DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gefährdete Destinationen – 5 Faktoren, die unser Reiseverhalten verändern werden

29.07.2019, 19:0030.07.2019, 09:18

Die Globalisierung und der weltweite Ausbau des Flugverkehrs sowie des Strassennetzes führten dazu, dass immer mehr Menschen auf Reisen gehen. Während früher hauptsächlich die Zeit und das Geld einschränkende Faktoren für Reisen waren, kommt heute noch ein weiterer Faktor hinzu: Wie lange eine Destination oder ein Erlebnis für Touristen überhaupt noch gemäss Erwartungen verfügbar ist.

Viele Orte verändern sich oder verschwinden sogar: Inseln, die durch den Anstieg des Meeresspiegels quasi ertrinken oder Orte, an denen spezifische Tiere durch Wilderei vom Aussterben bedroht sind. Die «Washington Post» hat fünf Einfluss-Faktoren ausgemacht, die unser Reisen künftig beeinflussen werden: der Klimawandel, die Abholzung, Erosion, Wildtierwilderei und Gentrifizierung.

Welche Einflussfaktoren sich auf welche Orte auswirken, siehst du hier:

Klimawandel

Neben den gängigen Problemen, die der Klimawandel verursacht – steigende Meeresspiegel und Gletscherschmelze – gibt es noch weitere Ereignisse, die damit zusammenhängen. Etwa Dürren, Erdrutsche, Waldbrände oder Veränderungen der Artenvielfalt.

Das Great Barrier Reef in Queensland, Australien.

Bild: EPA/AAP/JAMES COOK UNIVERSITY

Das «Australian Institute of Marine Science» misst in einer Langzeitüberwachung die Steinkorallendeckung in allen drei Regionen des 133'000 Quadratmeter grossen Great Barrier Reefs. Zwischen den Jahren 2013 und 2018 hat sich die Deckung in der Nordregion des Reefs halbiert. Wenn es so weitergeht, wird die Farbpracht des Reefs der Vergangenheit angehören – dann macht auch das Tauchen dort keinen Sinn mehr.

Glacier Nationalpark in Montana, USA.

Bild: AP Daily Inter Lake

Während im Jahr 1910 noch stolze 150 Gletscher im Glacier Nationalpark zu finden waren, zählte man 2015 nur noch 26. In den kommenden Jahrzehnten werden noch mehr Gletscher verschwinden. Der Nationalpark ist zwar nicht nur für die Gletscher bekannt – die Natur ist atemberaubend – die Schmelze hat jedoch grossen Einfluss auf das Ökosystem und die Arten, die vom System abhängig sind.

Die Everglades in Florida, USA.

Bild: AP

In den Everglades wird derzeit viel Effort in der Wiederherstellung betrieben, um die jahrzehntelangen schlechten Entscheidungen in der Wasserwirtschaft rückgängig zu machen. Nichtsdestotrotz führen Dürren, überhöhte Lufttemperaturen und der erhöhte Salzgehalt – verursacht durch den Anstieg der Meere – zu einem Sterben der Gräser, Fische und anderen Spezien.

Wilderei

Die Wildtierwilderei ist ein Milliardenmarkt. Betroffen sind jedoch nicht nur die Ziel-Tiere alleine. Die Wilderei in ehemals unberührter Natur, führt bei Tieren zu einer Landschaft der Angst – auch Tiere, die nicht auf dem Radar der Wilderer sind, fliehen beim kleinsten Anzeichen auf menschliche Anwesenheit.

Berggorillas in Zentralafrika

Bild: AP

Die Berggorilla-Population ist zwar in Zentralafrika innerhalb von knapp 30 Jahren von 230 auf 1000 angestiegen, Experten warnen jedoch: «Ich bin optimistisch für die Zukunft des Gorillas, aber 1000 Individuen sind eine kleine Zahl und der Klimawandel oder Krankheiten könnten sie auslöschen.»

Malaysische Tiger

Bild: EPA

Laut der Naturschutzabteilung der «Malaysian Conservation Alliance for Tigers», ist die Zahl der malaysischen Tiger seit den 50er-Jahren von 3000 auf 200 gesunken. Die Tiere werden mit etwa Kabelschlingen gefangen. Weltweit haben Tiger 93 Prozent ihres natürlichen Lebensraumes verloren.

Spitzmaulnashörner in Südafrika

Bild: PHOTOPRESS/WWF INTERNATIONAL

Die Population der Spitzmaulnashörner ist seit dem Tiefstand im Jahr 1992 wieder gestiegen. Mittlerweile soll es circa 5500 Tiere geben. Dennoch ist die Lage prekär: Die Art ist offiziell vom aussterben bedroht und nach wie vor ein beliebtes Ziel von Wilderern.

Abholzung

Jedes Jahr wird schätzungsweise eine Fläche so gross wie Panama abgeholzt. Begründet wird die Abholzung damit, dass Platz für Entwicklung geschaffen werden soll. Wenn es so weitergeht, werden unsere Regenwälder in etwa 100 Jahren von der Erde verschwunden sein.

Das Feuchtgebiet Pantanal in Brasilien

Bild: AP

Das brasilianische Feuchtgebiet Pantanal hat eine biologische Vielfalt, die mit dem Amazonasgebiet konkurrieren kann. Die Umwandlung von Wald in Sojafelder und andere Farmen, sowie die Umleitung von Flüssen und Bächen bedroht diese einmalige biologische Vielfalt stark.

Die Wälder von Borneo

Bild: EPA

Die Wälder von Borneo werden für Holz, Palmöl, Zellstoff, Gummi und Mineralien nivelliert, sagt der «Worldwide Fund for Nature». Innerhalb Indonesiens wuchs die für die Palmölproduktion genutzte Fläche von 1,5 Millionen Hektar im Jahr 1985 auf heute fast 30 Millionen Hektar.

Erosion

Erosion beschleunigt den Zerfall von Orten stark. Oftmals ist sie auf die vom Menschen kurzfristig gesuchte Interessen-Befriedigung zurückzuführen – oder wird dadurch beschleunigt.

Potosi, Bolivien

Bild: AP

Die Stadt Potosi in Bolivien war in den 1500er Jahren die reichste Stadt der Welt – dank ihrem Silbervorkommen. Die Tunnels, die gegraben wurden, um das Silber abzubauen, kosteten viele Menschenleben. Heute sind sie auch noch gefährlich – sie drohen einzustürzen.

Dover, England

Bild: AP

Die weissen Klippen in Dover bestehen aus weichem Kalkgestein. In etwa 150 Jahren ist die Erosion des Steines von einem Zoll pro Jahr auf 10 Zoll gestiegen. Die Klippen drohen abzubrechen – eine Gefahr für Infrastruktur und Menschen.

Gentrifizierung

Die Auswirkungen der Gentrifizierung spürt man nicht nur durch die Entstehung von teuren Restaurants und Wohnungen, es leiden auch viele Menschen unter diesem Aspekt der Entwicklung. Die drastische Erhöhung der Mieten und das Abbrechen von Gebäuden, nur damit grössere und teurere gebaut werden können, zählen zur Schattenseite.

Lamu, Kenia

Bild: EPA

Ein riesiges Hafenprojekt in Lamu, Kenia bedroht eine der authentischsten Suaheli-Siedlungen in Ostafrika. Wegen der strategisch guten Lagen zwischen Äthiopien und dem Südsudan, soll die Schifffahrt und das Strassennetz ausgebaut werden. Um die Umwelt kümmert man sich nicht gross.

Schwimmende Märkte im Mekong-Delta, Vietnam

Bild: AP

Die schwimmenden Märkte haben eine grosse Tradition im Mekong-Delta – daher gibt es auch ein grosses Wissen um die Herstellung von Booten. Durch staatliche Hochwasserschutzprojekte hat sich das Delta verändert und das führt dazu, dass die Mobilität auf den Flüssen eingeschränkt ist. Viele schwimmenden Märkte sind verschwunden oder haben sich drastisch verkleinert. (mim)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das sind die eindrücklichsten Drohnenbilder

1 / 11
Das sind die eindrücklichsten Drohnenbilder
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Abonniere unseren Newsletter

17 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Rethinking
29.07.2019 21:04registriert Oktober 2018
Es gibt nur eine echte Lösung: Bildung, Emanzipation, Familienplanung, Verhütung, Altersvorsorge und fortschrittliche religiöse Ansichten.

Dadurch sollten wir die Weltbevölkerung auf ein erträgliches Mass reduzieren und dort halten... 1/3? 1/4? Der aktuellen Weltbevölkerung
13023
Melden
Zum Kommentar
avatar
kkj
29.07.2019 21:40registriert Februar 2017
Faktor Nr. 6: Kriege
604
Melden
Zum Kommentar
17
Schwere Explosion in armenischem Einkaufszentrum

Bei einer schweren Explosion in einem Einkaufszentrum in der Südkaukasusrepublik Armenien sind nach offiziellen Angaben mindestens ein Mensch getötet und 57 weitere verletzt worden. Die Detonation ereignete sich etwas ausserhalb des Zentrums der Hauptstadt Eriwan, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur am Ort des Geschehens berichtete. Vermutlich war ein Lager mit Feuerwerkskörpern durch einen Verstoss gegen die Brandschutzvorschriften in die Luft geflogen. Dadurch explodierte auch eine Gasleitung. Die Detonation am Sonntagnachmittag (Ortszeit) sei massiv gewesen.

Zur Story