International
Naher Osten

Schon wieder: Mann erpresst in Bankfiliale im Libanon das eigene Geld

Schon wieder: Mann erpresst in Bankfiliale im Libanon das eigene Geld

16.09.2022, 11:2816.09.2022, 11:56

Zum dritten Mal innerhalb einer Woche hat ein Mann im Libanon bei einem Banküberfall sein eigenes Geld gefordert. Medien berichteten am Freitag, er habe mit seinem Sohn in der südlibanesischen Stadt Ghazieh in einer Bankfiliale eingefrorene Ersparnisse erpresst.

Wegen der schweren Wirtschaftskrise im Land kommt derzeit ein Grossteil der Libanesen nicht an ihr erspartes Geld heran. Bei dem Vorfall in Ghazieh hätten die Täter den Berichten zufolge rund 19'000 US-Dollar an einen Komplizen übergeben, der sich damit aus dem Staub machte. Vater und Sohn seien danach festgenommen worden.

Bereits vor zwei Tagen hatte eine Frau mit einer Waffenattrappe eine Bank in der Hauptstadt Beirut gestürmt, Geiseln genommen und etwa 13'000 Dollar aus ihrem eigenen Depot erhalten. Mit dem Geld sollte ihre krebskranke Schwester behandelt werden. Im Südosten Beiruts fand am selben Tag ein Überfall statt.

Im August hatte ein bewaffneter Mann in einer Bank über Stunden mehrere Geiseln festgehalten und gedroht, sich mit Benzin anzuzünden, sollten ihm seine Ersparnisse nicht ausgezahlt werden. Berichten zufolge hatte er rund 200'000 US-Dollar auf seinem Konto und brauchte Geld, um die Behandlung seines Vaters in einem Krankenhaus bezahlen zu können.

Das Land an der Levante leidet seit fast drei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Grosse Teile der Bevölkerung sind in Armut abgerutscht. Die nationale Währung hat mehr als 90 Prozent ihres Wertes verloren. Weil sie früher fest an den Dollar gekoppelt war, haben viele Libanesen Konten in der US-Währung. Da dem Land jedoch die Devisenvorräte ausgehen, können die Libanesen nur noch sehr begrenzt US-Dollar von ihrer Bank abheben. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12
Hochrangiger Mönch in Sri Lanka wegen mutmasslicher Vergewaltigung verhaftet
Ein buddhistischer Mönch, der zu den einflussreichsten religiösen Würdenträgern Sri Lankas gehört, ist wegen des mutmasslichen sexuellen Missbrauchs eines 15-jährigen Mädchens verhaftet worden.
Der Venerable Pallegama Hemarathana Thero bekleidet eine der angesehensten Positionen in der buddhistischen Welt: Er ist oberster Hüter von acht heiligen Stätten in Sri Lanka. Am Samstag wurde er in einem Privatspital in Colombo verhaftet, wo er sich in Behandlung befand. Ein Richter ordnete seine Überführung in das Gefängniskrankenhaus von Colombo an und erliess zudem ein Ausreiseverbot.
Zur Story