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Brennender Frachter hat 500 statt nur 25 E-Autos an Bord – Lage stabil

Brennender Frachter hat 500 statt nur 25 E-Autos an Bord – die Lage in 5 Punkten

Am dritten Tag des bedrohlichen Feuers auf dem Autofrachter vor der niederländischen Küste gibt es noch keine Aussicht auf eine Bergung des Schiffes. Das Wichtigste in 5 Punkten.
28.07.2023, 13:3422.08.2023, 14:21
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Wie ist die aktuelle Lage?

Die Lage sei stabil, sagte eine Sprecherin der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der Brand habe nachgelassen, und die Temperatur sei gesunken. Doch noch immer könnten Bergungsspezialisten nicht an Bord, und auch die Gefahr einer Umweltkatastrophe sei nicht gebannt.

epa10770010 The cargo ship Fremantle Highway is on fire in the North Sea north of Ameland, the Netherlands, 26 July 2023. A fire broke out overnight on 26 July on the Fremantle Highway, a freighter wi ...
Das brennende Frachtschiff «Fremantle Highway».Bild: keystone

Was ist jetzt mit den E-Autos?

An Bord der «Fremantle Highway» befinden sich etwa 500 elektrische Autos und damit weitaus mehr als die 25, die bisher gemeldet wurden. Das berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf das Unternehmen K Line, das die «Fremantle Highway» gechartert hatte. Insgesamt befinden sich auf dem Schiff 3783 Autos.

Unklar ist, was das für die Entwicklung des Feuers bedeutet. Die Batterien von E-Autos sind schwieriger zu löschen. Möglicherweise war auch ein E-Auto der Brandherd. Aber das ist noch nicht bestätigt.

Wann ist das Feuer ausgebrochen?

Das Feuer war in der Nacht zum Mittwoch auf dem Autodeck des unter der Flagge von Panama fahrenden Schiffes ausgebrochen. Es war unterwegs von Bremerhaven nach Singapur und lag zu dem Zeitpunkt etwa 30 Kilometer nördlich der Wattenmeerinsel Ameland. Die Besatzung war evakuiert worden. Dabei war ein Mensch ums Leben gekommen.

Am Donnerstag war das brennende Schiff leicht nach Westen bis auf die Höhe von Terschelling abgedriftet. Dort liegt es jetzt etwa 17 Kilometer im Norden der Insel.

Wie soll das Feuer gelöscht werden?

Am Freitag sollte ein Flugzeug der Küstenwache Aufnahmen machen und die Temperatur kontrollieren. Experten des Bergungsunternehmens wollten einen Plan erstellen, wie das Schiff abzuschleppen sein könnte. Die Gefahr einer Umweltkatastrophe vor allem für das besonders geschützte Wattenmeer, wenn der Frachter sinkt, kentert oder auseinanderbricht, besteht nach wie vor. An der «Fremantle Highway» liegt vorsorglich ein Spezialschiff für Schweröl-Räumung.

Die Küstenwache machte keine Angaben dazu, wie lange das Schiff dem Feuer und der Hitze standhalten kann. Die Seitenwände kühle man nicht mehr, da zu viel Meerwasser ins Schiff gelangt sei. Dadurch könne der Frachter instabil werden und möglicherweise kentern, sagte die Sprecherin.

Wieso ist das Löschen von Schiffsbränden so schwierig?

Dass die Bekämpfung von Bränden auf Schiffen besonders schwierig ist, sagte der Leiter der Spezialeinsatzgruppe Schiffssicherung der Hamburger Feuerwehr, Dirk Flocke, der Deutschen Presse-Agentur. Man habe es immer mit Metallen zu tun, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit haben, heisse Luft und Rauchgase könnten kaum abziehen, die Gänge seien eng und in Schiffen gebe es gefährliche Stoffe.

Hinzu komme die Ladung. Das Löschen eines Autotransporters sei besonders problematisch. Die Decks seien dicht an dicht mit Fahrzeugen voll gestellt. Da könne man mit einem Schlauch nicht zum Brandherd vordringen. Nach Ansicht des Experten ist es nicht von Bedeutung, ob Elektroautos beteiligt sind. (saw/sda/dpa)

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33 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Joe Smith
28.07.2023 14:28registriert November 2017
Man weiss nicht, was die Brandursache war, die Feuerwehr sagt, E-Autos seine kein grösseres Problem als Benziner, aber egal: Seit der allerersten Meldung wird konsequent immer das E-Auto thematisiert. Und dann wundert man sich dann, warum Mythen und Vorurteile so schwer auszurotten sind.
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ChriLu14
28.07.2023 14:54registriert Mai 2022
Scheinbar reduziert sich die Berichterstattung auf die Tatsache, dass bzw wieviel E-Autos an Board waren, statt auf die Tatsache, dass nur unzureichende Sicherheitsmassnahmen an Board getroffen wurden.
So mancher Gegner vo E-mobilität fühlt sich jetzt zu höherem berufen ..
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