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Die Charly's Bar in Bad Ischl will fortan «asylantenfrei» sein.
symbolbild

Reaktion auf Kölner Übergriffe: Österreichische Bar ist fortan «asylantenfrei»

Charly's Bar in Oberösterreich hat nach Belästigungs-Vorkommnissen neue Türregeln: «Wir sind jetzt wieder asylantenfrei». Die Facebook-Schlacht zwischen «Nazis» und «linksfaschistischen Gutmenschen» nimmt ihren Lauf – doch ob die Geschichte dahinter stimmt, ist sehr zu bezweifeln.



In Bad Ischl steht Charly's Bar, die Karin Siebrecht-Janisch gehört. Sie beklagte sich, dass sie seit November immer wieder Probleme mit einer Gruppe von Männern hatte: «Sie begrapschen und begaffen unsere weiblichen Gäste». Sie, das seien 25 bis 30 Asylbewerber. Und diese seien auch der Grund, weshalb die jungen Frauen nun der Bar fernblieben. Also habe sie reagiert: 

«Wir sind ab sofort asylantenfrei, verlangen Eintritt und haben einen Security-Mann. Ich muss meine Gäste schützen.»

Siebrecht-Janisch gegenüber der Bezirksrundschau

Die neuen Regeln hat die Bar-Chefin auf Facebook und Twitter verbreitet, was für reichlich Empörung sorgte. Viele fühlten sich an «judenfreie Zonen» zu Zeiten der Nazis erinnert. 

Der Facebook-Post ist mittlerweile gelöscht. 

«Frechheit, dass man sowas beschliesst. Werden Ausländer bei euch mit Aufnähern markiert?»

Facebook-Post

Daraufhin löschte Janisch den Post und berichtigte ihre Antwort. Allerdings empfanden die meisten Leute die Formulierung «Es geht nicht um Ausländer, bin ja selber mit einem verheiratet. Es geht um die jetzigen Flüchtlinge / Asylanten» auch nicht als viel gelungener. 

Die Wirtin bekam aber auch Zustimmung aus der rechten Ecke:

«War zu erwarten, dass die linksfaschistischen Gutmenschen hier Radau machen ...»

Facebook-Post

Alles nur erfunden? 

Der Polizei liege keine Anzeige über die Vorfälle in der Charly's Bar vor, sagte ein Sprecher gegenüber der «Bezirksrundschau». Und nicht nur das. Die Beamten gehen sogar von einer Nachahmungsgeschichte aus, die sich an den schrecklichen Überfällen auf Frauen in Köln orientiert:

«Wir glauben nicht, dass das stimmt. Wir haben noch keine Anzeige – und normalerweise wird so etwas angezeigt.»

Sprecher der Bad Ischler Polizei

Die Bar-Besitzerin wehrt sich gegen diese Darstellung: Sie habe die Belästigungen selbst gesehen – «und zwar schon vor den Ereignissen in Köln», schrieb Janisch und kritisierte: «Solange es keine ernsten Folgen gibt, macht ja die Polizei in solchen Fällen nichts.»

Gegenüberstellung ohne Erfolg

Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, lud die Bad Ischler Sozialstadträtin Ines Schiller die Gastromin und zwei ihrer Mitarbeiter in die Flüchtlingsunterkunft ein, in der die Männer wohnen. Sie sollten diejenigen identifizieren, die an den angeblichen Übergriffen beteiligt waren.

«Wir tolerieren so ein Verhalten sicher nicht und würden das sofort abstellen, wenn uns gesagt wird, wer das gewesen sein soll.»

Sozialstadträtin Ines Schiller

Offenbar konnte aber keiner der Asylbewerber eindeutig identifiziert werden.

Da aber Janisch die Sozialstadträtin Schiller auf Facebook der Lüge bezichtigte, fand ein weiteres Gespräch zwischen den zwei Damen statt. 

Das wiederum liess Ines Schiller nicht auf sich sitzen: Die Beamtin intervenierte und liess sich von Barbesitzerin Janisch versprechen, ihren Facebook-Post zu berichtigen. Bis anhin ist das aber noch nicht passiert. Und auch auf ihrer «asylantenfreien» Bar verharrt die Janisch weiterhin.

Ob diese Posse aus der österreichischen Provinz damit beendet ist, muss sich erst noch zeigen.

(rof via BezirksrundschauHeute)

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