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Hohe Treibstoffpreise gefährden Fährverbindungen in Italien

Fähre Italien
Ohne eine Reaktion der Regierung drohen Angebotsreduzierungen oder sogar die Einstellung bestimmter Verbindungen, weil die derzeitigen Treibstoffpreise den Betrieb defizitär machen.Bild: keystone

Hohe Treibstoffpreise gefährden Fährverbindungen in Italien

12.04.2026, 11:2012.04.2026, 11:20

Die hohen Treibstoffkosten infolge des Iran-Krieges wirken sich auch auf den Fährverkehr aus. Die italienischen Reederverbände Assarmatori und Confitarma warnen vor möglichen Unterbrechungen der Verbindungen oder einer Reduzierung des Angebots, falls der Treibstoffpreis weiterhin auf dem aktuellen Niveau bleibt. Wichtige Fährverbindungen führen etwa nach Sardinien und Sizilien.

«Der Seeverkehr, und insbesondere der Fährsektor, ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Verbindungen zu den Inseln in einem Land wie Italien, das mit über 6,5 Millionen Menschen die grösste Inselbevölkerung Europas zählt», betonten Mario Zanetti, Präsident von Confitarma, und Stefano Messina, Präsident von Assarmatori laut der Tageszeitung «Corriere della Sera».

Die Verbände haben die Regierung um Unterstützung gebeten und dabei ein aussergewöhnliches Steuerkreditprogramm vorgeschlagen, das sich an den höheren Treibstoffkosten der Monate März, April und Mai im Vergleich zum Februar orientiert. Diese Forderung wurde bisher von der Regierung abgelehnt.

Die Reederverbände wollen ihre Anfrage jedoch erneut stellen und warnen vor einer Beeinträchtigung der Verbindungen – insbesondere der Langstreckenverbindungen zu den grösseren Inseln Sizilien und Sardinien. Ohne eine Reaktion der Regierung drohen Angebotsreduzierungen oder sogar die Einstellung bestimmter Verbindungen, weil die derzeitigen Treibstoffpreise den Betrieb defizitär machen.

Gefährdet sind die Fernverbindungen zu den Inseln, vor allem nach Sardinien (z. B. Genua-Olbia) und nach Sizilien (z. B. Genua-Palermo). Auf Kurzstrecken ist die Gefahr geringer, weil hier eher die Frequenz der Fahrten reduziert werden könnte, ohne die Kontinuität des Dienstes zu gefährden, betonten die Reederverbände.

«Der Anstieg der Energiekosten betrifft alle, auch den Seeverkehr», räumt Matteo Catani, CEO der Reederei GNV (Grandi Navi Veloci), ein. «Wir können unsere Passagiere jedoch beruhigen: Die Treibstoffversorgung ist gesichert. Wir haben stabile Lieferverträge mit unseren Partnern», erklärte Catani. Dennoch gebe es «ein echtes Problem mit den Treibstoffkosten», das nicht verschwiegen werden könne.

In der Zwischenzeit hat GNV interne Massnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der hohen Kosten zu verringern. «Wir haben kommerzielle Strategien eingeführt, die darauf abzielen, die Schiffe besser auszulasten. Je höher der Auslastungsgrad, desto wettbewerbsfähiger können wir die Preise gestalten und die Extrakosten des Treibstoffs abfangen», fügte Catani hinzu. (sda/apa)

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