DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Suu Kyi (erneut) zu vier Jahren Haft verurteilt – wegen Walkie-Talkies und Corona-Verstoss

10.01.2022, 09:4110.01.2022, 13:54

In Myanmar hat ein Gericht die entmachtete faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi zu weiteren vier Jahren Haft verurteilt. Der 76-Jährigen waren der Import und Besitz eines Funkgerätes und ein Verstoss gegen Corona-Bestimmungen vorgeworfen worden, wie mit dem Gerichtsverfahren vertraute Quellen am Montag berichteten. Im Zusammenhang mit dem Funkgerät soll sie Telekommunikations- sowie Import-Export-Gesetze missachtet haben.

Aung San Suu Kyi muss für längere Zeit hinter Gitter.
Aung San Suu Kyi muss für längere Zeit hinter Gitter.Bild: keystone

Da der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, ist Suu Kyis Reaktion auf die Urteile nicht bekannt. Es ist auch unklar, ob sie tatsächlich eine Haftstrafe antreten muss oder unter Hausarrest bleiben wird. Suu Kyi wurde Anfang Februar festgenommen. Der Prozess hatte Mitte Juni in der Hauptstadt Naypyidaw begonnen.

Die 76-Jährige war bereits Anfang Dezember in zwei anderen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zunächst zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Wenige Stunden später gab die Militärjunta aber bekannt, das Strafmass auf zwei Jahre zu verkürzen. Die Justiz wirft Suu Kyi weitere Vergehen vor, darunter Korruption. Insgesamt drohen ihr laut Experten bis zu 100 Jahre Haft.

Suu Kyi als «politische Geise des Militärs»

Beobachter und Menschenrechtsexperten sprechen von einem Schauprozess und vermuten, dass die Junta die beliebte Politikerin auf diese Weise langfristig zum Schweigen bringen will.

«Die Militärjunta von Myanmar setzt sich rücksichtslos über die Menschenrechte aller hinweg.»

Dies teilte Phil Robertson von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Montag mit. Wieder einmal sei Suu Kyi «in die Rolle einer politischen Geisel des Militärs, das sich unerbittlich durch Einschüchterung und Gewalt an der Macht halten will, zurückversetzt worden». Suu Kyi hatte bereits in der Vergangenheit insgesamt 15 Jahre unter Hausarrest gestanden. 2016 wurde sie faktische Regierungschefin.

Seit dem Umsturz versinkt das südostasiatische Land im Chaos. Die Junta unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Gewalt. Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind bereits mehr als 1400 Menschen getötet und rund 11'000 festgenommen worden. (yam/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Frau dreht Aerobic-Video in Myanmar – und filmt versehentlich Militärputsch

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zweite Journalistin binnen einer Woche in Tijuana erschossen

Zum bereits dritten Mal im neuen Jahr ist in Mexiko eine Journalistin getötet worden – zum zweiten Mal in Tijuana. Lourdes Maldonado wurde am Sonntag in ihrem Auto in der Stadt an der US-Grenze erschossen, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Baja California mitteilte.

Zur Story