Trump versus Papst – auch Schweizer Katholiken erheben ihre Stimme
US-Präsident Donald Trump hat sich nun sogar mit dem Papst angelegt. Auf die Forderung nach einem Ende des Krieges in einer Predigt von Papst Leo XIV. konterte Trump, dass die Aussenpolitik des Pontifex «schrecklich» sei und er dankbar sein könne, dass er Papst geworden sei. Das sei nur ihm zu verdanken.
Als Trump dann auch noch ein Bild von sich als Jesus postete, wurde der Vorwurf der Blasphemie immer lauter. Trump löschte das KI-Bild schliesslich wieder, doch der Schaden bleibt. Konservative Katholiken in den USA sind alles andere als erfreut, berichtet denn auch BBC.
So etwa Bischof Joseph Strickland, der bisher hinter Trump gestanden war und 2023 von Papst Franziskus abgesetzt wurde. «Religion zu benutzen, um vor allem das Abwerfen von Bomben zu rechtfertigen, widerspricht dem Kern des Glaubens», sagt er nun. Strickland fordert wie auch Papst Leo ein Ende des Krieges im Iran.
Auch Bischof Robert Barron stand einst auf Trumps Seite. Dennoch findet er nun, «dass der Präsident dem Papst eine Entschuldigung schuldet». Trumps Aussagen bezeichnet er als «komplett unangebracht und respektlos».
The statements made by President Trump on Truth Social regarding the Pope were entirely inappropriate and disrespectful. They don’t contribute at all to a constructive conversation. It is the Pope’s prerogative to articulate Catholic doctrine and the principles that govern the…
— Bishop Robert Barron (@BishopBarron) April 13, 2026
In der Schweiz schlagen sich die Bischöfe ebenfalls auf Papst Leos Seite. «Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz bekräftigen ihre uneingeschränkte Solidarität mit den Aussagen des Heiligen Vaters», schreibt etwa die Bischofskonferenz in einer Mitteilung. «Es geht in den Worten des Papstes nicht um polemische Auseinandersetzungen, sondern um die Verankerung grundlegender christlicher und humanitärer Werte.»
Charles Morerod ist der höchste Schweizer Bischof. Er bezeichnet Trump als eine «Karikatur», wie der Tages-Anzeiger schreibt. Der US-Präsident habe wohl kaum genügend Bewusstsein, um Gotteslästerung begehen zu können, sagt er weiter.
Der Abt des Klosters Einsiedeln, Urban Federer, betont gegenüber 20 Minuten, wie wichtig die Botschaft des Papstes für eine Demokratie sei. Und ergänzt: «Diese Worte müssen der Politik nicht gefallen.»
«Es geht nicht um Politik, sondern um die Frohbotschaft und Nachfolge Jesu. Es geht um echte Menschlichkeit und die Vernunft, endlich die Waffen niederzulegen und sich ernsthaft um einen beständigen Frieden zu bemühen», sagt auch Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur, gegenüber kath.ch. Auch er nennt Trumps Vorgehen, Jesus als Rechtfertigung für den Krieg zu missbrauchen, eine Gotteslästerung.
Gleichzeitig äussert Bonnemain Bewunderung für den Papst. «Er stellt sich unerschrocken den Mächtigsten entgegen und scheut weder Kritik noch Demütigung. Ich unterstütze ihn darin voll und ganz.»
Selbst die evangelisch-reformierte Kirche verurteilt Trumps Verhalten. Ihre Vorsitzende Rita Famos sagt zum «Tages-Anzeiger», dass die Trennung von Kirche und Staat in den USA untergraben werde, «wenn man Kirchen oder religiöse Vertreter benutzt, um seine politische Agenda zu unterstützen». (vro)
