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Was flüchtenden Kindern auf der Balkanroute droht

Schläge, Missbrauch, Drogen: Was flüchtenden Kindern auf der Balkanroute droht

13.09.2022, 07:5013.09.2022, 07:50

Kinder auf der Flucht über die Balkanroute in Richtung der EU sind nach einem Bericht der Organisation Save the Children häufig Schlägen, sexuellem Missbrauch und anderen Formen der Gewalt durch Erwachsene ausgeliefert.

FILE - In this Thursday, Aug. 27, 2015 photo, a child is helped cross from Serbia to Hungary through the barbed wire fence near Roszke, southern Hungary. Round the clock, thousands of refugees cross d ...
Flüchtende Kinder sind auf der Balkanroute oft schutzlos. (Archivbild)Bild: AP/AP

Es gebe ein enormes Ausmass von Gewalt und einen eklatanten Mangel an Schutzvorkehrungen für minderjährige Geflüchtete in Europa, teilte die Kinderrechtsorganisation zur Veröffentlichung des Berichts «Wo wir auch hingehen, tut uns jemand Gewalt an» am Dienstag mit.

Grundlage des Reports sind ausführliche Interviews mit 48 Kindern im Alter von 13 bis 19 Jahren in den Nicht-EU-Ländern Serbien und Bosnien-Herzegowina. Sie seien im Schnitt bereits seit vier Jahren auf der Flucht gewesen.

«Schockierende Gewalt durch Polizei und Grenzschutz»

Save the Children macht vor allem die Europäische Union für die Erfahrungen der Kinder verantwortlich. «Weil sich Europa auf die Abschreckung von Ankommenden konzentriert, sind Kinder schockierender Gewalt durch Polizei und Grenzschutz ausgesetzt – Gewalt, die ungestraft bleibt», sagte Direktorin Ylva Sperling.

Die EU und die Regierungen müssten unverzüglich handeln. «Sie sollten Kindern auf der Flucht den Zugang zu sicheren, geregelten und legalen Migrationsrouten ermöglichen.»

Vor allem unbegleitete Kinder auf der Flucht seien gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden, hiess es. Viele müssten im Freien übernachten oder «mit fremden Erwachsenen in heruntergekommenen Gebäuden hausen – unter der ständigen Gefahr, geschlagen oder sexuell misshandelt zu werden».

Insbesondere allein reisende Jungen, die deutlich häufiger ohne Begleitung unterwegs sind als Mädchen, seien einem erheblichen Risiko ausgesetzt, Opfer sexueller Gewalt zu werden. Viele Kinder und Jugendliche kompensierten das Erlebte mit Alkohol und Drogen. Zudem gebe es viele Fälle von Selbstverletzungen bis zu versuchten Selbsttötungen. (sda/dpa)

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Sommaruga auf der griechischen Flüchtlingsinsel Lesbos
Video: srf
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