militärische Gewalt aus Iran oder von ausserhalb» erreicht werden, sagte er.

Resolution fordert Untersuchung

Bei der jüngsten Protestwelle gegen die Regierung sind nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA mindestens 5002 Menschen ums Leben gekommen. Irans Kronprinz Reza Pahlavi meldete aus seinem Exil in den USA, es seien wohl über 20'000 Menschen getötet worden.

Die Dringlichkeitssitzung war auf Antrag Deutschlands und anderer Länder einberufen worden. Sie fordern in einer Resolution, dass die schon 2022 eingerichtete Kommission auch die jüngste Gewalt untersucht. Über die Resolution dürfte am Abend abgestimmt werden. (sda/dpa)
15:00
Amnesty: Bewaffnete Patrouillen in Städten
Amnesty International kritisierte die staatlichen Repressionen scharf und sprach von einem «beispiellosen Ausmass». Schwer bewaffnete Einheiten der Sicherheitskräfte seien landesweit im Einsatz und hätten ein dichtes Netz aus Kontrollpunkten und bewaffneten Patrouillen in Städten und auf Überlandstrassen errichtet, heisst es in einem Bericht.



«Durch die anhaltende Sperre des Internets isolieren die Behörden bewusst über 90 Millionen Menschen vom Rest der Welt, um ihre Verbrechen zu vertuschen und sich ihrer Verantwortung zu entziehen», sagte Diana Eltahawy, stellvertretende Amnesty-Regionaldirektorin für den Nahen Osten, laut einer Mitteilung. (sda/dpa)
13:51
Iranische Journalisten kritisieren Internetsperre
Seit mehr als zwei Wochen ist die Bevölkerung in Iran weitgehend vom Internet abgeschnitten. Am Donnerstag und Freitag konnten einige Nutzer erstmals wieder Nachrichten über Messenger verschicken. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Freitag weiterhin nur minimalen Datenverkehr im Internet Irans.

Auch iranische Medien kritisierten die Blockade. «Journalistisches Arbeiten ohne Internet ist wie Schwimmen mit gefesselten Händen», sagte Mehdi Rahmanian, Chefredaktor der Tageszeitung «Shargh». Mit Hohn reagierte das Webportal «Digiato»: «Unter diesen Umständen sollten wir umgehend das Brieftauben-System wieder einführen.» (sda/dpa)
11:01
Irans Justiz dementiert Stopp von Hinrichtungen
Die iranische Justiz hat Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden sei.

«Diese Behauptung ist völlig falsch. Weder existiert eine solche Zahl noch hat die Justiz eine derartige Entscheidung getroffen», zitierte der staatliche Rundfunk den Generalstaatsanwalt Mohammad Mowahedi-Asad.

US-Präsident Donald Trump hatte vor einer Woche gesagt, ein Militärangriff auf die iranische Führung sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen – bisher ohne Konsequenzen.

Justiz hat erste Anklagen auf den Weg gebracht

Vor zehn Tagen erklärte die Justiz der Islamischen Republik, erste Anklagen im Zusammenhang mit den Protesten in die Wege geleitet zu haben. Besonders schwere Fälle von «Randalierern» würden vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der «Kriegsführung gegen Gott» – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht in Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. (sda/dpa)
09:54
Aktivisten verifizieren 5000 Tote bei Irans Massenprotesten
Bei den Massenprotesten in Iran sind Aktivisten zufolge mehr als 5000 Menschen ums Leben gekommen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA verifizierte nach eigenen Angaben bislang 5002 Tote.

Darunter seien 4714 Demonstranten, 207 Staatskräfte, 42 Minderjährige und 39 Unbeteiligte. Weitere 9787 Todesfälle würden untersucht.

Zudem seien rund 26'800 Menschen festgenommen worden, hiess es in dem Bericht von HRANA. Auch staatliche Medien berichteten in den vergangenen Tagen über zahlreiche Festnahmen in mehreren Landesteilen. Die Justiz hatte angekündigt, ohne Nachsicht gegen «Unruhestifter» vorzugehen.

Die Proteste waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Strassen. Vor gut zwei Wochen kam es nach einem Aufruf von Kronprinz Reza Pahlavi in den Metropolen Irans am 8. und 9. Januar zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden.

Nach offizieller staatlicher Darstellung gab es bei den Aufständen 3117 Tote. Das Regime macht seine Erzfeinde Israel und USA für die vielen Toten verantwortlich. Pahlavi, Irans Oppositionsführer im Exil, spricht von über 20'000 Toten.



Videos, die trotz der Internetsperre nach aussen drangen, sollen Sicherheitskräfte zeigen, die auf offenbar unbewaffnete Demonstranten schiessen. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden so viele Demonstranten bei Protesten getötet. (rbu/sda/dpa)
7:02
Trump: Riesige Flotte ist auf dem Weg Richtung Iran
US-Präsident Donald Trump schliesst ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran weiterhin nicht aus. «Wir haben eine riesige Flotte, die in diese Richtung unterwegs ist», sagte der Republikaner vor Journalisten auf dem Rückweg aus Davos nach Washington. «Und vielleicht müssen wir sie nicht einsetzen, wir werden sehen», fügte er hinzu. Viele Schiffe befänden sich nur für den Fall der Fälle auf dem Weg in die Region. «Ich würde es vorziehen, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau», sagte Trump über den Iran.

Bereits Ende der vergangenen Woche hatten US-Medien berichtet, dass der Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln» und Begleitschiffe auf dem Weg vom Südchinesischen Meer in die Region seien.
Der von einem Atomreaktor angetriebene Flugzeugträger transportiert normalerweise mehrere Tausend Soldaten sowie Dutzende Kampfflugzeuge und wird von Zerstörern der Marine begleitet.

Der Iran hatte die jüngste Protestwelle mit aller Härte niedergeschlagen – Aktivisten zufolge wurden Tausende Demonstranten getötet. Trump reagierte darauf wiederholt mit Drohungen. Jüngst sprach sich der US-Präsident auch für einen Regierungswechsel im Iran aus, nachdem ihn der oberste Führer der Islamischen Republik als «Verbrecher» bezeichnet hatte. (sda/dpa)
10:31
Israels Präsident sieht Irans Regime als sehr fragil
Der israelische Präsident Izchak Herzog sieht Irans Regime nach den blutigen Massenprotesten als deutlich geschwächt. «Für mich ist klar, dass das Ajatollah-Regime sich in einer recht fragilen Lage befindet.»

Das sagte Herzog beim Weltwirtschaftsforum in Davos. «Die Menschen leiden enorm», sagte der 65-Jährige weiter. «Es herrscht Mangel an Nahrungsmitteln und Wasser sowie an so vielen anderen grundlegenden Dingen. Die Wirtschaft liegt am Boden.» Herzog sagte weiter: «Eine Perspektive, eine Zukunft für das iranische Volk kann es nur mit einem Regimewechsel geben. Das muss letztlich in den Händen des iranischen Volkes liegen – mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.»



Sehnsucht nach Wandel und Kritik an internationaler Zurückhaltung

Das iranische Volk sehne sich nach Veränderung, die es verdient habe. Es lebe «unter einem äusserst repressiven Regime – einem Regime, das Tausende seiner Bürger misshandelt, foltert, inhaftiert und Tausende von Familien zerstört, vielleicht Zehntausende, womöglich noch sehr viel mehr im ganzen Iran –, um den natürlichen Wunsch der Menschen nach einem besseren Leben und nach Freiheit zu unterdrücken».

Herzog kritisierte, dass es trotz des brutalen Vorgehens der iranischen Führung keine internationalen Proteste vergleichbar mit denen während des Gaza-Kriegs gebe.

«Ich hoffe und bete, dass es in Iran zu einem Wandel kommt, denn Iran verdient Besseres, die Region verdient Besseres, und die Welt verdient Besseres», sagte der israelische Präsident. (sda/dpa)
6:02
Türkei und Saudi-Arabien verkünden Teilnahme an Trumps «Friedensrat»
Die Türkei, Saudi-Arabien und andere mehrheitlich islamisch geprägte Länder haben ihren Beitritt zum umstrittenen «Friedensrat» unter Führung von US-Präsident Donald Trump angekündigt. Man begrüsse die Einladung Trumps und werde sich dem Gremium anschliessen, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung der Aussenminister der acht Länder, zu denen auch Indonesien, Jordanien und Katar gehören. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten und Pakistan sind ebenfalls dabei, hatten ihre Teilnahme aber bereits vorab separat angekündigt.

Die Minister bekräftigten das Engagement ihrer Länder, die Umsetzung des Mandats des «Friedensrats» als Übergangsverwaltung im Gazastreifen zu unterstützen, wie es im Plan zur Beendigung des Gaza-Konflikts festgelegt und durch den UN-Sicherheitsrat gebilligt worden sei.

Dutzende Einladungen – Europäer zögerlich
Insgesamt 60 Staaten sollen Einladungen für den «Friedensrat» erhalten haben. Zugesagt haben bislang nicht allzu viele –darunter Israel, Ungarn, Argentinien und Belarus. Europäische Länder wie Deutschland oder Frankreich zeigen sich bisher überwiegend zurückhaltend.

Trumps vollmundig angekündigtes Projekt eines «Friedensrats», zu dem er nach Angaben des Weissen Hauses heute eine Bekanntmachung plant, birgt politischen Zündstoff. Ursprünglich zielte das von den USA initiierte Gremium – zumindest offiziell – auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans ab und sollte die Nachkriegs-Ordnung in dem weitgehend zerstörten Küstengebiet am Mittelmeer überwachen. Doch längst ist die Rede davon, das sich das komplett auf Trump zugeschnittene Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-Präsidenten schaffen könnte. Kritiker sehen den «Friedensrat» als Kampfansage Trumps an die Vereinten Nationen, zu denen er eine konkurrierende Alternative aufbauen wolle. (sda/dpa)
5:49
Iran veröffentlicht offizielle Todeszahlen der Proteste
Der Iran hat offizielle Todeszahlen zu den jüngsten Massenprotesten veröffentlicht. Insgesamt 3117 Menschen seien ums Leben gekommen, hiess es in einer von der Regierung veröffentlichten Erklärung des Sicherheitsrats. Darin war die Rede von «2427 unschuldigen Menschen und Hütern von Ordnung und Sicherheit».

In ihrer Erklärung behauptete der Nationale Sicherheitsrat, die Erzfeinde Israel und USA seien dafür verantwortlich, in den Nächten vom 8. und 9. Januar gezielt «zahlreiche terroristische Handlungen» in weiten Teilen des Landes verübt zu haben. Dies sei eine Fortführung des «aufgezwungenen Krieges» vom vergangenen Juni, schrieb das mächtige Gremium.

Die tatsächlichen Opferzahlen dürften unterschiedlichen Schätzungen zufolge deutlich höher liegen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA hatte zuletzt 4500 Tote verifiziert mit rund 9000 weiteren Fällen in der Prüfung. Andere Medien berichten von bis zu 18'000 Toten. In den beiden Nächten vor gut zwei Wochen waren Menschenmassen gegen die autoritäre Führung der Islamische Republik auf die Strasse gegangen und damit einem Aufruf von Kronprinz Reza Pahlavi aus dem Exil gefolgt.

Die Unzufriedenheit im Land wächst seit Jahren – geschürt durch fehlende Perspektiven, wirtschaftliche Not, die Klimakrise, politische Repression und internationale Isolation. Auslöser der jüngsten Proteste Ende Dezember war zunächst die schwere Wirtschaftskrise. Kurz darauf forderten Iraner überall im Land den Sturz des Regimes. Noch nie in der Geschichte der Islamischen Republik wurden so viele Demonstranten bei Protesten getötet. (sda/dpa)
15:33
Palästinenser: Tote bei Angriffen im Gazastreifen
Trotz geltender Waffenruhe sind bei Angriffen der israelischen Armee im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge seit dem Morgen mehrere Menschen getötet worden.

Bei einem Angriff im Zentrum des Gazastreifens seien drei Palästinenser ums Leben gekommen, die den Aufbau von Zelten einer ägyptischen Hilfsorganisation gefilmt hätten, teilte der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz mit.

Israels Armee sagte, sie habe auf der Hamas nahestehende Verdächtige gezielt, die eine Drohne eingesetzt hätten. Das Fluggerät habe die Sicherheit der israelischen Soldaten gefährdet.

Kreise der Hilfsorganisation, dem ägyptischen Komitee in Gaza, hiess es, es handle sich um einen «schwerwiegenden und gefährlichen Präzedenzfall». Den Angaben nach wurde das Fahrzeug der drei getroffen. Ob es sich bei den drei um Mitarbeiter der Organisation handelt, war zunächst unklar. Das ägyptische Komitee in Gaza wurde auf Anweisung des ägyptischen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gegründet, wie es auf der Website der Organisation heisst. Aus Ägypten gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall.

Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 10. Oktober 2025 hat es immer wieder tödliche Zwischenfälle und Angriffe im Gazastreifen gegeben. (sda/dpa)

Das Wichtigste

  • Im Iran kommt es seit dem Jahreswechsel zu heftigen Protesten gegen das Mullah-Regime. Auslöser war der Zerfall der iranischen Währung Rial sowie die seit langem andauernde Repression im Land.
  • Das Regime hat das Internet gesperrt und geht mit grosser Gewalt gegen die Demonstrierenden vor. Verschiedene Medien sprechen von bis zu 36'500 Toten seit Protestbeginn.
  • US-Präsident Donald Trump hat den Protestierenden Hilfe in Aussicht gestellt. Wie diese aussehen soll, ist nicht klar. Das Mullah-Regime droht den USA bei einem Eingreifen mit Gegenschlägen.
  • Im Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza kam es im Oktober 2025 zu einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die Lage ist aber weiter fragil.
  • Zuletzt häuften sich Berichte, wonach sowohl die Hamas als auch Israel Vorbereitungen für neuerliche Kämpfe treffen.

Die Folgen des Kriegs in Gaza:

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