Mit dieser Einberufung wollte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zum Ausdruck bringen, dass man solche Gewalt nicht verstehe und noch nie so viele Tote in so wenigen Tagen gesehen habe, wie Monika Schmutz Kirgöz dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS erklärte. Sie ist Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA) im EDA.
Ihrer Aussage zufolge hat die iranische Regierung bestätigt, dass es seit Beginn der Protestbewegung «mehr oder weniger 2500 Tote» gegeben habe, während die in Norwegen ansässige Nichtregierungsorganisation Iran Human Rights (IHR) von fast 3500 getöteten Demonstranten spricht. Das sei «in so wenigen Tagen beispiellos», sagte die Diplomatin.
Die Schweiz hatte die iranischen Behörden bereits am Montag dazu aufgefordert, der Gewalt gegen die Demonstrierenden ein Ende zu setzen. Die Menschenrechte und die grundlegenden Freiheiten aller Protestierenden seien zu gewährleisten.
Die Schweiz vertritt seit 1980 die Interessen der USA im Iran. Laut Schmutz Kirgöz ist der Kommunikationskanal offen und wird genutzt. «Wir wiederholen auch immer wieder auf beiden Seiten, dass wir zur Verfügung stehen», betonte die Verantwortliche des EDA.
In einem Telefongespräch mit dem Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, bot auch der Sonderbeauftragte des Bundesrates für die USA, Gabriel Lüchinger, die Guten Dienste der Schweiz an, um zu einer Deeskalation beizutragen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur DPA vom EDA. (sda)
