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Nancy Pelosi in Madrid: Die Anführerin des US-Repräsentantenhauses nimmt mit einer Delegation von demokratischen Abgeordneten und Senatoren am Klimagipfel teil.
Nancy Pelosi in Madrid: Die Anführerin des US-Repräsentantenhauses nimmt mit einer Delegation von demokratischen Abgeordneten und Senatoren am Klimagipfel teil.
Bild: EPA

Klimagipfel startet mit dringenden Appellen – Pelosi: «Wir sind noch dabei»

02.12.2019, 17:21

Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern weltweit spürbar. Was auf dem Spiel steht, wird auch beim Auftakt der 25. Uno-Klimakonferenz in Madrid deutlich. Die Unterhändler haben zwei schwierige Wochen vor sich.

Die Zeit drängt, Millionen Menschen demonstrieren - aber die Staaten handeln langsam: Mit eindringlichen Rufen nach mehr Klimaschutz hat am Montag die 25. Uno-Klimakonferenz begonnen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, sagte in Madrid, der «Krieg gegen die Natur» müsse beendet werden. «Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.»

196 Staaten, darunter die Schweiz, und die EU verhandeln in den kommenden zwei Wochen darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderwärmung eingedämmt werden kann. Die Aktivisten von Fridays for Future und anderen Klimaschutzbewegungen dürften ihnen genau auf die Finger schauen.

Ehrgeizigere Ziele nötig

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte in Madrid: «Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.» Von der Leyen will die Ziele der EU zum Einsparen von Treibhausgasen für 2030 verschärfen - 2050 soll die europäische Wirtschaft unterm Strich sogar klimaneutral sein.

Bis 2020 sollen alle Staaten ehrgeizigere Pläne zur Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstosses vorlegen, dafür sollen in Madrid die notwendige Unterstützung und auch Druck aufgebaut werden.

Weitere Knackpunkte der auf zwölf Tage angesetzten Verhandlungen sind Hilfen für die Entwicklungsländer bei der Bewältigung klimabedingter Schäden sowie konkrete Regeln zur Einbeziehung des Emissionszertifikatehandels in die internationalen Klimaschutzbemühungen.

4 Grad mehr bei Business as usual

Zurzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, die sie am Leben erhalten, beklagte Guterres. Vor allem die Länder mit dem grössten Treibhausgas-Ausstoss müssten mehr tun. Trotz gegenteiliger Versprechen sei während der vergangenen zehn Jahre der Ausstoss von Treibhausgasen jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen.

Die bisherigen Klimaschutzpläne der Staaten reichen bei Weitem nicht, um die Erderwärmung wie 2015 in Paris vereinbart auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Geht es weiter wie bisher, könnten es bis Ende des Jahrhunderts stattdessen im Mittel knapp 4 Grad mehr sein.

Auch die USA sind in Madrid dabei, obwohl US-Präsident Donald Trump ihren Ausstieg aus dem Pariser Abkommen eingeleitet hat. Die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, sicherte als Leiterin einer Delegation von Demokraten des US-Kongresses zu: «Wir sind noch dabei. Die Vereinigten Staaten sind noch dabei.»

Laut Vertrag ist der frühest mögliche Zeitpunkt, an dem die USA aussteigen kann, der 4. November 2020. Während das Weisse Haus beim Klimaschutz auf die Bremse steht, treiben zahlreiche US-Städte und Bundesländer den Kampf gegen den Klimawandel weiterhin voran.

Fatale Folgen der Erderwärmung

Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, der koreanische Klimaökonom Hoesung Lee, sagte, die fatalen Folgen der Erderwärmung kämen schneller und massiver als angenommen, etwa beim Anstieg der Meeresspiegel und der Erwärmung der Ozeane. Es seien Veränderungen der Lebens- und Wirtschaftsweise ungekannten Ausmasses nötig. «Wir sind nicht einmal ansatzweise dabei, den Klimawandel zu bekämpfen.»

Den Vorsitz des diesjährigen Klimagipfel hat die chilenische Umweltministerin Carolina Schmidt, denn eigentlich hätten die Verhandlungen in Chile stattfinden sollen.

Wegen der regierungskritischen Proteste dort sprang Spanien als Gastgeber ein. «Nur wenn wir Seite an Seite stehen, wenn wir zusammenarbeiten, können wir wirklich die grösste Herausforderung angehen, die weltweit auf uns zukommt: den Klimawandel», sagte Schmidt.

Der neue EU-Ratsvorsitzende, der Belgier Charles Michel, sagte, die Menschheit erleide zurzeit den Klimanotstand. Die Ressourcen des Planeten seien über Gebühr ausgebeutet worden. «Wir haben den Planten in die Knie gezwungen», sagte er. (sda/dpa/afp)

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