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Papst Leo XIV. ernennt Geflüchteten Evelio Menjivar-Ayala zum US-Bischof

epa12899966 Pope Leo XIV arrives to lead Holy Mass at Kilamba, Angola, 19 April 2026. The Pope is on an eleven-day apostolic journey to Africa, with stops in Algeria, Cameroon, Angola, and Equatorial  ...
Papst Leo XIV.: Er streitet sich mit dem US-Präsidenten.Bild: keystone

Papst Leo XIV. ernennt in den USA ehemaligen Geflüchteten zum Bischof

Der Papst hat im Streit mit Donald Trump den US-Präsidenten womöglich erneut provoziert. Er ernannte einen ehemaligen Geflüchteten zum Bischof in den USA.
04.05.2026, 04:2904.05.2026, 04:29
Ein Artikel von
t-online

Papst Leo XIV. hat den aus El Salvador stammenden Geistlichen Evelio Menjivar-Ayala zum neuen Bischof von Wheeling-Charleston ernannt. Die Diözese umfasst den gesamten US-Bundesstaat West Virginia, der als Hochburg der Republikaner gilt. Der 55-Jährige folgt auf Bischof Mark E. Brennan, dessen Rücktritt angenommen wurde, berichtet der Nachrichtendienst OSV News.

Menjivar-Ayala war 1990 mit 20 Jahren als undokumentierter Migrant aus El Salvador in die USA gekommen. Nach eigenen Angaben gelang ihm die Einreise erst im dritten Versuch, unter anderem nach einer zwischenzeitlichen Festnahme in Mexiko und einer gefährlichen Wüstenüberquerung. Er sei schliesslich im Kofferraum eines Autos über die Grenze gelangt, berichtet die «Washington Post». Er habe nur eine Garnitur Wechselwäsche im Rucksack gehabt, aber dafür eine Menge Träume, sagte der heute 55-Jährige. In seiner Heimat gab es damals einen blutigen Bürgerkrieg.

In den USA arbeitete er zunächst in einfachen Berufen, lernte Englisch und absolvierte seinen Schulabschluss, bevor er sich für den Priesterberuf entschied. 2023 wurde er zum Weihbischof im Erzbistum Washington ernannt. Er war damals der erste aus Mittelamerika stammende Bischof in den USA.

Streit zwischen dem Papst und Trump

Bei einer Pressekonferenz erklärte Menjivar-Ayala, er nehme das neue Amt «mit grosser Freude und Demut» an. Dabei sagte er, seine «einzige Agenda» bestehe darin, den Menschen im Bistum nach Kräften zu dienen sowie «gemeinsam im Glauben und in der Treue zu Christus zu wachsen».

Er kündigte an, insbesondere den Austausch mit jungen Menschen, Arbeitnehmern und Migranten zu suchen. In der Vergangenheit hatte er sich wiederholt kritisch zur Migrationspolitik der US-Regierung geäussert.

Die Ernennung wird von vielen auch als Zeichen gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump gewertet. Die US-Regierung geht seit der Rückkehr des Republikaners ins Weisse Haus Anfang vergangenen Jahres äusserst hart gegen Migranten vor, von denen viele aus Mittel- und Südamerika stammen. Der heutige Papst, der selbst viele Jahre als Missionar und Bischof in Peru lebte, hatte dies schon in seiner Zeit als Kardinal heftig kritisiert. Auch jetzt plädiert er immer wieder für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen.

Papst Leo XIV. hatte sich auch zuletzt wiederholt mit der US-Regierung angelegt. Zunächst hatte er das von Trump befohlene Vorgehen der US-Abschiebebehörde ICE kritisiert. Zuletzt kritisierte er Trump und dessen Verteidigungsminister Pete Hegseth wegen deren Rhetorik im Iran-Krieg an. Trumps Ankündigung, die iranische «Zivilisation» auszulöschen, nannte er «nicht akzeptabel». In der Folge griff Trump den Papst verbal an. Dieser versuchte dann die Wogen zu glätten, indem er angab, seine Worte seien nicht als direkte Kritik an Trump zu verstehen gewesen.

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Der neue Papst Leo XIV.
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Der neue Papst Leo XIV.

Am Donnerstag, dem zweiten Wahltag, schauten Gläubige ganz gespannt auf den Schornstein der sixtinische Kapelle auf dem Petersplatz.

quelle: keystone / giuseppe lami
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Papst Leo äussert sich zu seiner Rolle in der Politik
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