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Gefährdete Destinationen – 5 Faktoren, die unser Reiseverhalten verändern werden



Die Globalisierung und der weltweite Ausbau des Flugverkehrs sowie des Strassennetzes führten dazu, dass immer mehr Menschen auf Reisen gehen. Während früher hauptsächlich die Zeit und das Geld einschränkende Faktoren für Reisen waren, kommt heute noch ein weiterer Faktor hinzu: Wie lange eine Destination oder ein Erlebnis für Touristen überhaupt noch gemäss Erwartungen verfügbar ist.

Viele Orte verändern sich oder verschwinden sogar: Inseln, die durch den Anstieg des Meeresspiegels quasi ertrinken oder Orte, an denen spezifische Tiere durch Wilderei vom Aussterben bedroht sind. Die «Washington Post» hat fünf Einfluss-Faktoren ausgemacht, die unser Reisen künftig beeinflussen werden: der Klimawandel, die Abholzung, Erosion, Wildtierwilderei und Gentrifizierung.

Welche Einflussfaktoren sich auf welche Orte auswirken, siehst du hier:

Klimawandel

Neben den gängigen Problemen, die der Klimawandel verursacht – steigende Meeresspiegel und Gletscherschmelze – gibt es noch weitere Ereignisse, die damit zusammenhängen. Etwa Dürren, Erdrutsche, Waldbrände oder Veränderungen der Artenvielfalt.

Das Great Barrier Reef in Queensland, Australien.

epa05136297 An undated handout picture made available by Australia's James Cook University (JCU) on 31 January 2016 shows marine life in the Great Barrier Reef, in the Coral Sea, off the coast of Queensland, Australia. A survey made by JCU researchers has found that more than three quarters of Australians feel the Great Barrier Reef, the world's largest coral reef system, is part of their national identity.  EPA/JAMES COOK UNIVERSITY AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Bild: EPA/AAP/JAMES COOK UNIVERSITY

Das «Australian Institute of Marine Science» misst in einer Langzeitüberwachung die Steinkorallendeckung in allen drei Regionen des 133'000 Quadratmeter grossen Great Barrier Reefs. Zwischen den Jahren 2013 und 2018 hat sich die Deckung in der Nordregion des Reefs halbiert. Wenn es so weitergeht, wird die Farbpracht des Reefs der Vergangenheit angehören – dann macht auch das Tauchen dort keinen Sinn mehr.

Glacier Nationalpark in Montana, USA.

This Oct. 7, 2012 photo shows a pre-dawn view from the St. Mary and Virginia Falls trail in Glacier National Park in Montana.  Rescue teams at Glacier National Park searched in wintery conditions and rugged terrain Sunday for two East Coast hikers reported missing by family members. Park officials said 50 searchers were looking for 32-year-old Neal Peckens of Virginia and 32-year-old Jason Hiser of Maryland. Hometowns weren't available. Weather was the biggest challenge facing searchers, who have found 18 inches of snow on the trail at higher elevations and five-foot drifts in some areas, spokeswoman Denise Germann said.  (AP Photo/Daily Inter Lake, Brenda Ahearn)

Bild: AP Daily Inter Lake

Während im Jahr 1910 noch stolze 150 Gletscher im Glacier Nationalpark zu finden waren, zählte man 2015 nur noch 26. In den kommenden Jahrzehnten werden noch mehr Gletscher verschwinden. Der Nationalpark ist zwar nicht nur für die Gletscher bekannt – die Natur ist atemberaubend – die Schmelze hat jedoch grossen Einfluss auf das Ökosystem und die Arten, die vom System abhängig sind.

Die Everglades in Florida, USA.

The everglades as seen on an airboat ride at the Everglades Holiday Park, on Monday, June 24, 2019 in Fort Lauderdale, Fla. (AP Photo/Brynn Anderson)

Bild: AP

In den Everglades wird derzeit viel Effort in der Wiederherstellung betrieben, um die jahrzehntelangen schlechten Entscheidungen in der Wasserwirtschaft rückgängig zu machen. Nichtsdestotrotz führen Dürren, überhöhte Lufttemperaturen und der erhöhte Salzgehalt – verursacht durch den Anstieg der Meere – zu einem Sterben der Gräser, Fische und anderen Spezien.

Wilderei

Die Wildtierwilderei ist ein Milliardenmarkt. Betroffen sind jedoch nicht nur die Ziel-Tiere alleine. Die Wilderei in ehemals unberührter Natur, führt bei Tieren zu einer Landschaft der Angst – auch Tiere, die nicht auf dem Radar der Wilderer sind, fliehen beim kleinsten Anzeichen auf menschliche Anwesenheit.

Berggorillas in Zentralafrika

In this photo taken on Thursday, June 23, 2005, Guhonda, a male adult mountain gorilla, in the Volcanos National Park in Rwanda.Gorillas in central Africa are in danger from illegal logging, mining and from hunters who are killing great apes for meat, a joint report from the U.N. and Interpol released Wednesday said.   A previous report in 2002 estimated that only 10 percent of gorillas would remain by 2030. The author of the 2002 report and of the newly released one said that estimate now appears too optimistic.

Bild: AP

Die Berggorilla-Population ist zwar in Zentralafrika innerhalb von knapp 30 Jahren von 230 auf 1000 angestiegen, Experten warnen jedoch: «Ich bin optimistisch für die Zukunft des Gorillas, aber 1000 Individuen sind eine kleine Zahl und der Klimawandel oder Krankheiten könnten sie auslöschen.»

Malaysische Tiger

epa04713096 'Panthera Tigris Jacksoni', also known as a Malayan tiger, at the National Zoo outside Kuala Lumpur, Malaysia, 20 April 2015.  EPA/FAZRY ISMAIL

Bild: EPA

Laut der Naturschutzabteilung der «Malaysian Conservation Alliance for Tigers», ist die Zahl der malaysischen Tiger seit den 50er-Jahren von 3000 auf 200 gesunken. Die Tiere werden mit etwa Kabelschlingen gefangen. Weltweit haben Tiger 93 Prozent ihres natürlichen Lebensraumes verloren.

Spitzmaulnashörner in Südafrika

HANDOUT-  Spitzmaulnashorn - 2013 wurden in Suedafrika 919 Nashoerner gewildert. Das sind knapp 50 Prozent mehr als letztes Jahr. Fuer den WWF ist das Nashorn deshalb der Verlierer der bedrohten Tierarten in diesem Jahr.
(PHOTOPRESS/Martin Harvey)

Bild: PHOTOPRESS/WWF INTERNATIONAL

Die Population der Spitzmaulnashörner ist seit dem Tiefstand im Jahr 1992 wieder gestiegen. Mittlerweile soll es circa 5500 Tiere geben. Dennoch ist die Lage prekär: Die Art ist offiziell vom aussterben bedroht und nach wie vor ein beliebtes Ziel von Wilderern.

Abholzung

Jedes Jahr wird schätzungsweise eine Fläche so gross wie Panama abgeholzt. Begründet wird die Abholzung damit, dass Platz für Entwicklung geschaffen werden soll. Wenn es so weitergeht, werden unsere Regenwälder in etwa 100 Jahren von der Erde verschwunden sein.

Das Feuchtgebiet Pantanal in Brasilien

In this May 17, 2017 photo, cowboy Joao Aquino Pereira rides his horse in Corumba, in the Pantanal wetlands of Mato Grosso do Sul state, Brazil. Each day, the men and animals traverse about 11 miles from dawn until 3 p.m., in temperatures averaging about 90 degrees Fahrenheit during the day. (AP Photo/Eraldo Peres)

Bild: AP

Das brasilianische Feuchtgebiet Pantanal hat eine biologische Vielfalt, die mit dem Amazonasgebiet konkurrieren kann. Die Umwandlung von Wald in Sojafelder und andere Farmen, sowie die Umleitung von Flüssen und Bächen bedroht diese einmalige biologische Vielfalt stark.

Die Wälder von Borneo

epa02840750 (06/21) View of Tun Sakaran Marine Park from Bohey Dulang Island, Semporna, on the east coast of Sabah, Borneo, Malaysia, 01 July 2011. The Bajau, or Bajaw, are an indigenous ethnic group of Maritime Southeast Asia. Due to escalated conflicts in their native Sulu Archipelago, and discrimination suffered by Muslim groups in the Philippines with regards to education and employment, most of the Bajau have migrated to neighboring Malaysia over the course of 50 years. Currently they are the second largest ethnic group in the state of Sabah, making up 13.4 per cent of the total population.  EPA/AHMAD YUSNI ***PLEASE REFER TO THE ADVISORY NOTICE epa02840744 FOR COMPLETE FEATURE TEXT***

Bild: EPA

Die Wälder von Borneo werden für Holz, Palmöl, Zellstoff, Gummi und Mineralien nivelliert, sagt der «Worldwide Fund for Nature». Innerhalb Indonesiens wuchs die für die Palmölproduktion genutzte Fläche von 1,5 Millionen Hektar im Jahr 1985 auf heute fast 30 Millionen Hektar.

Erosion

Erosion beschleunigt den Zerfall von Orten stark. Oftmals ist sie auf die vom Menschen kurzfristig gesuchte Interessen-Befriedigung zurückzuführen – oder wird dadurch beschleunigt.

Potosi, Bolivien

Children play soccer on the court next to

Bild: AP

Die Stadt Potosi in Bolivien war in den 1500er Jahren die reichste Stadt der Welt – dank ihrem Silbervorkommen. Die Tunnels, die gegraben wurden, um das Silber abzubauen, kosteten viele Menschenleben. Heute sind sie auch noch gefährlich – sie drohen einzustürzen.

Dover, England

A large segment of chalk lies at the foot of the famed white cliffs of Dover beneath South Foreland lighthouse after a landslip, Thursday, February 1, 2001. The 300 foot, 90 Meter, slip which occured Wednesday evening,  happened on a stretch of the cliffs between Dover and St. Margaret's Bay in southeast England. No one was injured in the incident. (KEYSTONE/AP Photo/Dave Caulkin)  === ELECTRONIC IMAGE ===

Bild: AP

Die weissen Klippen in Dover bestehen aus weichem Kalkgestein. In etwa 150 Jahren ist die Erosion des Steines von einem Zoll pro Jahr auf 10 Zoll gestiegen. Die Klippen drohen abzubrechen – eine Gefahr für Infrastruktur und Menschen.

Gentrifizierung

Die Auswirkungen der Gentrifizierung spürt man nicht nur durch die Entstehung von teuren Restaurants und Wohnungen, es leiden auch viele Menschen unter diesem Aspekt der Entwicklung. Die drastische Erhöhung der Mieten und das Abbrechen von Gebäuden, nur damit grössere und teurere gebaut werden können, zählen zur Schattenseite.

Lamu, Kenia

epa06631613 A colleague of forty-eight-year-old Kenyan fisherman Abdulaziz Omar (unseen) carries kingfishes caught by Omar on a beach in Shela on Lamu island in south-eastern Kenya, 24 March 2018 (issued 27 March 2018)..Fisheries in the tourist resort of Kenya's Lamu archipelago are being degraded due to corroding corals and damaged breeding grounds. Inshore overfishing, illegal fishing methods and limited means of livelihood are some of the challenges the industry faces. Local fishermen say the on-going construction of Lamu Port by a Chinese firm, among others, could be contributing to the destruction of natural habitats and decreased fish stocks. According to Lamu's Fisheries and Livestock Ministry, 75 percent of its communities depends either directly or indirectly on fishing. The government has been urging fishermen to embrace larger-scale fishing such as the offshore deep-water variety rather than inshore fishing that only satisfies their subsistence. But the lack of modern techniques and technology is hampering impoverished fishermen from shifting into commercial fishing.  EPA/DAI KUROKAWA  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Bild: EPA

Ein riesiges Hafenprojekt in Lamu, Kenia bedroht eine der authentischsten Suaheli-Siedlungen in Ostafrika. Wegen der strategisch guten Lagen zwischen Äthiopien und dem Südsudan, soll die Schifffahrt und das Strassennetz ausgebaut werden. Um die Umwelt kümmert man sich nicht gross.

Schwimmende Märkte im Mekong-Delta, Vietnam

Villagers sell vegetables and fruits at a floating market on a river on the southern Mekong Delta province of Kien Giang, Vietnam  on Tuesday, Jan. 16, 2007. The Mekong Delta is Vietnam's main rice growing region. Officials say letting ducks roaming freely from one rice field to another to eat leftover grains of paddy increases the risk of spreading the bird flu virus in the Mekong Delta. (AP Photo/Tran Van Minh)

Bild: AP

Die schwimmenden Märkte haben eine grosse Tradition im Mekong-Delta – daher gibt es auch ein grosses Wissen um die Herstellung von Booten. Durch staatliche Hochwasserschutzprojekte hat sich das Delta verändert und das führt dazu, dass die Mobilität auf den Flüssen eingeschränkt ist. Viele schwimmenden Märkte sind verschwunden oder haben sich drastisch verkleinert. (mim)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Miikee 30.07.2019 08:44
    Highlight Highlight Um die Riffe zu schützen sollte man auch auf den Stoff Benzophenon-3 bzw. Oxybenzon in Sonnencremes verzichten.

    Wir alle können etwas tun!
  • Glenn Quagmire 30.07.2019 07:47
    Highlight Highlight Lamu, Kenja: Chinesen Projekt. China betreibt modernen Kolonialismus in Afrika, beutet Rohstoffe und Bevölkerung aus. Baut Infrastrukturprojekte und betreibt diese mit chinesischen Arbeitern, nicht mit Einheimischen. Einige korrupte Herren kassiern ab, die Bevölkerungsgruppen haben nichts davon.
  • TheRealDonald 30.07.2019 06:19
    Highlight Highlight In nur 100 Jahren keine Regenwälder mehr...! Wer kann diesen Wahnsinn stoppen? Mit unbegrenzter Gier zerstört die Menschheit die eigenen Lebensgrundlagen. Wie kann man nur so dumm sein?!
  • Tenno 30.07.2019 06:12
    Highlight Highlight Schwimmende Märkte? Hey ihr Vietnamesen geht gefälligst nicht in den Super Markt. Ach komm wir machen einfach eine Umweltstory daraus. 🤦
  • Bildung & Aufklärung 30.07.2019 01:11
    Highlight Highlight Mir tut das im Herzen und der Seele so unendlich weh... Alles, aber ganz besonders die Ausrottung und Vernichtung so vieler wunderbaren und einmaligen Arten und Lebensräume, Habitate... Es ist für mich komplett unverständlich, wie man die Magie, Schönheit und Kraft dieser absoluten Wunder unseres atemberaubenden blauen Planeten nicht sehen kann. Und wie man sich folglich nicht für den Erhalt und Schutz einsetzen kann. Wie man nebst der aktiven/inaktiven Zerstörung, nicht mal etwas für den Schutz dieser Tiere und Lebensräume tut...
  • kkj 29.07.2019 21:40
    Highlight Highlight Faktor Nr. 6: Kriege
  • Rethinking 29.07.2019 21:04
    Highlight Highlight Es gibt nur eine echte Lösung: Bildung, Emanzipation, Familienplanung, Verhütung, Altersvorsorge und fortschrittliche religiöse Ansichten.

    Dadurch sollten wir die Weltbevölkerung auf ein erträgliches Mass reduzieren und dort halten... 1/3? 1/4? Der aktuellen Weltbevölkerung
    • henrich 29.07.2019 22:40
      Highlight Highlight @wolge: und wie sollen diese Werte erreicht werden?
    • [CH-Bürger] 29.07.2019 22:53
      Highlight Highlight 100 Punkte, wolge 👍🏻

      das mit den "fortschrittlichen religiösen Ansichten" ist ein heisses Eisen... 🤭
    • Cpt. Jeppesen 29.07.2019 22:54
      Highlight Highlight Hallo wolge, Im ersten teil stimme ich Dir zu. Bildung löst die meisten der existierenden Probleme. Jedoch die Menge der Menschen ist nicht unser Problem. In den letzten 60 Jahren wurde sowohl die absolute als auch die prozentuale Zahl an armen Menschen veringert. (siehe GIF). Wir, also die "westliche" Welt muss lernen wie wir mit dem Rest der Menschheit umgehen. Wir müssen lernen, dass wir uns nicht einfach nehmen dürfen was uns gefällt. Wir müssen unsere Energiewirtschaft radikal umbauen. Und wir müssen dem Rest der Welt zeigen, dass es auch ohne Ausbeutung geht.
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