International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08039664 Speaker of the House Nancy Pelosi attends a press conference during the UN Climate Change Conference COP25 in Madrid, Spain, 02 December 2019. The UN Climate Change Conference COP25 runs from 02 to 13 December 2019 in the Spanish capital.  EPA/JAVIER LIZON

Nancy Pelosi in Madrid: Die Anführerin des US-Repräsentantenhauses nimmt mit einer Delegation von demokratischen Abgeordneten und Senatoren am Klimagipfel teil. Bild: EPA

Klimagipfel startet mit dringenden Appellen – Pelosi: «Wir sind noch dabei»



Der Klimawandel ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern weltweit spürbar. Was auf dem Spiel steht, wird auch beim Auftakt der 25. Uno-Klimakonferenz in Madrid deutlich. Die Unterhändler haben zwei schwierige Wochen vor sich.

Die Zeit drängt, Millionen Menschen demonstrieren - aber die Staaten handeln langsam: Mit eindringlichen Rufen nach mehr Klimaschutz hat am Montag die 25. Uno-Klimakonferenz begonnen.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, sagte in Madrid, der «Krieg gegen die Natur» müsse beendet werden. «Wenn wir nicht schnell unseren Lebensstil ändern, gefährden wir das Leben an sich.»

196 Staaten, darunter die Schweiz, und die EU verhandeln in den kommenden zwei Wochen darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderwärmung eingedämmt werden kann. Die Aktivisten von Fridays for Future und anderen Klimaschutzbewegungen dürften ihnen genau auf die Finger schauen.

Ehrgeizigere Ziele nötig

Die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versicherte in Madrid: «Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.» Von der Leyen will die Ziele der EU zum Einsparen von Treibhausgasen für 2030 verschärfen - 2050 soll die europäische Wirtschaft unterm Strich sogar klimaneutral sein.

Bis 2020 sollen alle Staaten ehrgeizigere Pläne zur Reduzierung ihres Treibhausgas-Ausstosses vorlegen, dafür sollen in Madrid die notwendige Unterstützung und auch Druck aufgebaut werden.

Weitere Knackpunkte der auf zwölf Tage angesetzten Verhandlungen sind Hilfen für die Entwicklungsländer bei der Bewältigung klimabedingter Schäden sowie konkrete Regeln zur Einbeziehung des Emissionszertifikatehandels in die internationalen Klimaschutzbemühungen.

4 Grad mehr bei Business as usual

Zurzeit zerstöre die Menschheit wissentlich die Ökosysteme, die sie am Leben erhalten, beklagte Guterres. Vor allem die Länder mit dem grössten Treibhausgas-Ausstoss müssten mehr tun. Trotz gegenteiliger Versprechen sei während der vergangenen zehn Jahre der Ausstoss von Treibhausgasen jährlich im Schnitt um 1,5 Prozent gestiegen.

Die bisherigen Klimaschutzpläne der Staaten reichen bei Weitem nicht, um die Erderwärmung wie 2015 in Paris vereinbart auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Geht es weiter wie bisher, könnten es bis Ende des Jahrhunderts stattdessen im Mittel knapp 4 Grad mehr sein.

Auch die USA sind in Madrid dabei, obwohl US-Präsident Donald Trump ihren Ausstieg aus dem Pariser Abkommen eingeleitet hat. Die Frontfrau der US-Demokraten, Nancy Pelosi, sicherte als Leiterin einer Delegation von Demokraten des US-Kongresses zu: «Wir sind noch dabei. Die Vereinigten Staaten sind noch dabei.»

Laut Vertrag ist der frühest mögliche Zeitpunkt, an dem die USA aussteigen kann, der 4. November 2020. Während das Weisse Haus beim Klimaschutz auf die Bremse steht, treiben zahlreiche US-Städte und Bundesländer den Kampf gegen den Klimawandel weiterhin voran.

Fatale Folgen der Erderwärmung

Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, der koreanische Klimaökonom Hoesung Lee, sagte, die fatalen Folgen der Erderwärmung kämen schneller und massiver als angenommen, etwa beim Anstieg der Meeresspiegel und der Erwärmung der Ozeane. Es seien Veränderungen der Lebens- und Wirtschaftsweise ungekannten Ausmasses nötig. «Wir sind nicht einmal ansatzweise dabei, den Klimawandel zu bekämpfen.»

Den Vorsitz des diesjährigen Klimagipfel hat die chilenische Umweltministerin Carolina Schmidt, denn eigentlich hätten die Verhandlungen in Chile stattfinden sollen.

Wegen der regierungskritischen Proteste dort sprang Spanien als Gastgeber ein. «Nur wenn wir Seite an Seite stehen, wenn wir zusammenarbeiten, können wir wirklich die grösste Herausforderung angehen, die weltweit auf uns zukommt: den Klimawandel», sagte Schmidt.

Der neue EU-Ratsvorsitzende, der Belgier Charles Michel, sagte, die Menschheit erleide zurzeit den Klimanotstand. Die Ressourcen des Planeten seien über Gebühr ausgebeutet worden. «Wir haben den Planten in die Knie gezwungen», sagte er. (sda/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Geopolitik

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

147
Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

15
Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

53
Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

15
Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

60
Link zum Artikel

Geopolitik

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

147
Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

15
Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

53
Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

15
Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

60
Link zum Artikel

Toter Pottwal mit 100 Kilogramm Müll im Magen entdeckt

Abonniere unseren Newsletter

20
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andre Buchheim 02.12.2019 23:44
    Highlight Highlight Wir können unseren Planeten nicht unfähigen Politikern überlassen, die sich einer übermächtigen unwilligen Wirtschaft gegenüber sehen, der es nur um Profit geht. Eine uneinige Menschheit steht einem einigen Markt gegenüber, dem jedes Mittel, jedes Verbrechen recht ist, wenn es nur den Gewinn maximiert.
    Menschheit, einige Dich aus Liebe zu Mutter Erde.
    Entziehen wir uns jedem übermäßigen Konsum. Stehen wir gemeinsam ein für die Zukunft der Zivilisation und unserer Kinder. Wenn jeder sein möglichstes tut, können wir die Welt heilen. Packen wir es an!
  • M.Corleone 02.12.2019 21:02
    Highlight Highlight 1995: Berlin
    1996: Genf
    1997: Kyoto
    1998: Buenos Aires
    1999: Bonn
    2000/2001: Den Haag und Bonn
    2001: Marrakesch
    2002: Neu-Delhi
    2003: Mailand
    2004: Buenos Aires
    2005: Montreal
    2006: Nairobi
    2007: Bali
    2008: Posen
    2009: Kopenhagen
    2010: Cancún
    2011: Durban
    2012: Doha
    2013: Warschau
    2014: Lima
    2015: Paris
    2016: Marrakesch
    2017: Bonn
    2018: Katowice
    2019: Madrid

    Alle Jahre wieder ...
    Benutzer Bild
    • Maedhros Niemer 03.12.2019 07:54
      Highlight Highlight Die Liste ist eindrücklich lang und es stimmt mich erdrückend traurig, dass schon so viel geredet und so wenig gemacht wurde.

      Was hat die Staatengemeinschaft im Augenblick? Irgendwelche Klimaziele (definiert durch Erwärmung und CO2 Ausstoss) in naher Zukunft und erste Meldungen, dass sogar diese Ziele langsam aber sicher nicht mehr erreicht werden können, weil einfach nichts getan wird.
      Es ist zum Mäuse melken!
    • D(r)ummer 03.12.2019 12:59
      Highlight Highlight 2008: Posen


      Ja, posen und lächeln tun sie noch heute.
  • hämpii 02.12.2019 20:21
    Highlight Highlight "196 Staaten, darunter die Schweiz, und die EU verhandeln in den kommenden zwei Wochen darüber, wie das Pariser Klimaabkommen verwirklicht und die Erderwärmung eingedämmt werden kann." Zumindest der Schweiz ist ja klar wie man dieses Ziel erreichen wird. Mit dem Kauf von CO2 Kompensationszertifikaten... Ich hoffe ja schwer das die politischen Veränderungen in den letzten Wochen Wirkung zeigen. Diese klimabezogene Lethargie muss ein Ende haben!
  • Spooky 02.12.2019 20:14
    Highlight Highlight Warten auf Greta
  • Locutus70 02.12.2019 19:13
    Highlight Highlight Politikerschaulaufen und rauskommen tut eh wieder nix. Wenn ich schon lese das China und Indien bis 2030 quasi einen Freibrief haben (immerhin 32 % des weltweiten CO-Ausstoßes).
    Im Moment habe ich eh den Eindruck, das es da mehr ums Geschäfte machen geht als um wirklichen Klimaschutz.
    So wird das nix
    • Wynona 02.12.2019 20:06
      Highlight Highlight Kauf nichts mehr aus China... ist das so schwer zu verstehen? Wir Konsumenten machen China zur CO2 Schleuder!
    • Maedhros Niemer 02.12.2019 22:02
      Highlight Highlight @Locutus70
      Ich glaube auch, dass es ums Geschäft geht.
      Die an den Konferenzen beteiligten Nationen können sich auf kein Modell einigen, wie ganz viel Geld gescheffelt werden kann mit Zertifikaten und Abgaben. Es scheint momentan eher um Prozente und "Wo wird was" angerechnet zu gehen in den Verhandlungen.
      (Ausgenommen einige pazifische Inselnationen, die wirklich am untergehen sind☹️😭)
    • E7#9 02.12.2019 22:04
      Highlight Highlight „Kauf nichts mehr aus China... ist das so schwer zu verstehen?“

      @Wyona: Sorry, aber du verstehst es nicht ganz. Man kann kann China nicht einfach boykottieren. Die Hälfte der Teilchen des Gerätes, mit welchem du deinen Kommentar schreibst, kommt aus China. Sowie Teile deines Fernsehers, Kaffeemaschine bis hin zu Kleinigkeiten wie Mutter und Schrauben, die dein Sofa oder Bett zusammenhalten. Die Welt ist halt ein klein wenig komplexer, als du sie dir vorstellst.
    Weitere Antworten anzeigen
  • stevemosi 02.12.2019 19:01
    Highlight Highlight Dass es bereits die 25igste UNO-Klimakonferenz ist, in relation zu den immer grösserem Alarmzeichen, sagt eingentlich schon alles über unsere Politiker.
  • Maedhros Niemer 02.12.2019 18:54
    Highlight Highlight Also ich finde es braucht unbedingt Klimagipfelgipfel, an denen besprochen und eventuell sogar Absichtserklärungen geschrieben werden, was eigentlich an den Klimagipfeln erreicht werden soll!


    (1. Bisschen zynisch
    2. Sorry, wirr formuliert)
    • Locutus70 02.12.2019 20:19
      Highlight Highlight @Maedhros Niemer - sehr schön geschrieben. So kommt es mir auch vor ^^
  • Chrigi-B 02.12.2019 18:26
    Highlight Highlight Ein weiterer Gipfel bei dem nichts rauskommen wird. Die Politiker und die anderen Teilnehmer reisen, dinieren, saufen und schwadronieren auf Kosten des Steuerzahlers. Ausser ein paar netten Tweets und Selfies nichts gewesen.

    PS: Es ist beinahe 2020, niemand muss heute noch über den Atlantik fliegen um an einer solchen Konferenz teilzunehmen. Videokonferenz würde völlig genügen und sogar Co2 sparen 👍🏻
    • Wiedergabe 02.12.2019 21:53
      Highlight Highlight Und Chrigi, wie würden sie den Planeten retten wollen? Noch andere Vorschläge ausser Videokonferenzen?
    • Chrigi-B 02.12.2019 22:44
      Highlight Highlight Jup.

      Kastration der Pflanzen-, Tier und Landschaftsschutzfetischisten.

      100% Subvention über 10 Jahre für Ersatz von Ölheizungen + Isolierung von bestehenden Gebäuden.
      - Klimaneutrale Neubauten erhalten Steuerzückerli

      Aufhebeung aller Behinderungen für Solaranlagen.

      NFC Chipung jedes PKW's, V12 zahlt 100.- pro Liter Benzin

      PKWabgabe über V5 min. 20'000 CHF/Jahr

      Steuerguetzli für Unternehmen und Privatpersonen die ihren Co2 Ausstoss vermindern.

      Gelder für Klimagrundlagenforschung + Genderscheiss streichen und nur noch für technischen Fortschritt (Verringerung CO2) sprechen.

      usw.....
    • Mizzi 03.12.2019 05:10
      Highlight Highlight Hmmm dann wird dein Postli Bilett aber ein teurer Spass wenn mind. 20000 für den Motor fällig werden 😜

      Ergänzen möchte ich aber noch folgende Punkte:

      - massive Vergrösserung der Waldflächen
      - neues Bauland begrenzen.
      - die Vorschriften, um in die Höhe bauen zu können, lockern.
      - Umbauten und Erhaltung an bestehenden Gebäuden fördern
      - die Verwendung von Holz als Baustoff fördern und die Schaffung von privaten Betonbauten über den politischen Weg erschweren.
      - Wer einen SUV oder Geländewagen fahren will, muss begründen können, dass für ihn so ein Gefährt notwendig ist.
  • Halb Wissen 02.12.2019 17:35
    Highlight Highlight Schön das sich alle einig sind. Nur dringend nötige Entscheidungen fällt fast niemand.
    FFF, Danke für euren Einsatz, bleibt dran!

Drogenlabor explodiert – deutscher Rapper meldet sich mit halbem Schädel zurück

Vor fast drei Jahren sprengte er aus Versehen sein Tonstudio in die Luft – jetzt meldet sich der deutsche Rapper Dr. Knarf zurück.

Und wie: Auf Facebook postete der heute 34-jährige Niko Brenner ein Video, das die Folgen seines Unfalls zeigt. Brenner sitzt im Rollstuhl, ist halbseitig gelähmt und da, wo normalerweise die rechte Hirnhälfte wäre, ist: nichts.

«Bin noch am Leben, die Hände sind auch noch da. Ich mach' auch noch Mukke», meldet sich Brenner. Rund 40 Prozent seiner Haut waren nach …

Artikel lesen
Link zum Artikel