Abgesagte Nahost-Reisen: Wer im Kriegsfall zahlen muss
Bei abgesagten oder gestörten Pauschalreisen in den Nahen Osten infolge der Kriegslage müssen Reisende zusätzliche Kosten oft selbst tragen. Reiseveranstalter seien bei sogenannter höherer Gewalt zwar zur Unterstützung verpflichtet, haften aber nicht für Ausfälle oder Mehrkosten, schreibt der Schweizer Reise-Verband in einer Mitteilung am Montag auf seiner Internetseite.
Konkret müssten Veranstalter Hilfe bei der Rückreise organisieren und bei Bedarf etwa verlängerte Hotelaufenthalte ermöglichen. Die vertragliche Leistungspflicht bleibe bestehen. Entstünden jedoch wegen Flugausfällen oder der Sicherheitslage Zusatzkosten – etwa für alternative Flüge oder längere Aufenthalte –, müssen diese grundsätzlich die Reisenden selbst übernehmen.
Ob eine Reiseversicherung einspringe, hänge vom Einzelfall ab. Könnten geplante Reisen wegen Sicherheitsrisiken gar nicht stattfinden, müssten Veranstalter Kundinnen und Kunden informieren sowie Umbuchungen oder kostenlose Stornierungen anbieten.
Emirate und Saudi-Arabien zahlen
Kulant zeigten sich bislang die Vereinigten Arabischen Emirate. Sie übernehmen nach Behördenangaben die Kosten für Unterkünfte von gestrandeten Passagieren im Land. Dies gelte für «alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere». Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben nach bereits rund 20'200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten.
In Saudi-Arabien teilte das Aussenministerium mit, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.
Nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran und dessen Vergeltungsschlägen im Nahen Osten kam es zu grossflächigen Luftraumsperrungen und Reisewarnungen für mehrere Staaten in der Region. Das Schweizer Aussendepartement gab nicht nur Reisewarnungen für Israel und den Iran aus. Es rät seit dem Wochenende offiziell auch von touristischen und nicht dringenden Reisen nach Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate ab. (sda/awp)
