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Nordkorea

Du kannst jetzt als Individualtourist nach Nordkorea reisen

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Das Touristengebiet in Wonsan in Nordkorea.Bild: EPA KCNA

Du kannst jetzt als Individualtourist nach Nordkorea reisen – doch es gibt ein paar Haken

29.01.2025, 16:2429.01.2025, 17:32
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Fünf Jahre waren die Grenzen wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun kann aber bald wieder nach Nordkorea gereist werden. Die ersten Reiseveranstalter planen schon Touren.

«Bisher durfte man nur in einer Gruppe und nicht als Einzeltourist einreisen und sich auch nicht frei bewegen», sagt Martin Fritz, freier Journalist, zu SRF. Auch beim Verlassen des Hotels durfte man bisher nur mit einem Führer unterwegs sein.

Diese Orte sind für den Tourismus geöffnet

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Blick auf Samjiyon: In Nordkorea kann man auch Skifahren.Bild: EPA KCNA

Nun darf die Stadt Samjiyon auch als Individualtourist besucht werden. Diese wurde extra für Touristinnen und Touristen gebaut.

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Samjiyon: das Gebiet extra für Touristinnen und Touristen.Bild: EPA KCNA

Im Ressort dürfen sich die Gäste frei bewegen, sobald sie dieses verlassen, brauchen sie einen Führer. Die Stadt liegt 15 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt.

«Im Winter kann man da Ski fahren, im Sommer wandern», sagt Fritz.

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Samjiyon, verpackt unter einer Schneedecke.Bild: EPA KCNA

Geplant sei auch ein weiterer Ferienort. Der an einer Küste gelegene Ort Wonsan soll auch einen eigenen Flughafen bekommen.

Fritz gibt als Grund für die extra gebauten Feriendestinationen an: «Die neue Strategie von Kim Jong Un zielt darauf ab, dass die Touristen sich in eigenen Resorts aufhalten, um die Kontakte zur nordkoreanischen Bevölkerung einzuschränken.»

Das kosten die Ferien

In Rason im Nordosten des Landes kosten drei Nächte plus zwei Übernachtungen davor und danach in Peking inklusive Inlandflüge ca. 1200 Franken pro Person.

Die Nachfrage bei Reiseveranstaltern wie «Koryo Tours» ist tatsächlich gross. Andere Buchungsmöglichkeiten gibt es aber auch nicht.

Kim Jong Uns Gründe

Der nordkoreanische Diktator wolle mit den Touristenstädten neue Einnahmen generieren. Fritz denkt zudem, Kim Jong Un möchte sein Land als «normal» hinstellen und zeigen, dass es auch schöne Gebiete, funktionierende Infrastruktur und gutes Essen gebe.

North Korean leader Kim Jong Un and his daughter Kim Ju Ae visit the newly built Kalma coastal tourist area in Wonsan, North Korea, December 29, 2024, in this photo released by North Korea's offi ...
Kim Jong Un mit seiner Tochter am Strand von Wonsan im Dezember 2024.Bild: KCNA

Gemäss Fritz sei Nordkorea aber nicht an Massentourismus interessiert. Das Angebot sei klein. Neben der Kontrolle der Touristinnen und Touristen und der Abschottung vor der Bevölkerung wolle man möglichst hohe Preise verlangen.

Für diese Menschen sind die Ferien geeignet

Gemäss Fritz sind die Ferien in Nordkorea vor allem bei Russen beliebt. Dies begründet er so: «In der Türkei oder in Europa werden russische Touristinnen und Touristen zurzeit schnell mal angepöbelt wegen des Krieges von Russland gegen die Ukraine. Das brauchen sie in Nordkorea natürlich nicht zu fürchten.»

Für «befreundete Nationen» wie China sind die Grenzen bereits geöffnet.

Für westliche Touristinnen und Touristen sei das Angebot dagegen eher nicht geeignet. Ausser, man sei politisch an dem Land interessiert oder möchte ein Land sehen, das schwer zugänglich sei. Einige Menschen haben auch das Ziel, jedes Land einmal besucht zu haben.

Beachtet werden muss, dass Nordkorea immer risikobehaftet bleibt. 2016 wurde ein Student der Spionage beschuldigt. Er starb in Haft unter mysteriösen Umständen.

Für Bürger aus Südkorea ist es weiterhin verboten, in das Land einzureisen. Auch einige Länder wie die USA verbieten es ihren Bürgern, Nordkorea zu besuchen. (kek)

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Kim Jong Un reitet auf dem heiligen Paektu
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Kim Jong Un reitet auf dem heiligen Paektu
Kim Jong Un reitet auf dem höchsten Berg Paektu auf einem weissen Pferd. (Alle Bilder: KCNA)
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Video: srf
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22 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Nix sagen
29.01.2025 16:38registriert August 2020
Habe null Verständnis für Leute welche dort ihr Geld ausgeben. Was ja wirklich direkt in die Taschen, des vermutlich schlimmsten Regime welches es aktuell gibt, wandert.
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FACTS
29.01.2025 17:15registriert April 2020
Beim Wandern einfach nicht zu weit spazieren, wer weiss schon, was passiert, wenn man die schöne Tourizone beim Erkunden verlässt.

Könnte dann schnell die Stornierung der Rückreise geben. Oder die Rückreise könnte dann auch die letzte Reise sein, das letzte mal wurde so warmes Bier re-exportiert...
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Simon Probst
29.01.2025 16:52registriert März 2018
Nach Nordkorea? 15km von der Chinesischen Grenze? ...alleine?

ehm, nein danke
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