International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
U.S. musician Bob Dylan performs during on day 2 of The Hop Festival in Paddock Wood, Kent on June 30th 2012. REUTERS/Ki Price/Files

Bob Dylan wird dem Nobelpreis für Literatur geehrt. Bild: KI PRICE/REUTERS

Blowin' In The Wind: Bob Dylan erhält den Literatur-Nobelpreis



Grosse Überraschung: Der US-amerikanische Sänger und Songwriter Bob Dylan erhält den Literaturnobelpreis 2016. Er wird für seine poetischen Neuschöpfungen in der grossen amerikanischen Song-Tradition geehrt, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekannt gab.

Play Icon

100 Songs von Bob Dylan. Video: YouTube/finetunes Folk

Es passt, dass der grösste Songschreiber des vorigen Jahrhunderts als erster Popmusiker den Literaturnobelpreis erhält. Mit seinen höchst anspruchsvollen Liedtexten galt Bob Dylan bei vielen schon lange als reif für diese Premiere. Nun sprang die Jury über ihren Schatten.

Seit 20 Jahren immer wieder nominiert

Rund 20 Jahre lang wurde Bob Dylan mit schöner Regelmässigkeit für den Nobelpreis vorgeschlagen, doch stets ging der Dauerbrenner unter den Kandidaten leer aus. Zu gewagt erschien es offenkundig der Jury, einem Musiker – und sei es auch der berühmteste Songschreiber überhaupt – die höchste Literaturauszeichnung der Welt zuzuerkennen. Nun hat sie sich getraut. Diesmal haben die favorisierten Romanautoren und Dramatiker das Nachsehen.

«Blowin' In The Wind» und «Like A Rolling Stone» gehören zu Bob Dylans berühmtesten Stücken. Der Musiker feierte im Mai seinen 75. Geburtstag.

«Amerika wandelte sich. Ich ahnte eine schicksalhafte Wendung voraus und schwamm einfach mit dem Strom der Veränderung.»

Bob Dylan

Von einigen Skeptikern abgesehen, dürften die meisten gut 50 Jahre nach Dylans Karrierestart anerkennen, dass der Autor von Folk-, Blues- und Rock-Lyrik wie «Masters Of War», «Like A Rolling Stone» oder «Visions Of Johanna» ein würdiger Preisträger ist. Den Pulitzer-Preis für «lyrische Kompositionen von ausserordentlicher poetischer Kraft» hatte er ja bereits.

Seinen Ruf als Revolutionär der Folk- und Rockmusik erwirbt sich Dylan schon Anfang der 60er Jahre, als er die Zeichen einer unruhigen Zeit richtig deutet. Seinen Start als Singer-Songwriter beschreibt er später in der literarisch anspruchsvollen Autobiografie «Chronicles» (2004) so: «Amerika wandelte sich. Ich ahnte eine schicksalhafte Wendung voraus und schwamm einfach mit dem Strom der Veränderung.»

Inspiration von Homer, der Bibel oder Brecht

Der als Robert («Bobby») Allen Zimmerman geborene junge Mann aus Duluth/Minnesota benennt sich vermutlich nach einem literarischen Idol um, dem walisischen Dichter Dylan Thomas. Der Erfolg stellt sich mit dem Song «Blowin' In The Wind» (1963) ein. Wütende Lieder wie «Masters Of War» oder «A Hard Rain's A-Gonna Fall» qualifizieren Dylan für die weltweite Jugend- und Protestbewegung.

Das könnte dich auch interessieren:

Danach mutiert er zum Rockmusiker mit elektrischer Gitarre, komponiert und textet Mitte, Ende der 60er Jahre Album- und Songklassiker in Serie. Seine mit Metaphern, Symbolen und Anspielungen durchsetzten Lyrics sind von beispielloser Qualität.

Seinem deutschen Biografen Heinrich Detering zufolge beziehen sich die Songtexte des Amerikaners «auf Dichtungen unterschiedlichster Zeitalter und Kulturen: von der Bibel und Homers »Odyssee« über die Dichtungen der römischen Kaiserzeit (Ovid, Vergil, Juvenal), die mittelalterlichen Mysterienspiele und Shakespeares Dramen bis zur amerikanischen Romantik, den französischen »poètes maudits« und dem Theater Bertolt Brechts».

(whr/sda/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blobb 14.10.2016 01:54
    Highlight Highlight Ein paar Jahrzehnte zu spät und der falsche Preis war es meiner Meinung nach auch. Er hätte den Friedens-Nobelpreis verdient. Der geht sowieso zu oft an Politiker. Obama haben sie, obwohl es gut gemeint war, auch mehr geschadet als geholfen.
    Das Komitee sollte sich auf die Wissenschaft konzentrieren und gesellschaftliche Ehrungen anderen überlassen. Ist halt nicht so sexy, leider.
  • Ratchet 13.10.2016 20:06
    Highlight Highlight Sorry, aber das ist eine Ohrfeige für jeden seriösen Schriftsteller. Dylan ist zwar ein grandioser Musiker mit überdurchschnittliche Songtexte, doch seine Werke sind ohne Musik in der Literaturwelt von keiner Bedeutung.

    Die Nobelpreise für Frieden und Literatur verkommen immer mehr zur Farce und die Leute klatschen dem munter zu. Beide Preise dienen heute hauptsächlich als PR Stunt, um mit der Auszeichnung einer berühmten Person ein bisschen Aufmerksamkeit auf die Verleihung zu ziehen. (Siehe selbst: Bereits 3 Artikel auf watson, während die anderen knapp einmal erwähnt wurden.)
  • Aufwecker 13.10.2016 16:32
    Highlight Highlight Bob Dylan war ein Illuminati-Satanist, also hebt ihn nicht in den Himmel.

    Wers nicht glaubt, soll googeln - Bob Dylan + Illuminati - Ihr werdet schockiert sein.
    • Volande 13.10.2016 21:56
      Highlight Highlight HAHAHA! Made my day! Und jetzt geh schlafen, Aufwecker. Wir Reptiloiden werden sonst arg traurig, und dann scheissen wir Chemtrails in queeren Regenbogenfarben, um damit die Schafshirne derer zu beeinflussen, die nicht an Xavier Naidoo glauben. Tschühüüss!
  • Saraina 13.10.2016 16:15
    Highlight Highlight Es gibt sie noch, die guten Nachrichten! Und angesichts der Stunden, die ich damit zubrachte mich durch den einen oder anderen Roman des einen oder anderen Preisträgers zu quälen, kann ich jetzt einfach mal wieder "Blonde on Blonde" auflegen! Yeah!
  • Lezzelentius 13.10.2016 14:08
    Highlight Highlight Hätte lieber Murakami gesehen und muss sagen, dass einem Sänger - Bob Dylan und seine Lieder in allen Ehren - den Nobelpreis zu geben etwas despektierlich ist gegenüber Schriftstellern und der Literatur selbst.

    Einseitige Liedtexte sind keine Literatur und das ganze wirkt etwas grotesk, wenn man daran denkt, dass Leute wie Hesse den Literaturpreis erhalten haben.

    Ich mag Bob Dylan wirklich sehr, aber ich würde nie behaupten, er sein ein Vertreter guter Literatur.
    • Kyle C. 13.10.2016 14:32
      Highlight Highlight Klar, Murakami wäre auch OK gewesen. Aber wenn man auf die vermeintlichen Ursprünge der Literatur zurückschaut, waren das im Grunde genommen auch nichts anderes als Gesänge (Homer). Wenn man dann noch die Tragweite seiner Texte betrachtet, v.a. auch im politischen Kontext, sehe ich kein Problem mit dieser Preisvergabe.
    • Dr. Zoidberg 13.10.2016 14:39
      Highlight Highlight echt jetzt? despektierlich ggü leuten wie elfriede jelinek oder herta müller? hast du von den preisträgern der letzten jahre mal was gelesen?

      endlich mal kein ostkufnukischer poet, der in wortreichen und blumigen elegien das schicksal der frauen der letzten südöstlichen tschwurbelnomaden beklagt, sondern jemand, der mit seinen texten eine ganze generation beeinflusst hat.

      ob man seine musik mag oder nicht, ist ja ein ganz anders thema.
    • Volande 13.10.2016 14:50
      Highlight Highlight Dylan hat vielleicht nicht die beste Stimme, aber Hesse's Gejammer ist nicht mal geschrieben erträglich
    Weitere Antworten anzeigen
  • dr.nonsens 13.10.2016 13:31
    Highlight Highlight Im ernst? Ich bin für eine frische jury... aber wahrscheinlich wird dylan jetzt noch weiter in den himmel gelüpft und alle applaudieren. Nervz mich grad bitzeli.
    • JoeyOnewood 13.10.2016 14:54
      Highlight Highlight Öhm, Argumente Hr. Dr. Nonsense? Bestreitest du die lyrische Qualität seiner Texte? Und wer soll denn bitte in den Himmel gelobt werden, wenn nicht Bob Fucking Dylan
    • dr.nonsens 14.10.2016 10:55
      Highlight Highlight Siehste... meinte ich doch. So viele blitze. 😂
    • dr.nonsens 14.10.2016 11:02
      Highlight Highlight Eben keine argumente... brauchts nicht immer. Ist halt doch geschmacksache! Auch wenn die im literaturclub grad diese woche etwas anderes behauptet haben. Und ich persönlich mag dylan nicht... ist doch nix verkehrt dran, oder?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 13.10.2016 13:18
    Highlight Highlight Whow! Eine echte Überraschung, aber hochverdient für diesen Menschen, der mit seinen Texten meine Generation geprägt hat! Meine herzlichste Gratulation a Robert Zimmerman, wie Dylan mit bürgerlichem Namen heisst!

Reggae ist Unesco Weltkulturerbe! Darauf stossen wir an mit diesen 30 HAMMER-TRACKS

Eben, im Unesco World Heritage Center in Paris: 

One Love. One Heart.

SO WAS VON.

Jawohl, am Donnerstag wurde Reggae Music of Jamaica offiziell als Unesco-Weltkulturerbe bestätigt. UND DARAUF STOSSEN WIR AN! Mit rum and coke, selbstredend, und mit den folgenden 30 (ja, DREISSIG!) grossartigen Reggae-Tracks! Hits, Obskuritäten ... Hammer-Tracks allesamt:

Klar. Fangen wir an mit dem King. Und eine gute Message erst recht. 

Komm', bringen wir gleich noch einen:

Oder hier, zum Tanzen:

Okayyyy nun …

Artikel lesen
Link to Article