International
Migration

Johnson und Kagame preisen Asyl-Pakt – Menschenrechte waren kein Thema

Johnson und Kagame preisen umstrittenen Asyl-Pakt an – Menschenrechte waren kein Thema

23.06.2022, 22:0723.06.2022, 22:07

Der britische Premierminister Boris Johnson und Ruandas Präsident Paul Kagame haben bei einem Treffen am Donnerstag in der ruandischen Hauptstadt Kigali ihren Asyl-Pakt gelobt. Wie der britische Regierungssitz Downing Street am Donnerstag mitteilte, «priesen» die beiden Politiker das Abkommen, das «gefährliche Schlepperbanden bekämpft und gleichzeitig Menschen die Chance gibt, ein neues Leben in einem sicheren Land aufzubauen».

Kein Thema sei hingegen die Einhaltung der Menschenrechte in Ruanda gewesen, sagte ein Regierungssprecher in London. Man ermutige das Land jedoch die Werte des Commonwealth einzuhalten.

Die im April geschlossene Vereinbarung sieht vor, dass illegal nach Grossbritannien eingereisten Menschen der Zugang zu einem Asylverfahren versagt wird. Stattdessen sollen die Migranten – gleich welcher Nationalität – nach Ruanda geschickt werden und dort Asyl beantragen.

Die britische Regierung erhofft sich davon, dass Menschen von der gefährlichen Überfahrt über den Ärmelkanal in kleinen Booten abgeschreckt werden. Einen ersten Flug mit Asylsuchenden nach Ruanda hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte vergangene Woche aber per einstweiliger Verfügung gestoppt. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Cassis trifft in London Boris Johnson und die Queen
1 / 10
Cassis trifft in London Boris Johnson und die Queen
Bundesrat Ignazio trifft sich am 28.04 in London mit dem britischen Premierminister Boris Johnson.
quelle: keystone / andy rain
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Grossbritannien: TV-Debatte ohne Boris Johnson
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
8 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8
Mehr Sumpf geht nicht: Wie es zum dubiosen IRS-Deal mit Trump kam
Trumps Fonds zur Entschädigung von sogenannten politischen Justizopfern während Joe Bidens Präsidentschaft wurde am Freitag von einer Richterin auf Eis gelegt. Recherchen der «New York Times» und des «Wall Street Journals» zeigen nun, dass der höchst umstrittene Deal von einem kleinen Anwaltszirkel ohne richterliche Aufsicht ausgehandelt wurde. Besonders ein Anwalt sticht dabei hervor.
Am 1. Januar 2026 veröffentlichte Sonderermittler Jack Smith seinen Report zu den Anstrengungen, das Resultat der Präsidentschaftswahlen 2020 zu kippen. Darin werden neben Donald Trump sechs Mitverschwörer als Haupttäter genannt. Die Namen sind nicht explizit aufgeführt. Deshalb existieren wilde Spekulationen – primär über den sechsten Mitverschwörer. Einer der Hauptverdächtigen dafür ist der US-Russe Boris Epshteyn. Er wurde im Zusammenhang mit den Ereignissen nach den Wahlen 2020 in Arizona wegen Urkundenfälschung, Betrug und Verschwörung angeklagt und plädiert auf unschuldig.
Zur Story