International
Liveticker

Nahost-Ticker: Iran-Aussenminister: Keine Hinrichtungen geplant

1 / 11
Iran-Proteste 2026

Seit rund zwei Wochen gehen in Iran Menschen auf die Strasse. Die Aufnahme zeigt Teheran am 9. Januar.

quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Liveticker

Iran-Aussenminister: Keine Hinrichtungen geplant ++ NGO: Über 3400 Tote seit Protestbeginn

Die wichtigsten Ereignisse im Nahen und Mittleren Osten in der Übersicht, fortlaufend aktualisiert.
15.01.2026, 04:0415.01.2026, 04:04
Schicke uns deinen Input
4:01
Irans Aussenminister: Keine Hinrichtungen geplant
Der Iran plant nach Angaben von Aussenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte er am Dienstag dem Sender CBS News. Trump machte keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. Am Mittwoch erklärte er dann, die USA hätten die Information erhalten, dass es im Iran keine Pläne für Hinrichtungen gebe. «Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören», sagte der Republikaner im Weissen Haus. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.

Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen drohte Trump dem Iran auch mehrfach mit einem Eingreifen der USA, falls Demonstranten getötet würden.

Iran erneuert Vorwurf angeblicher Einmischung von aussen
Der iranische Aussenminister erneuerte bei Fox News seinen Vorwurf, dass ausländische «terroristische Elemente» für die Eskalation bei den Protesten verantwortlich seien. Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor.

Tatsächlich wurden die Massenproteste im Iran von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und grosser Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran ausgelöst. Irans Sicherheitsapparat schlägt die Massenproteste brutal nieder.

Iran spricht von Hunderten Todesopfern

Aussenminister Araghtschi sagte, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten. Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet. Die Gruppe wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegen könnte. Tausende Demonstranten sollen festgenommen worden sein. (sda/dpa)
3:58
USA raten von Fahrten zu Militärstützpunkt in Katar ab
Die US-Botschaft in Katar rät ihren Mitarbeitern und den Amerikanern in dem Emirat angesichts der angespannten Lage in der Region, auf nicht notwendige Fahrten zum Militärstützpunkt Al-Udeid zu verzichten. Dabei handelt es sich um den grössten US-Militärstützpunkt im Nahen Osten, der bei einem möglichen Konflikt mit dem Iran wohl eine Schlüsselrolle spielen würde. Die US-Botschaft erklärte, die personelle Situation der diplomatischen Vertretung bleibe aktuell unverändert, auch konsularische Dienste würden weiter angeboten.

Die Lage im Nahen Osten ist infolge der Massenproteste im Iran und deren brutaler Niederschlagung extrem angespannt. Im Raum steht die Befürchtung, dass es zu Luftangriffen der USA oder Israels auf den Iran kommen könnte.

Nach israelischen und US-Angriffen gegen sein Atomprogramm im vergangenen Jahr griff der Iran auch den Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar an. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10'000 US-Soldaten und ziviles Personal stationiert. Al-Udeid ist auch die Kommandozentrale des US-Militärs in der Region.

Auch die US-Botschaft in Kuwait forderte Angestellte und Soldaten auf, besonders vorsichtig zu sein. Es sei für alle nicht dringend notwendigen Mitarbeiter zeitweise verboten, sich auf vier Militärstützpunkte in dem Land zu begeben. (sda/dpa)
3:24
Grossbritannien rät Bürgern von Reisen nach Israel ab
Grossbritannien warnt seine Staatsbürger angesichts der angespannten Lage in der Region vor nicht notwendigen Reisen nach Israel. Wohl mit Blick auf die angespannte Lage im Iran erklärte das Aussenministerium, eine Eskalation der Lage in der Region könne das Reisen unmöglich machen und andere nicht vorhergesehene Folgen haben. Für Teile Israels und die Palästinensischen Autonomiegebiete gelte weiter eine komplette Reisewarnung, die höchste Warnstufe des Ministeriums.

Die Lage im Nahen Osten ist infolge der Massenproteste im Iran und deren brutaler Niederschlagung extrem angespannt. Im Raum steht die Befürchtung, dass es zu Luftangriffen der USA oder Israels auf den Iran kommen könnte. (sda/dpa)
22:06
Trump: Uns wurde gesagt, dass Tötungen im Iran aufhören
Donald Trump erklärte am Mittwoch im Weissen Haus gegenüber «Sky News», ihm sei zugetragen worden, dass die Tötungen im Iran beendet und geplante Hinrichtungen gestoppt worden seien. Diese Information habe er erst vor Kurzem erhalten und sie stamme aus einer verlässlichen Quelle, so der US-Präsident. Zugleich betonte er, man müsse nun prüfen, welche Bedeutung diese Entwicklungen hätten.

Zuvor hatte Trump dem iranischen Regime mit militärischen Massnahmen gedroht, sollte die Gewalt gegen Demonstrierende nicht eingestellt werden. (hkl)

18:34
Aktivisten: Mehr als 3.400 Demonstranten im Iran getötet
Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 3.428 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo teilte zudem mit, dass die tatsächliche Zahl der Toten noch deutlich höher liegen könnte.

Nach Informationen der Organisation wurden im Verlauf der Proteste zudem mehr als 10.000 Personen festgenommen. Die Aktivisten zeigten sich auch besorgt angesichts des Vorgehens der iranischen Justiz und warnten vor Massenhinrichtungen inhaftierter Demonstranten.

Der Direktor der Menschenrechtsorganisation, Mahmood Amiry-Moghaddam, zeigte sich besorgt angesichts entsprechender Äusserungen iranischer Regierungsvertreter. «Die internationale Gemeinschaft muss diese Drohungen sehr ernst nehmen, denn die Verantwortlichen der Islamischen Republik haben auch in den 1980er-Jahren zur Aufrechterhaltung des Systems ähnliche Verbrechen begangen», sagte er.

IHRNGO verwies ausserdem auf Berichte staatlicher Medien, denen zufolge mindestens 121 Polizisten, Sicherheits- und Staatskräfte bei den Unruhen ums Leben kamen.

Die Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Das Internet im Iran ist nun seit fast einer Woche gesperrt. Nur langsam dringen Informationen nach aussen. Seit Dienstag können Bewohner im Iran wieder ins Ausland telefonieren. (sda/dpa)
16:37
Personal soll US-Militärstützpunkt in Katar verlassen
Die USA haben einigen ihrer Mitarbeiter Medienberichten zufolge nahegelegt, den US-Militärstützpunkt Al-Udeid am Rande der katarischen Hauptstadt Doha zu verlassen.

Dabei handele es sich um eine «Vorsichtsmassnahme», zitierte der US-Sender CNN einen namentlich nicht genannten US-Beamten. Das staatliche Medienbüro in Katar bestätigte in einem auf der Plattform X verbreiteten Statement entsprechende Medienberichte und verwies darauf, dass diese Massnahmen als Reaktion auf die «aktuellen Spannungen in der Region» ergriffen würden.

US-Präsident Donald Trump warnt die autoritäre Führung in Iran seit Tagen vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste. Dabei hält er auch die Drohung eines militärischen Eingreifens aufrecht.

Nachdem sich die USA im Juni vergangenen Jahres dem Krieg Israels gegen die Islamische Republik angeschlossen und unterirdische iranische Atomanlagen bombardiert hatten, hatten die iranischen Streitkräfte als Vergeltung die US-Luftwaffenbasis Al-Udeid angegriffen.



Dabei handelt es sich um einen der wichtigsten US-Stützpunkte im Nahen Osten. Dort sind Berichten zufolge normalerweise rund 10'000 Soldaten und ziviles Personal stationiert. Der Stützpunkt ist auch die Kommandozentrale des US-Militärs in der Region. Das Hauptquartier des US-Regionalkommandos (Centcom) für den Nahen Osten liegt in Tampa im Bundesstaat Florida. (sda/dpa)
16:32
Irans Justiz stellt Demonstranten unter Generalverdacht
Irans Justizminister hat alle Teilnehmer der Demonstrationen seit Donnerstag unter Generalverdacht gestellt. «Jeder, der in diesem Zeitraum festgenommen wurde, ist definitiv schuldig, weil er vor Ort war», sagte Amin-Hossein Rahimi am Rande einer Kabinettssitzung.

Ausgelöst wurde die aktuelle Protestwelle durch die schwere Wirtschaftskrise in Iran Ende Dezember, wo in der Hauptstadt Teheran zunächst vor allem Händler auf die Strasse gegangen waren. Zu diesem Zeitpunkt habe es keine Festnahmen gegeben, behauptete Rahimi.

Am vergangenen Donnerstag waren die Proteste dann eskaliert, nachdem Kronprinz Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, aus seinem Exil in den USA zu Massendemonstrationen aufgerufen hatte. «Das war überhaupt kein Protest mehr, sondern ein vollumfänglicher innerer Krieg», sagte Rahimi nun.

Der Minister kündigte ein hartes Vorgehen der Justiz an. «Mit denjenigen, die an Zerstörungen und Tötungen beteiligt waren, also mit terroristischen Akteuren, gibt es keinerlei Nachsicht», sagte Rahimi. Auch wer lediglich an den Protesten teilgenommen habe, sei schuldig, fügte er hinzu. Allein die Teilnahme sei eine Straftat, da sie auf einen «illegalen» Aufruf zurückgehe. (sda/dpa)
16:00
Umgang mit Revolutionsgarden spaltet EU
Die Europäische Union wird die Revolutionsgarden vorerst nicht als Terrororganisation einstufen.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus EU-Kreisen erfuhr, wurde bei einer Sitzung von Vertretern der Mitgliedstaaten deutlich, dass der dafür erforderliche Konsens derzeit nicht hergestellt werden kann. Nach Angaben von Diplomaten bremsen unter anderem Frankreich, Italien und Spanien.

Die Länder verweisen demnach darauf, dass die Revolutionsgarden schon heute mit EU-Sanktionen belegt sind und die Terror-Einstufung der Organisation zu einem vollständigen Abbruch der diplomatischen Beziehung führen könnte. Die Listung gilt als ein vor allem symbolischer Schritt.

Vor der Sitzung des sogenannten Politischen und Sicherheitspolitischen Komitees waren zuvor wieder Forderungen nach einer Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation laut geworden. Befürworter dieses Schrittes hofften, dass die brutale Niederschlagung von Protesten in Iran kurzfristig eine positive Entscheidung ermöglichen könnte. Den Revolutionsgarden wird eine Schlüsselrolle dabei vorgeworfen, weil sie als Elitestreitkräfte auch für die Verhinderung von Putschversuchen zuständig sind.



Deutschland sprach sich für die Einstufung aus und teilte mit, sie setze sich dafür ein, dass darüber Einigkeit erzielt werden könne. «Wir sind für die Listung der Revolutionsgarden unter dem EU-Antiterror-Sanktionsregime», sagte ein Sprecher der Regierung von Kanzler Friedrich Merz am Montag.

Andere Sanktionen als Alternative

Als wahrscheinlich gilt nun, dass die EU über ihr Regelwerk zur Sanktionierung von schweren Menschenrechtsverletzungen neue Strafmassnahmen verhängt. Sie könnten beispielsweise auch Minister treffen, die für die Niederschlagung von Protesten verantwortlich gemacht werden.

Gegen die Revolutionsgarden gibt es unter anderem bereits Sanktionen, um die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern. So gilt schon seit langem, dass alle ihre in der EU vorhandenen Vermögenswerte eingefroren werden müssen und den Garden keine wirtschaftlichen Ressourcen bereitgestellt werden dürfen. (sda/dpa)
14:52
USA ziehen Personal von Militärbasen ab
Als Vorsichtsmassnahme ziehen die USA Teile ihres militärischen Personals von wichtigen Militärbasen im Nahen und Mittleren Osten ab. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf einen US-Beamten.

Als Grund werden die erhöhten regionalen Spannungen angegeben. Irans Regime hatte zuvor gesagt, es würde amerikanische Militärbasen angreifen, sollten die USA militärisch in Iran intervenieren.

(rbu)
14:08
Irans Führung mobilisiert Anhänger für Trauerzüge
Die politische Führung der Islamischen Republik hat ihre Anhänger in der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran mobilisiert. Aufnahmen des staatlichen Rundfunks zeigten Menschenmengen auf den Strassen, die an Trauerzügen für getötete Sicherheitskräfte teilnahmen, die bei den landesweiten Protesten ums Leben gekommen waren.

Der Vorsitzende des Stadtrats, Mehdi Tschamran, zeigte sich unerschrocken angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump. «Wir bleiben auf der Strasse wegen der Botschaft der Märtyrer und unseres geliebten Führers», sagte er. Trumps Drohung müsse mit Füssen getreten werden. Der US-Präsident hatte Irans Regime mit einem sehr harten Eingreifen der USA gedroht, seine Drohung aber nicht weiter ausgeführt.

Wie viele Polizisten und Sicherheitskräfte seit Beginn der Proteste Ende Dezember ums Leben gekommen sind, ist nicht bekannt – offizielle Opferzahlen hat der Staat bislang nicht veröffentlicht. Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk HRANA bezifferte die Zahl der getöteten Demonstranten auf mehr als 2400. Es wäre die Niederschlagung von Protesten mit den meisten Toten in der jüngeren Geschichte Irans. (sda/dpa)
12:25
Irans Justiz warnt vor «Zusammenarbeit» mit Exilsender
Irans Justiz hat die Bevölkerung vor der Zusammenarbeit mit einem Exil-Fernsehsender gewarnt.

Jegliche Zusammenarbeit, Interaktion und Informationsaustausch mit dem persischsprachigen Sender «Iran International» sei verboten, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft einem Bericht des iranischen Rundfunks zufolge.

Trotz einer Internetsperre können viele Menschen im Land den Sender über TV-Satelliten empfangen. Anders als die staatlichen Fernsehprogramme, die starker Zensur unterliegen, berichtet «Iran International» ausführlich über die Protestwelle – auch mit vielen Hinweisen, die den Sender aus dem Land erreichen. Reporter vor Ort hat der Sender nicht.



In Iran selbst ist der Konzern hinter dem Exilsender als Terrororganisation eingestuft. In der Vergangenheit hatte die Staatsführung dem Sender mit Sitz in London vorgeworfen, im Auftrag von Saudi-Arabien negative Nachrichten über die Islamische Republik verbreiten zu wollen. Die Zeitung «Guardian» berichtete 2018, dass «Iran International» indirekt durch saudische Verbindungen finanziert werde. Das Medienunternehmen wies den Bericht zurück. (sda/dpa)
11:58
Regisseure Panahi und Rasoulof: Keine Gespräche mit Teheran
Die iranischen Regisseure Mohammad Rasoulof und Jafar Panahi haben das Regime in Teheran scharf verurteilt und erklärt, mit der Islamischen Republik könne man nicht verhandeln.

«Die Islamische Republik Iran ist ein faschistisches, mörderisches und brutales Regime», teilten sie in einem Statement auf Instagram mit. «In den letzten Tagen wurden Tausende Menschen auf den Strassen des Iran getötet», schrieben sie weiter. «Diese Gewalt bedroht die ganze Welt. Mit diesem Regime kann man nicht verhandeln. Diese Gewalt muss ein Ende haben.»

Filmemacher Panahi ruft zu Solidarität auf

Panahi schrieb zudem: «Dies ist keine isolierte Krise und auch nichts Neues. Das geschieht schon seit Jahren. Ein System, das auf Gewalt und Unterdrückung basiert, kann nicht durch Verhandlungen reformiert werden. Das hat die Geschichte deutlich gezeigt. Schweigen und Gleichgültigkeit lassen diese Verbrechen nur weitergehen. Sich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren, bedeutet, sich zu weigern, wegzuschauen.»

Menschenrechtler: Mehr als 2500 Tote bei Protesten in Iran

Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen sind seit dem Ausbruch der Proteste mindestens 2500 Menschen in Iran ums Leben gekommen.

Rasoulof und Panahi sind dafür bekannt, sich in ihren Filmen kritisch mit der Politik ihres Heimatlandes auseinanderzusetzen. Beide sind seit Jahren im Visier der iranischen Justiz und drehen ihre Filme in Iran ohne Genehmigung.

Panahi in Abwesenheit zu Haftstrafe verurteilt

Panahi gewann mit seinem jüngsten Film «Ein einfacher Unfall» die Goldene Palme in Cannes und steht auf der Oscar-Shortlist für den Besten Internationalen Film. Er setzt sich darin mit Erlebnissen im Gefängnis und der Gewalt des Mullah-Regimes auseinander. Während der Regisseur im Ausland seinen Film vorstellte, verhängte ein Revolutionsgericht in Teheran in Abwesenheit gegen ihn eine Haftstrafe.

Rasoulof war vergangenes Jahr mit seinem Film «Die Saat des heiligen Feigenbaums» für einen Oscar nominiert. Der politische Thriller thematisiert die Massenproteste in Iran nach dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022.

Nach Anklagen und Haftandrohung hatte Rasoulof Iran 2024 verlassen und war nach Hamburg gegangen. (sda/dpa)
11:18
Flagge an iranischer Botschaft in Berlin heruntergerissen
Zwei Männer haben auf dem Gelände der iranischen Botschaft in Berlin am Dienstagabend nach Polizeiangaben die Flagge vom Mast gerissen. Danach wollten sie zwei historische Fahnen des Landes aufhängen, was ihnen jedoch nicht gelang, wie ein Polizeisprecher sagte.

Die Männer im Alter von 28 und 33 Jahren verliessen laut Polizei das Gelände, als der Objektschutz Pfefferspray einsetzte. Auf dem Gehweg seien die beiden dann vorläufig festgenommen worden.



Der Vorfall steht im Kontext mit den andauernden Protesten in Iran. Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte.

Nach den Angaben der Polizei in Berlin hatte sich bereits vor dem Vorfall an der Botschaft eine Gruppe von Menschen mit historischen Fahnen mehrmals dem Gebäude genähert. Kurz vor 23.00 Uhr hätten dann Menschen den Wachschutz abgelenkt, so dass die beiden Männer über den Zaun klettern konnten.

Die Polizei erteilte nach eigenen Angaben sechs Beteiligten einen Platzverweis. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Sachbeschädigung, des Hausfriedensbruchs sowie der Verletzung von Flaggen- und Hoheitszeichen ermittelt, wie der Sprecher weiter sagte.

Irans Kronprinz Reza Pahlavi hatte aus dem Exil dazu aufgerufen, bei iranischen Botschaften die Flagge der Islamischen Republik mit der alten iranischen Flagge mit Löwe und Sonne als Motiv zu ersetzen. Dazu kam es unter anderem in der Schweiz, Grossbritannien und Australien sowie bei der ehemaligen iranischen Botschaft in den USA. (rbu/sda/dpa)
11:09
Festnahme von angeblichen Protestführern in Provinz
Der Sicherheitsapparat in Iran hat die Festnahme mutmasslicher Protestführer im Westen des Landes gemeldet.

Einige «Hauptverantwortliche für die Unsicherheit» in der Provinz Tschaharmahal und Bachtiari seien vom Geheimdienst der Revolutionsgarden gefasst worden, berichtete der staatliche Rundfunk.

In der Provinz war es zu Beginn der Proteste Ende Dezember zu den zunächst heftigsten Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Demonstrierenden gekommen. Nachdem Sicherheitskräfte scharf auf Protestierende geschossen hatten, kam es in der Stadt Lordegan zu schweren Unruhen mit zahlreichen Todesopfern.

Die strukturschwache Provinz gilt als Region mit starkem sozialem Zusammenhalt. Misstrauen gegenüber dem Staat und das harte Vorgehen liessen die Proteste dort früh eskalieren. (sda/dpa)
10:48
Aussenminister Araghtschi telefoniert mit französischem Kollegen
Nach europäischer Kritik am gewaltsamen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hat der Aussenminister der Islamischen Republik Iran mit seinem französischen Kollegen telefoniert.

In dem Gespräch mit Frankreichs Aussenminister Jean-Noël Barrot seien unter anderem die «Ereignisse der vergangenen Tage» besprochen worden, schrieb Abbas Araghtschi auf seinem Telegram-Kanal.

Barrot hatte die blutige Niederschlagung der Massenproteste in Iran am Dienstag scharf verurteilt und den iranischen Botschafter einbestellt. Im Parlament sprach er von einem «Ruf nach Freiheit» und einer «friedlichen Revolte», die auf unerträgliche und unmenschliche Weise unterdrückt würden. Auch Deutschland und weitere europäische Länder hatten die iranischen Vertreter als Zeichen des Protests einbestellt.

Araghtschi verteidigte in dem Telefonat das Vorgehen der Sicherheitskräfte. Ursprünglich friedliche Proteste seien durch «ausgebildete terroristische Elemente» in Gewalt umgeschlagen. Er sprach von einer «ausländischen Intervention» in Iran. (sda/dpa)
10:39
EU-Parlamentspräsidentin fordert Unterstützung für Iran-Proteste
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola fordert von den Regierungen der EU-Staaten eine deutlich stärkere Unterstützung für die Proteste gegen die Staatsführung in Iran.

«Wir sind der Meinung, dass 2026 das Jahr sein sollte, in dem Diktaturen enden», sagte Metsola in einem Interview des Senders Euronews. Es sei nun an der Zeit zu sagen, dass das Regime in Iran am Ende sei. Die EU könne sich für Freiheit einsetzen und Entschlossenheit, Stärke und auch Klarheit zeigen.



Metsola verwies darauf, dass sich auch der deutsche Kanzler Friedrich Merz in diese Richtung geäussert hatte. Merz hatte gesagt: «Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.»

Metsola selbst hatte bereits am Montag allen offiziellen Vertretern der Islamischen Republik Iran den Zutritt zu den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments verboten. «Dieses Haus wird nicht an der Legitimierung eines Regimes mitwirken, das sich durch Folter, Unterdrückung und Mord an der Macht hält», kündigte die maltesische Konservative in sozialen Netzwerken an. Angesichts der aktuellen Lage könne es kein «Business as usual» geben.

Weitreichendere Sanktionen kann das Europäische Parlament nicht verhängen. Dies ist dem Rat der Mitgliedstaaten vorbehalten. (sda/dpa)
6:28
Trump droht Iran erneut mit hartem Eingreifen der USA
US-Präsident Donald Trump hat der Regierung Irans für den Fall, dass Teheran festgenommene Demonstranten hinrichten lässt, mit einem entschlossenen Eingreifen der Vereinigten Staaten gedroht. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte der Republikaner dem TV-Sender CBS News in Detroit. «Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln.» Trump machte auf Nachfragen des Moderators keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. «Das Ziel ist es, zu gewinnen. Ich gewinne gerne. Und wir gewinnen», sagte Trump weiter.

Wenige Stunden vorher hatte Trump den Demonstranten im Iran angesichts der anhaltenden Massenproteste bereits seine Unterstützung zugesagt. Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen drohte Trump dem Iran schon mehrfach mit einem Eingreifen der USA, falls Demonstranten getötet würden.

Trump deutet hohe Opferzahl im Iran an

In dem CBS-Interview sagte Trump, es gebe verschiedene Angaben zur Zahl der bei der Niederschlagung der Proteste getöteten Demonstranten. «Aber es sieht so aus, dass es eine ziemlich beträchtliche Zahl sein könnte. Und das wird für sie viele Probleme bedeuten», sagte er mit Blick auf die Führung in Teheran.

Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Die Justiz leitete bereits erste Anklagen gegen festgenommene Demonstranten in die Wege. Im Raum steht dabei auch der Vorwurf der «Kriegsführung gegen Gott» – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. In der vergangenen Woche hatte die Justiz «maximale Härte» im Umgang mit Demonstranten angekündigt. Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile. (sda/dpa)


6:25
Musks Satelliten-Internet Starlink kostenlos im Iran
Angesichts von Internet-Blockaden im Iran hat Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ihren Satelliten-Dienst für das Land kostenlos gemacht. Entsprechende Informationen von Aktivisten wurden dem Finanzdienst Bloomberg von SpaceX-Kreisen bestätigt. SpaceX machte dazu zunächst keine offiziellen Angaben. Die iranische Regierung greift angesichts der landesweiten Proteste seit Tagen zu weitreichenden Internetsperren.

Um Starlink zu nutzen, braucht man spezielle Antennen und Empfangsgeräte. Sie sind im Iran verboten, werden aber dennoch ins Land geschmuggelt. Nach früheren Schätzungen könnten sich etwa 20'000 der Terminals im Land befinden. Die Gruppe Holistic Resilience, die für Internet-Zugänge im Iran sorgen will, geht inzwischen sogar von mehr als 50'000 Geräten aus, wie ihr Chef Ahmad Ahmadian Bloomberg sagte.

Schwerer zu blockieren
Die kompakten Terminals kommunizieren direkt mit Starlink-Satelliten, was sie unabhängiger von Massnahmen von Regierungen macht. Iranischen Behörden gelang es aber Medienberichten zufolge bereits, den Starlink-Empfang teilweise zu stören. (sda/dpa)
5:22
USA setzen drei Ableger der Muslimbruderschaft auf Terrorliste
Die USA haben drei Ableger der islamistischen Muslimbruderschaft im Libanon, in Jordanien und Ägypten auf ihre Terrorliste gesetzt. «Die Vereinigten Staaten werden alle verfügbaren Mittel einsetzen, um diese Zweigstellen der Muslimbruderschaft ihrer Ressourcen zu berauben, die sie für terroristische Aktivitäten oder deren Unterstützung benötigen», schrieb US-Aussenminister Marco Rubio auf der Plattform X.

Damit werden Vermögenswerte von Mitgliedern dieser Gruppen in den USA eingefroren. US-Bürger dürfen keine Geschäfte mit ihnen durchführen.

Auch Hamas entstand aus Ableger der Muslimbruderschaft
Die Muslimbruderschaft wurde vor rund 100 Jahren in Ägypten gegründet, ist dort inzwischen verboten und wird als Terrororganisation eingestuft. Ihr Ziel ist die Islamisierung der Gesellschaft. Jordanien hatte die Organisation im April verboten. Die Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg führte, entstand in den 1980er Jahren aus dem palästinensischen Ableger der Muslimbruderschaft.

Rubio schrieb weiter, die Regionalorganisationen der Muslimbruderschaft stellten eine Bedrohung für die USA dar. In einer Mitteilung des US-Finanzministeriums hiess es, die Gruppen würden sich als zivilgesellschaftliche Organisationen ausgeben, unterstützen aber hinter den Kulissen offen und aktiv Terrorgruppen wie die Hamas.

Ägypten begrüsste die US-Entscheidung. Von der extremistischen Ideologie der Gruppierung gehe Gefahr aus für die regionale und internationale Sicherheit und Stabilität. Die US-Entscheidung stimme mit Ägyptens Haltung überein, zitierten Medien die ägyptische Regierung. Ägypten leide wie andere Staaten in der Region seit Jahrzehnten unter den Verbrechen der Organisation. (sda/dpa)


21:48
Trump fordert US-Bürger zur Ausreise aus dem Iran auf
US-Präsident Donald Trump antwortete während einer Tour durch eine Autofabrik in Detroit auf die Frage, was er mit seiner Aussage «HILFE IST UNTERWEGS» gemeint habe, mit «Das werdet ihr bald herausfinden.»

Weiter legte er US-Bürgern nahe, den Iran zu verlassen: «Es ist keine schlechte Idee, rauszugehen.» Im Vorfeld hatte US-Behörden bereits alle US-amerikanischen Bürger im Iran aufgefordert, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Auch andere Länder haben ähnliche Warnungen ausgesprochen.
21:01
Menschenrechtler: Mehr als 2.500 Tote bei Protesten im Iran
Im Iran sind seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember Aktivisten zufolge mindestens 2.500 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen und wies darauf hin, ihr Verifikationsteam sei täglich damit beschäftigt, Todesfälle im Kontext der Massenproteste zu dokumentieren.

Die Angaben von Hengaw decken sich nicht mit denjenigen der Iran Human Rights (IHRNGO), welche kurz zuvor noch von über 700 Getöteten sprach.
19:51
Laut Bericht schon über 700 Demonstranten getötet
Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 700 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 734.

Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte. «Aufgrund der vollständigen Abschaltung des Internets seit Donnerstagabend und der massiven Einschränkungen des Informationszugangs ist eine unabhängige Überprüfung dieser Zahlen derzeit äusserst schwierig», hiess es in dem Bericht.

Der iranische Staat verteidigte das gewaltsame Vorgehen damit, dass es sich bei den Teilnehmern der Unruhen um «Terroristen» oder «Randalierer» gehandelt habe. Dutzende Sicherheitskräfte seien getötet worden, hiess es in Berichten des staatlichen Rundfunks.

Alle Informationen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. Am Dienstag konnten Landesbewohner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet blieb weiter gesperrt. Bewohner der Hauptstadt Teheran berichteten von schrecklichen und von Gewalt überschatteten Nächten. (sda/dpa)
19:11
Berner Polizei löst Kundgebung vor iranischer Botschaft auf
In Zürich und Bern sind am Dienstag Menschen im Protest gegen das iranische Regime auf die Strasse gegangen. In Zürich nahmen an einer Kundgebung mehrere Hundert teil, in Bern schritt die Polizei vor der iranischen Botschaft ein.

In Zürich versammelten sich am Dienstagabend mehrere hundert Menschen auf dem Europaplatz beim Hauptbahnhof, wie ein Fotograf von Keystone-SDA beobachtete. Die bewilligte Platzkundgebung, die von Free Iran Switzerland organisiert worden war, blieb friedlich. Die Gruppierung setzt sich für ein Ende der Islamischen Republik ein, wie sie auf ihrer Website schreibt.

Die Demonstrierenden zeigten klar, was sich ihrer Ansicht nach im Iran ändern müsste. Mehrere Bilder des religiösen Führers Ali Khamenei wurden verbrannt. Auch viele Fahnen aus Zeiten des Schahs, der durch die Islamische Revolution 1979 gestürzt wurde, waren zu sehen.

In Bern blieb eine Demonstration weniger friedlich. Die Polizei setzte am Nachmittag Reizstoff ein. Die Stimmung sei «aufgeheizt» gewesen, schrieb die Kantonspolizei Bern am Dienstagabend in einer Mitteilung.

Die Teilnehmenden der unbewilligten Kundgebung bei der iranischen Botschaft hätten der Aufforderung, die Strasse für den Verkehr umgehend freizugeben, zunächst nicht Folge geleistet. Der Einsatz des Reizstoffes habe der Gewährleistung der Sicherheit gedient, so die Polizei. Es kam gemäss Mitteilung ausserdem zu einem «medizinischen Zwischenfall». Ein Ambulanzteam habe die betroffene Person betreut.

Vor dem Polizeieinsatz waren drei Männer unbefugt in das Botschaftsgelände eingedrungen. Einer von ihnen wurde von der Polizei angehalten, kontrolliert und auf eine Polizeiwache gebracht. Die anderen zwei Männer konnten laut Mitteilung bislang nicht angehalten werden.

(sda)
18:02
Bilder von Leichensäcken im Iran sorgen für Entsetzen
Aus dem weitgehend von der Aussenwelt abgeschnittenen Iran gelangen trotz Internet-Blockade besorgniserregende Bilder nach aussen. Aktivisten und Oppositionelle teilen etwa Videos, die auf dem Boden aufgereihte Leichensäcke mit Toten darin zeigen sollen. Dabei soll es sich um bei den Protesten getöteten Demonstranten handeln. Die Videos liessen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren, schüren aber bei vielen die Sorge, dass die Gewalt gegen die Protestierenden ein besonders hohes Mass an Brutalität erreicht haben könnte.



Bereits vor vier Tagen hatte ein persischsprachiges Faktencheck-Team mit Sitz in Kanada ein Video aus einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran analysiert, das verletzte und blutüberströmte Menschen auf dem Boden eines Gebäudes zeigt. Das Portal «Fatnameh» kam zu dem Schluss, dass die Aufnahmen echt sind – unter anderem, weil sie zuvor nicht im Netz kursierten und mit Details zum aktuellen Geschehen im Iran übereinstimmen.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Es sind die schwersten Unruhen im Iran seit Jahren. Die iranischen Behörden haben bislang keine konkreten Todeszahlen veröffentlicht. Die Staatsführung spricht seit Tagen von Randalierern und Terroristen, die die Massenproteste unterwandert hätten. Aktivisten sprechen bisher von mehreren Hundert Toten. (sda/dpa)
16:37
Deutschlands Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein
Angesichts des äusserst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat Deutschlands Auswärtiges Amt den iranischen Botschafter in Berlin einbestellt. Die Brutalität des iranischen Regimes sei schockierend, teilte das deutsche Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit. (sda/dpa)
16:05
Trump ruft Irans Bevölkerung zum Durchhalten auf
Angesichts der Massenproteste im Iran hat US-Präsident Donald Trump bis auf weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt und den Demonstranten Unterstützung in Aussicht gestellt.



Über seine Social-Media-Plattform Truth Social schrieb Trump: «Iranische Patrioten, PROTESTIERT WEITER – ÜBERNEHMT DIE INSTITUTIONEN!!!» Weiter sollen sich die Iraner die Namen der «Mörder und Folterer» merken – diese würden einen grossen Preis zahlen.

Und: «Ich habe alle geplanten Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das unnötige Töten von Demonstranten AUFHÖRT. HILFE IST UNTERWEGS».

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren. (cpf, ergänzt mit Material der sda/dpa)
11:52
UN fordern Stopp von Gewalt und Internetblockade
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Gewalt der Sicherheitskräfte in Iran gegen Demonstranten verurteilt.

Er rief die iranischen Behörden dazu auf, Gewalt gegen friedliche Demonstranten umgehend einzustellen sowie Internet und Telefonleitungen wieder herzustellen.



«Das Töten friedlicher Demonstranten muss aufhören, und die Bezeichnung von Demonstranten als »Terroristen«, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel», teilte Türk mit. Die Menschen hätten ein Recht darauf, dass ihre Forderungen gehört werden.

Die Berichte über Hunderte Tote und Tausende Festnahmen kann sein Büro nicht selbst verifizieren, weil es keinen Zugang zu Iran hat, wie ein Sprecher sagte. Die genannten Zahlen stammten aber aus vertrauenswürdige Quellen. Das Menschenrechtsbüro ist besorgt, was mit den Festgenommenen passiert. Nach den Protesten 2022 seien mindestens zwölf Teilnehmer hingerichtet worden, sagte der Sprecher. (sda/dpa)
11:24
Iranische Justiz klagt erste Demonstranten an
Die Justiz in Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet.

Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichtet die von den Revolutionsgarden kontrollierte Nachrichtenagentur Tasnim. Besonders schwere Fälle von «Randalierern» würden demnach vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der «Kriegsführung gegen Gott» – ein «Tatbestand», der nach islamischem Recht in Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.

Irans Justizchef hatte am Montag Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte und Polizisten gefordert. Wer Polizeikräfte angegriffen oder Einrichtungen der Sicherheitskräfte und städtische Infrastruktur attackiert habe, müsse vorrangig vor Gericht gestellt werden, sagte Gholam-Hossein Mohseni-Edschehi.

In der vergangenen Woche hatte die Justiz «maximale Härte» im Umgang mit Demonstranten angekündigt. Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile. Im Herbst 2022 gingen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» landesweit Menschen auf die Strasse. Im Zusammenhang mit den Unruhen liess der Staat anschliessend mindestens zwölf Personen hinrichten. (sda/dpa)
10:39
Internationale Anrufe aus dem Iran wieder möglich
Nach einer tagelangen Kommunikationsblockade können Iranerinnen und Iraner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet bleibt unterdessen weiter gesperrt, wie Kontakte aus der iranischen Hauptstadt Teheran berichteten.

Irans Sicherheitsapparat hatte die Bevölkerung angesichts von Massenprotesten seit Donnerstagabend von der Aussenwelt abgeschnitten. Bewohner der Millionenmetropole berichteten nun von schrecklichen Tagen. Ein junger Mann sagte: «Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer - Tote und Verletzte - in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut.» Und weiter: «Wir wissen nicht, was wir tun sollen».

Während der Internet-Blockade konnten sich Iranerinnen und Iraner teils über Satellitenfernsehen informieren. Einige Exilsender sind im Iran empfangbar. In mehreren Teilen Teherans jedoch haben Sicherheitskräfte begonnen, Satellitenschüsseln von Hausdächern zu beschlagnahmen – eine alte Praxis aus der Zeit vor dem Internet. Satellitenschüsseln sind offiziell verboten. (sda/dpa)
8:12
Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. «Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen», sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru. (sda/dpa)
6:21
Schah-Sohn Pahlavi drängt USA zum Eingreifen im Iran
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, setzt angesichts der Massenproteste im Iran auf ein baldiges Eingreifen der USA. «Es müssen Massnahmen ergriffen werden», sagte Pahlavi in einem Interview mit dem US-Sender CBS News. «Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frühzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden», sagte er.

Pahlavi sagte, er habe mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump kommuniziert, gab jedoch keine Einzelheiten preis. Trump hatte zuvor gesagt, dass die USA die Lage im Iran sehr ernst nähmen. «Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen», sagte er und fügte hinzu, dass er stündlich Berichte über die Entwicklung im Land bekomme.

Pahlavi: Dieses Regime muss verschwinden
Pahlavi sagte bei CBS News, die Staatsführung der Islamischen Republik in Teheran versuche, die Welt «auszutricksen», indem sie vorgebe, bereit zu sein, über einen Ausweg aus den Unruhen zu verhandeln. Der entscheidende Wendepunkt wäre es, «wenn dieses Regime erkennen würde, dass es sich nicht mehr auf eine fortgesetzte Unterdrückungskampagne verlassen kann, ohne dass die Welt darauf reagiert», sagte Pahlavi.

Auf die Frage, ob er Trump dazu dränge, einen Regimewechsel einzuleiten, antwortete er, Trump sei solidarisch mit den Menschen im Iran, was bedeute, dass Trump letztlich deren Forderungen unterstütze. «Und deren Forderung ist, dass dieses Regime verschwinden muss», fügte Pahlavi hinzu.

Der von seinem autoritär regierenden Vater, dem Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte Pahlavi lebt seit Jahrzehnten in den USA im Exil. (sda/dpa)

4:20
Wadephul fordert nach US-Treffen härtere Iran-Sanktionen
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul hat nach einem Treffen mit US-Aussenminister Marco Rubio schärfere Massnahmen gegen die Führung in Teheran gefordert. Zu einem möglichen militärischen Eingreifen der USA im Iran hielt er sich zurück.

Im Iran sehe man ein «Unrechtsregime» ohne Legitimität im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, «die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen», sagte Wadephul.

Wadephul kündigte an, die Bundesregierung werde versuchen, Sanktionen auf die iranische Führung auszuweiten. Dazu zähle eine Listung im Terror-Sanktionsregime der Europäischen Union. Diese habe bislang nicht durchgesetzt werden können, weil dafür Einstimmigkeit in der EU benötigt werde. Er rief die Mitgliedstaaten auf, die Frage vor dem Hintergrund des gewalttätigen Vorgehens gegen Demonstrierende erneut zu prüfen.

Knapp zehn Jahre nach dem historischen Atomabkommen mit dem Iran waren im vergangenen August Uno-Sanktionen wie ein Waffenembargo und Anreicherungsverbot für Uran gegen das Land nach gescheiterten Verhandlungen wieder in Kraft getreten. Die Vertragsstaaten des Atomabkommens mit dem Iran aus dem Jahr 2015 – Deutschland, Frankreich und Grossbritannien – hatten zuvor den sogenannten Snapback-Mechanismus zur Wiedereinführung der Sanktionen in Gang gesetzt, weil der Iran ihrer Ansicht nach gegen das Atomabkommen von 2015 verstösst.

Militärschlag gegen den Iran Sache der USA
Die internationale Gemeinschaft müsse ausserdem gemeinsam deutlich machen, dass sie solidarisch an der Seite des iranischen Volkes stehe, sagte Wadephul. Mit Rubio habe es dazu ein gemeinsames Verständnis gegeben. Deutschland und die USA wollten demnach darauf hinarbeiten, dass die G7-Staaten eine gemeinsame Erklärung abgeben.

Auf eine Frage nach einem möglichen militärischen Eingreifen der USA verwies Wadephul auf die Zuständigkeit der amerikanischen Regierung und des US-Präsidenten Donald Trump für entsprechende Entscheidungen. Es sei die Aufgabe der amerikanischen Regierung zu kommunizieren, ob und wann konkrete Massnahmen ergriffen würden. (sda/dpa)

22:59
Trump: Zollsatz von 25 Prozent auf Länder, die mit Iran Handel betreiben
Trump hat am Montagabend (Schweizer Zeit) bekannt gegeben, dass jedes Land, das Handel mit dem Iran betreibt, einen Zollsatz von 25 Prozent auf alle Geschäfte mit den USA zahlen müsse. Das schreibt er auf seiner Nachrichtenplattform Truth Social. Die Anordnung sei endgültig und bindend. (hkl)
20:18
Bericht: Mehr als 600 Demonstranten im Iran getötet
Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern knapp 650 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte am Montag die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 648.

«Gleichzeitig deuten unbestätigte Berichte darauf hin, dass mindestens mehrere hundert Menschen, einigen Schätzungen zufolge sogar mehr als 6.000, getötet worden sein könnten», schrieb die Organisation auf der Plattform X. Die Zahl der Festnahmen übersteige einigen Schätzungen mehr als 10.000, hiess es weiter.

Iranische Staatsmedien und Aktivisten berichteten in den vergangenen Tagen ausserdem über Dutzende Sicherheitskräfte, die bei den Unruhen getötet worden seien.

Alle Informationen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. (sda/dpa)

17:56
Iran: Botschafter europäischer Länder einbestellt
Der Iran hat nach Solidaritätsbekundungen europäischer Regierungschefs für die regierungskritischen Proteste nach eigenen Angaben Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien ins Aussenministerium einbestellt. In einer Mitteilung des staatlichen Rundfunks hiess es, man habe bei dem Treffen Videos der Unruhen gezeigt. Die «gewalttätigen Handlungen» hätten die Grenzen friedlicher Demonstrationen überschritten. Aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, der deutsche Botschafter sei einbestellt worden.

Auch das Aussenministerium in Paris bestätigte die Einbestellung des französischen Botschafters. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi habe mit den europäischen Botschaftern die aktuellen Entwicklungen in dem Land thematisiert. Die europäischen Botschafter hätten ihre Besorgnis nachdrücklich zum Ausdruck gebracht, hiess es in Paris.

Aus London gab es keine ausdrückliche Bestätigung für die Einbestellung. Aus Regierungskreisen hiess es lediglich, der Botschafter habe einen geplanten Termin im iranischen Aussenministerium in Teheran wahrgenommen. Die britische Aussenministerin Yvette Cooper hatte zuvor den Mut insbesondere der Demonstrantinnen gelobt. Das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Versammlungsfreiheit seien fundamentale Rechte, so Cooper. Sie fügte hinzu: «Der Ausübung dieser Rechte sollte niemals mit der Drohung mit Gewalt oder Repressionen begegnet werden.»

Teheran forderte eine Rücknahme der Solidaritätsbekundungen. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel. (sda/dpa)
16:36
Schweiz besorgt über Gewalt gegen Demonstrierende in Iran
Die Schweiz hat die iranischen Behörden dazu aufgefordert, der Gewalt gegen die Demonstrierenden ein Ende zu setzen. Die Menschenrechte und die grundlegenden Freiheiten aller Protestierenden seien zu gewährleisten, verlangte das Aussendepartement.

Die Schweiz verfolge die Festnahmen und Todesfälle im Zusammenhang mit den Demonstrationen «mit grosser Besorgnis», schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag auf der Plattform X. Bei den Massenprotesten sind nach Angaben von Aktivisten hunderte Demonstrierende getötet worden.

Ihr Schutzmachtmandat in Iran schränke die Schweiz nicht dabei ein, sich zu Fragen der Menschenrechte zu äussern, teilte das EDA auf Anfrage mit. Die Schweiz vertritt seit 1980 die Interessen der USA in Iran und wickelt in diesem Rahmen alle ihre konsularischen Angelegenheiten vor Ort ab.

Das Schutzmachtmandat geht auf die Geiselkrise von 1980 zurück. Die USA brachen damals die Beziehungen zum Iran ab, nachdem das Land die Islamische Republik ausgerufen hatte, Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt hatten und Mitarbeitende der US-Botschaft als Geiseln festhielten.

Auch in die andere Richtung vermittelt die Schweiz. Seit 1979 vertritt sie die iranischen Interessen in Ägypten und seit 2019 auch die iranischen Interessen in Kanada. Sie erfüllt damit eine Art Briefträgerfunktion für Staaten, die ihre Beziehungen ganz oder teilweise abbrechen.

Auch Europarats-Generalsekretär Alain Berset verurteilte die «tödliche Niederschlagung» der Proteste und rief zur Einhaltung des Völkerrechts sowie der Uno-Charta auf. «Regionale und globale Stabilität steht auf dem Spiel», schrieb der alt Bundesrat auf X. Er habe ein Treffen mit den Botschaftern der angrenzenden Europarats-Mitgliedsstaaten einberufen, um weitere Schritte zu besprechen. An den Iran grenzen die Türkei, Armenien und Aserbaidschan. (sda)
13:27
Iran wirft USA und Israel Einflussnahme auf Proteste vor
Die iranische Regierung hat ihren Erzfeinden Israel und den USA eine Einmischung in die landesweiten Demonstrationen vorgeworfen. «Wir sehen uns einem terroristischen Krieg seitens der Feinde der iranischen Nation gegenüber», sagte der Sprecher der Parlamentskommission für Nationale Sicherheit und Aussenpolitik, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Er sprach von einer Einflussnahme der beiden Länder und sagte, dass dafür «offene sowie verdeckte Belege» existierten.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. In den Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Hunderte Demonstranten sind nach Angaben von Aktivisten bereits getötet worden. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren. (sda/dpa)
10:25
Justizchef fordert Vergeltung
Irans Justizchef hat Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte und Polizisten gefordert.

«Es sollen entschlossene und wirksame Massnahmen zur Vergeltung für die getöteten Märtyrer und Opfer der jüngsten Unruhen ergriffen werden», sagte Gholam-Hossein Mohseni-Edschehi dem staatlichen Rundfunk zufolge. Wer Polizeikräfte angegriffen oder Einrichtungen der Sicherheitskräfte und städtische Infrastruktur attackiert habe, müsse vorrangig vor Gericht gestellt werden, sagte er.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Justiz «maximale Härte» im Umgang mit Demonstranten angekündigt. Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile. Im Herbst 2022 gingen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» landesweit Menschen auf die Strasse. Im Zusammenhang mit den Protesten liess der Staat anschliessend mindestens zwölf Personen hinrichten. (sda/dpa)
10:18
Regime mobilisiert Anhänger
Irans Regime hat als Reaktion auf die systemkritischen Massenproteste seine eigenen Anhänger mobilisiert.


Der englischsprachige Regime-Propagandasender Press TV zeigt die Regime-Anhänger.

Der staatliche Rundfunk veröffentlichte auf Telegram Ausschnitte aus dem TV-Programm, die Demonstrationen in mehreren iranischen Städten zeigen sollen. Teilnehmer schwenkten Flaggen und zeigten Bilder einiger der bei den Unruhen getöteten Sicherheitskräfte. (sda/dpa)
09:36
China ruft zur Nichteinmischung in Iran auf
China hat auf die Proteste in Iran und die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Eingreifen mit einem Appell zur Nichteinmischung reagiert. Mao Ning, Sprecherin des Aussenministeriums, sagte in Peking, China lehne eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ab und widerspreche der Anwendung oder Androhung von Gewalt in den internationalen Beziehungen.



«Schwierigkeiten überwinden»

Peking hoffe, dass Regierung und Bevölkerung Irans die aktuellen Schwierigkeiten überwinden und die nationale Stabilität wahren könnten. Zugleich betonte die Sprecherin auf Fragen von Journalisten, dass China die Lage aufmerksam beobachte. Berichte über verletzte oder getötete chinesische Staatsbürger lägen bislang nicht vor.

China und Irans Regime unterhalten seit Jahren eine enge wirtschaftliche und strategische Partnerschaft, die sich vor allem durch Handel und Energiebeziehungen auszeichnet, darunter den Export iranischen Öls nach China. (sda/dpa)
4:52
Trump: «Der Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln»
Der Iran hat die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump um neue Verhandlungen gebeten. Die iranische Führung habe ihn am Samstag angerufen, sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs Air Force One vor Journalisten. «Der Iran will verhandeln.» Man werde sich vielleicht mit Vertretern des Irans treffen, ein Treffen werde vorbereitet. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vor einem Treffen handeln, sagte Trump mit Blick auf die anhaltenden Proteste.

«Der Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln», sagte Trump. Sie seien es leid, von den USA geschlagen zu werden, sagte er – wohl mit Blick auf die israelischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, an denen sich im vergangenen Jahr auch das US-Militär beteiligt hatte.

Eine Journalistin fragte Trump im Flugzeug zunächst, ob der Iran möglicherweise erneut mit den USA über sein umstrittenes Atomprogramm verhandeln wolle. Im Anschluss fragte sie allerdings allgemein danach, ob der Iran verhandeln wolle. Trump führte in seiner Antwort nicht aus, worüber genau der Iran mit den USA Gespräche führen möchte.

Vor den Angriffen im Iran im vergangenen Jahr hatten Vertreter Teherans mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in indirekten Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm verhandelt. (con/sda/dpa)
4:22
Trump erwägt Hilfe für Proteste im Iran mit Satelliteninternet
Angesichts der Kommunikationsblockade im Iran erwägt US-Präsident Donald Trump, die Massenproteste in dem Land mit Satelliteninternet zu unterstützen. Auf die Frage einer Journalistin, ob er Starlink im Iran zugänglich machen werde, sagte der Republikaner, man werde darüber sprechen und das Internet wieder zum Laufen bringen, wenn das möglich sei. Trump erklärte später, er werde noch am Sonntagabend (Ortszeit) Tech-Milliardär Elon Musk anrufen. Dessen Firma SpaceX ist mit dem Dienst Starlink der weltweit bedeutendste Provider von Satelliteninternet.

Trump hatte den Teilnehmern der anhaltenden Massenproteste gegen die autoritäre Staatsführung in der Islamischen Republik Iran zuvor bereits mehrfach Unterstützung in Aussicht gestellt.

Die iranische Führung blockiert seit Donnerstag das Internet im Land, teils auch Telefonverbindungen. Damit will sie in der Regel die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Ausserdem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden. Eine Verbindung zur Aussenwelt wäre über das Starlink-Satellitensystem möglich, sofern die dafür notwendigen Terminals vorhanden sind.

Trump: Bekomme stündlich Berichte über Entwicklung im Iran
Der US-Präsident sagte vor Journalisten an Bord des Regierungsfluzeugs Air Force One auch, dass die Vereinigten Staaten die Lage im Iran sehr ernst nähmen. «Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen.» Trump gab an, stündlich Berichte zur Entwicklung im Iran zu bekommen.

Mehrere US-Medien hatten zuvor unter Berufung auf US-Beamte berichtet, dass Trump mögliche Militärschläge im Iran erwäge, aber auch Massnahmen, die kein direktes militärisches Eingreifen verlangten.

Der Iran hatte dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung mit Gegenschlägen gedroht, etwa auf Ziele wie US-Militärstützpunkte im Nahen Osten. Darauf angesprochen sagte Trump nun: «Wenn sie das tun, werden wir sie so hart treffen, wie sie noch nie zuvor getroffen wurden.» (sda/dpa)
3:47
Schah-Sohn ruft zu weitergehenden Protesten im Iran auf
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, ruft in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung im Iran zur nächsten Phase des Aufstands auf, «um die Islamische Republik zu stürzen». Neben der Besetzung zentraler Strassen in den Städten seien jetzt auch alle Institutionen, die für die Propaganda der Staatsführung und die Unterbrechung der Kommunikation verantwortlich seien, «legitime Ziele», erklärte er auf der Plattform X. Wegen der Internetsperre ist aber unklar, ob und in welchem Ausmass Menschen im Iran seine Forderungen überhaupt zu sehen bekommen.

Pahlavi rief zudem dazu auf, ausserhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die «schändliche Flagge der Islamischen Republik» gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war. Dessen prowestliche, aber ebenfalls repressive, Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verliess das Land mit seiner Familie und starb im Ausland.


Reza Pahlavi.

Neue Drohungen im Iran gegen Demonstranten
Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte zuvor der Protestbewegung vorgeworfen, eine Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte er laut Übersetzung des Propagandakanals Press TV.

Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen auf 186 Städte ausgeweitet. 483 Demonstranten seien getötet worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10'700 Menschen seien festgenommen worden. Man habe im Verlauf der vergangenen 24 Stunden eine «neue Welle» von Daten und Bildmaterial erhalten und prüfe dies, hiess es. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig prüfen.

Irans Behörden haben den Internetzugang für die Bevölkerung fast vollständig gesperrt, auch Telefonleitungen schienen teils nicht mehr zu funktionierten. (sda/dpa)
3:28
Hunderte Tote bei Protesten im Iran
Die Proteste im Iran gegen das Mullah-Regime halten an. Dieses geht mit massiver Gewalt gegen die Menschen vor. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bereits hunderten Toten. Das Internet wurde gesperrt. Die jüngsten Entwicklungen rund um Iran findest du hier in der Zusammenfassung:
2:42
UN-Generalsekretär schockiert über Gewalt gegen Demonstranten im Iran

UN-Generalsekretär António Guterres
appelliert an die iranischen Behörden, keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden. Das Recht auf freie Meinungsäusserung müsse uneingeschränkt geachtet werden, schrieb Guterres auf der Plattform X. Er sei «schockiert» angesichts der Berichte über Gewalt gegen Demonstranten, die in den vergangenen Tagen zu Todesfällen geführt hätte. Er forderte «maximale Zurückhaltung» der Sicherheitskräfte.

Ausserdem forderte Guterres, den Menschen im Land wieder den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Iranische Sicherheitsbehörden haben die Kommunikation im Land durch Internetsperren und blockierte Telefonleitungen stark eingeschränkt. So soll unter anderem der Kontakt zwischen Demonstranten verhindert werden. (sda/dpa)

16:33
Denkfabrik: Irans Führung verschärft Unterdrückung von Protesten
Die iranische Führung verschärft laut einer Analyse des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) die Unterdrückung von Protesten. «Das iranische Regime bezeichnet die Demonstranten nun nicht mehr als Randalierer, sondern als Terroristen», so das ISW. Das deute darauf hin, dass die Führung eine kompromisslose Haltung gegenüber den anhaltenden Protesten eingenommen habe.

«Das Regime wird wahrscheinlich seine Charakterisierung der Demonstranten als »Terroristen« nutzen, um ein weiteres hartes Vorgehen gegen die Proteste zu rechtfertigen», hiess es weiter. Es betrachte die Proteste zunehmend als militärisches Problem und nicht mehr als eine Frage der Strafverfolgung oder der Kontrolle von Menschenmengen.

Trotz der anhaltenden landesweiten Internetsperre finden laut der Denkfabrik im ganzen Land weiterhin Proteste statt. Seit dem 10. Januar um 0.00 Uhr Ortszeit seien 60 Proteste in 15 Provinzen registriert worden, von denen 25 mittelgross und acht gross waren. (sda/dpa)
15:21
Israels Armee: Würden auf iranischen Angriff mit Macht reagieren
Nach Irans Drohung, im Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der Protestbewegung auch mit Gegenschlägen auf Israel zu reagieren, sieht sich die dortige Armee vorbereitet. «Wir werden bei Bedarf in der Lage sein, mit Macht zu reagieren», teilte das israelische Militär mit.

Am Wochenende habe es wegen der Entwicklungen im Iran mehrere Lagebesprechungen gegeben, hiess es weiter. Israels Armee betonte zugleich: «Die Proteste sind eine interne iranische Angelegenheit.» Die Lage werde aber beobachtet.

US-Präsident Donald Trump hatte den Teilnehmern der Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert. Teheran drohte, jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als «legitime Ziele» führen, zitierte der arabische Sender Alaraby auf X Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf.

Vor gut einem halben Jahr hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA Ziele aus der Luft bombardiert, darunter Atomanlagen, militärische sowie zivile Einrichtungen in weiten Landesteilen. Irans Streitkräfte feuerten ballistische Raketen auf Israel. (sda/dpa)
14:01
Aktivisten: Mehr als 190 Demonstranten im Iran getötet
Iranische Aktivisten haben nach eigenen Angaben bislang die Namen von 192 getöteten Menschen bei den Massenprotesten im Land dokumentiert. Diese Zahl sei durch direkte Quellen oder mindestens zwei weitere unabhängige Quellen bestätigt worden, teilte Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo laut Übersetzung auf X mit.

Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA berichtete zuvor, dass bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Massenprotesten 116 Menschen getötet und mehr als 2.600 weitere festgenommen worden seien. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 185 Städten des Landes gegeben.

Die tatsächliche Zahl der Todesopfer dürfte jedoch höher liegen. Die iranischen Behörden haben den Zugang zum Internet für die Bevölkerung fast vollständig gesperrt. Menschen berichten auf X auch, dass Telefonleitungen nicht mehr funktionierten. Die Kommunikation mit der Aussenwelt ist nur über das Starlink-Satellitensystem möglich, sofern die dafür notwendigen Terminals illegal ins Land gebracht wurden.

Ein Nutzer schrieb auf Englisch auf X: «Die Massaker sind von grösserem Ausmass als alle Morde früherer Aufstände. Sie haben junge und alte Iraner niedergemäht wie Herbstblätter auf dem Boden.» Ein anderer berichtete: «Die Zahl der Leichen ist so hoch, dass sie im Innenhof aufgereiht wurden. Es wurden sehr viele Kühlcontainer für die Leichen herbeigeschafft. Die Menschen kommen, um sie zu identifizieren. Sie legen den Personalausweis auf die Leiche, machen ein Foto und weisen einen Code zu.»

Ein weiterer Nutzer zitierte den Polizeichef des Landes, der behauptet habe, dass die getöteten Menschen aus nächster Nähe erschossen oder erstochen worden seien, was bedeute, dass nicht die Polizei sie getötet habe.

Nach Angaben des iranischen, englischsprachigen Propagandakanals Press TV sollen in der Stadt Isfahan 30 Sicherheitskräfte bei Protesten getötet worden sein.

Alle Informationen können derzeit nicht unabhängig überprüft werden. (sda/dpa)
12:29
Schah-Sohn ändert Botschaft an Protestbewegung
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung gemässigtere Töne angeschlagen. «Ich bitte Sie alle, sich mit Ihren Freunden und Familienangehörigen in Gruppen auf die Hauptstrassen der Städte zu begeben. Trennen Sie sich unterwegs nicht voneinander oder von der Menschenmenge und nehmen Sie keine Seitenstrassen, die Ihr Leben gefährden könnten», sagte Pahlavi laut einer englischen Übersetzung seiner Rede, die auf X veröffentlicht wurde.

Am Samstag hatte der im Exil in den USA lebende Pahlavi noch zu landesweiten Streiks aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen. Er forderte ausserdem Demonstranten dazu auf, zentrale Plätze in Städten zu besetzen und zu kontrollieren. Wegen einer fast vollständigen Internetsperre im Iran ist nicht bekannt, ob und in welchem Ausmass Menschen seinem Aufruf gefolgt sind.

Kritiker: Aufruf brachte Demonstranten in Gefahr

Ein Kritiker schrieb auf Englisch auf X, Pahlavi hätte in seiner Erklärung zu Disziplin und Gewaltlosigkeit aufrufen sollen. Sein Aufruf, «die Zentren der Städte zu erobern und zu kontrollieren», bringe Demonstranten in Gefahr. Angesichts der zu erwartenden Reaktion der schiesswütigen iranischen Behörden halte er diesen Ansatz für unverantwortlich.

Aus seinem Exil heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der Opposition. Viele Menschen im Iran setzen ihre Hoffnungen auf Unterstützung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Massenprotesten ertönte auch der Slogan «Lang lebe der König» – ein direkter Hinweis auf Pahlavi. Dessen aktueller Erfolg sei jedoch weniger seinen Führungsqualitäten zu verdanken, schrieb der iranische Kritiker Sadegh Sibakalam, sondern vielmehr der Unfähigkeit, Misswirtschaft sowie den Fehlentscheidungen der Staatsführung geschuldet. (sda/dpa)

11:19
Iran: Proteste sollen US-Militäraktion provozieren
Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf wirft der Protestbewegung im Land vor, die Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte Qalibaf laut Übersetzung des iranischen Propagandakanals Press TV.

Der Parlamentssprecher bezeichnete die seit Tagen anhaltenden Massendemonstrationen gegen die iranische Führung als einen von den USA inszenierten terroristischen Krieg gegen das Land. Teilnehmer an «Terrorakten» würden mit Gewalt verfolgt und die bei den Unruhen Festgenommenen bestraft. (sda/dpa)
9:41
Zugang zum Internet im Iran weiter blockiert
Die iranische Führung blockiert das Internet wegen der landesweiten Massenproteste den vierten Tag in Folge. Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks teilte am Morgen auf der Plattform X mit, die Internetsperre dauere nun seit mehr als 60 Stunden an. Es handele sich dabei um Zensur und stelle eine direkte Bedrohung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Iraner dar.

Eine iranische Nutzerin schrieb auf X: «Ich habe es gerade so geschafft, mich mit Starlink (Satelliteninternet) ins Internet einzuloggen. Die Lage im Iran ist äusserst seltsam. Wir haben absolut keinen Zugang zu irgendetwas.» Auch das Online-Banking funktioniere kaum. SMS-Nachrichten könnten nicht gesendet oder empfangen werden, normale Telefonate funktionierten kaum. «Selbst die regierungseigenen Messaging-Apps wie Baleh und Eitaa haben das Versenden von Nachrichten deaktiviert.»

Durch die Internetsperren will die iranische Führung in der Regel die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Ausserdem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden. Die Massnahme schürt zudem die Sorge, dass die Führung in Teheran wie schon bei vergangenen Protesten das Blackout nutzen könnte, um die Demonstrationen brutal niederzuschlagen.

Trotz der nahezu vollständigen Internetsperre gab es nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRNA mit Sitz in den USA am Samstagabend erneut Demonstrationen in 185 Städten des Landes. Die Zahl der bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Massenprotesten getöteten Menschen stieg demnach auf 116. (sda/dpa)

8:41
Bericht: Iran droht mit Gegenangriff auf Israel und US-Basen
Der Iran droht dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung gegen die autoritäre Staatsführung mit Gegenschlägen. Jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als «legitime Ziele» führen, zitierte der arabische Sender Alaraby auf X Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert.

«Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!», hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Wie die Hilfe aussehen soll, ist unklar. Die «New York Times» meldete unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen über neue Optionen für Militärschläge im Iran informiert worden. Er erwäge ernsthaft, seine Drohung wahrzumachen, das Land wegen der Unterdrückung der Proteste anzugreifen. (sda/dpa)
17:53
Von der Leyen fordert Freilassung iranischer Demonstranten
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fordert die sofortige Freilassung aller festgenommenen Demonstranten im Iran und die vollständige Wiederherstellung des Internetzugangs in dem Land. «Die Strassen Teherans und Städte auf der ganzen Welt hallen wider von den Schritten iranischer Frauen und Männer, die Freiheit fordern», schrieb die deutsche Politikerin in sozialen Netzwerken.

Europa stehe fest an ihrer Seite und verurteile die gewaltsame Unterdrückung der legitimen Demonstrationen auf das Schärfste. Man verlange, dass die Grundrechte in dem Land endlich geachtet würden. Es gehe um die Freiheit der Meinungsäusserung, die Versammlungsfreiheit, die Reisefreiheit und vor allem um das Recht, frei zu leben. (sda/dpa)
15:48
Schah-Sohn ruft zu landesweitem Streik im Iran auf
Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat aus seinem Exil in den USA zu landesweiten Streiks im Iran aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen, erklärte Pahlavi auf der Plattform X. Ziel sei es, die finanziellen Lebensadern zu schwächen und den Unterdrückungsapparat in die Knie zu zwingen.

Pahlavi rief ausserdem für Samstag und Sonntag um 18.00 Uhr (Ortszeit/15.30 MEZ) zu Demonstrationen auf. Dabei gehe es nicht nur darum, auf die Strassen zu gehen, sondern zentrale Plätze in Städten zu besetzen und zu halten.

Aus seinem Exil heraus beansprucht Pahlavi eine Führungsrolle in der Opposition. Im Iran gibt es seit Jahren keine politische Kraft mehr, die von den Demonstranten als glaubwürdige Opposition anerkannt wird. Viele Menschen im Land setzen daher ihre Hoffnungen auf Unterstützung aus dem Ausland. Bei den aktuellen Massenprotesten ertönte auch der Slogan «Lang lebe der König» – ein direkter Hinweis auf den im Exil lebenden Sohn des früheren Schahs.

Pahlavis aktueller Erfolg sei weniger seinen Führungsqualitäten zu verdanken, schrieb der iranische Kritiker Sadegh Sibakalam, sondern vielmehr der Unfähigkeit, Misswirtschaft sowie den Fehlentscheidungen der Staatsführung geschuldet. (sda/dpa)

10:57
Iran: Regierung spielt Massenproteste herunter
Die iranische Führung hat die landesweiten Massenproteste heruntergespielt. In den meisten Städten des Landes habe Ruhe geherrscht, erklärte ein Sprecher im Staatsfernsehen, wie laut Übersetzung aus einem Video der Nachrichtenagentur des staatlichen iranischen Rundfunkverbundes, Iribnews, hervorgeht.

Weiter hiess es, laut Berichten aus dem Einsatzgebiet hätten «bewaffnete Terroristen» zwar erneut versucht, die öffentliche Sicherheit in verschiedenen Städten zu stören. Dank des Eintreffens der Sicherheitskräfte und der starken Präsenz der Bevölkerung sei es aber zu keinen bewaffneten Angriffen gekommen. In der Stadt Qazvin hätten Menschen die Aktionen «bewaffneter Terroristen» scharf verurteilt. (sda/dpa)

Das Wichtigste

  • Im Iran kommt es seit dem Jahreswechsel zu heftigen Protesten gegen das Mullah-Regime. Auslöser war der Zerfall der iranischen Währung Rial sowie die seit langem andauernde Repression im Land.
  • Das Regime hat das Internet gesperrt und geht mit grosser Gewalt gegen die Demonstrierenden vor. Menschenrechtsorganisationen sprechen von über 3000 Toten seit Protestbeginn.
  • US-Präsident Donald Trump hat den Protestierenden Hilfe in Aussicht gestellt. Wie diese aussehen soll, ist nicht klar. Das Mullah-Regime droht den USA bei einem Eingreifen mit Gegenschlägen.
  • Im Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza kam es im Oktober 2025 zu einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die Lage ist aber weiter fragil.
  • Zuletzt häuften sich Berichte, wonach sowohl die Hamas als auch Israel Vorbereitungen für neuerliche Kämpfe treffen.

Die Folgen des Kriegs in Gaza:

Liebe Userinnen und User

Wir werden in Liveticker-Artikeln die Kommentarfunktion nicht mehr öffnen. Dies, weil sich die Gegebenheiten jeweils so schnell verändern, dass bereits gepostete Kommentare wenig später keinen Sinn mehr ergeben. In allen andern Artikeln dürft ihr weiterhin gerne in die Tasten hauen.
Vielen Dank fürs Verständnis, Team watson

(red)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Rückblick auf das Jahr nach dem 7. Oktober
1 / 32
Rückblick auf das Jahr nach dem 7. Oktober
7. OktoberIm Morgengrauen des jüdischen Feiertags Simchat Tora startet die islamistische Terrororganisation Hamas einen Grossangriff auf das umliegende Gebiet in Israel. Mehrere Tausend Raketen werden aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Mehrere tausend Terroristen überwinden die Grenzbefestigungen und töten an einem Musikfestival und in mehreren Ortschaften wahllos Soldaten und vor allem Zivilisten. Bild: Ein Zimmer in einem Haus im Kibbuz Kfar Aza nach dem Angriff der Hamas. ... Mehr lesen
quelle: keystone / abir sultan
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Letzte Aufnahme von Sinwar
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
USA ziehen sich aus 66 Organisationen zurück – was «America first» für Genf bedeutet
Die Regierung von Donald Trump wendet sich von zahlreichen internationalen Organisationen ab. Das hat auch Konsequenzen für die Schweiz.
«America first»: So lautet einer der zentralen Pfeiler der politischen Ideologie von US-Präsident Donald Trump. Diese drückt sich unter anderem in einer Abneigung gegenüber der Zusammenarbeit mit anderen Ländern im Rahmen von internationalen Organisationen aus.
Zur Story