US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. «Wir werden sehr hart reagieren», sagte er am Dienstag dem Sender CBS News. Trump machte keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. Am Mittwoch erklärte er dann, die USA hätten die Information erhalten, dass es im Iran keine Pläne für Hinrichtungen gebe. «Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören», sagte der Republikaner im Weissen Haus. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.
Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut zwei Wochen drohte Trump dem Iran auch mehrfach mit einem Eingreifen der USA, falls Demonstranten getötet würden.
Iran erneuert Vorwurf angeblicher Einmischung von aussen
Der iranische Aussenminister erneuerte bei Fox News seinen Vorwurf, dass ausländische «terroristische Elemente» für die Eskalation bei den Protesten verantwortlich seien. Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor.
Tatsächlich wurden die Massenproteste im Iran von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und grosser Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran ausgelöst. Irans Sicherheitsapparat schlägt die Massenproteste brutal nieder.
Iran spricht von Hunderten Todesopfern
Aussenminister Araghtschi sagte, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten. Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet. Die Gruppe wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegen könnte. Tausende Demonstranten sollen festgenommen worden sein. (sda/dpa)
