International
Russland

Russland: Putin lässt hochrangigen General Juri Kusnezow festnehmen

Es rumpelt erneut im russischen Machtapparat: Putin lässt hochrangigen General festnehmen

Kurz nach einem Korruptionsskandal und der Entlassung von Verteidigungsminister Sergei Schoigu ist in Russland ein weiterer hochrangiger General festgenommen worden.
14.05.2024, 11:1914.05.2024, 11:19

Betroffen sei der Chef der Kaderverwaltung beim Ministerium, Generalleutnant Juri Kusnezow, dem eine Straftat vorgeworfen werde, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TASS am Dienstag. Nähere Angaben machte die Agentur dazu nicht. Das beim Ministerium gut vernetzte Militärblog Rybar berichtete derweil, dass die Ermittler sich für Kusnezows Tätigkeit auf seinem vorherigen Posten interessierten, als er Chef des Dienstes für den Schutz von Staatsgeheimnissen war. Die Polizei durchsuchte Büroräume und das Haus des Beamten.

Die unabhängige russische Zeitung Nowaja Gaseta berichtet, Kusnezow sei unter dem Verdacht festgenommen worden, Bestechungsgelder «in besonders grossem Umfang» angenommen zu haben. Bei den Durchsuchungen seiner Wohnungen seien Rubel und ausländische Devisen im Wert von etwa einer Million Franken sowie Goldmünzen, Sammleruhren und andere Luxusgüter gefunden worden.

Nicht der erste Fall

Erst Ende April war mit Timur Iwanow ein ranghoher General ins Visier der Ermittler geraten. Der für Bauprojekte verantwortliche Vize-Verteidigungsminister wurde wegen eines Bestechungsskandals verhaftet. Iwanow galt als enger Vertrauter von Minister Schoigu. Präsident Wladimir Putin löste nun im Zuge einer Regierungsumbildung Schoigu als Verteidigungsminister ab. Allerdings bekam der 68-Jährige mit der Ernennung zum Sekretär des nationalen Sicherheitsrats einen ehrenvollen Abgang.

Experten sehen die Aufdeckung der Skandale beim Ministerium auch vor dem Hintergrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Nach mehr als zwei Jahren sind die Ergebnisse der russischen Invasion aus Kreml-Sicht immer noch dürftig.

(rbu, mit Material von sda und dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
29 Bilder, welche die Flucht aus Wowtschansk zeigen
1 / 31
29 Bilder, welche die Flucht aus Wowtschansk zeigen
Am 10. Mai haben die russischen Streitkräfte in der ukrainischen Region Charkiw eine neue Offensive lanciert. Im Visier steht dabei vor allem die Stadt Wowtschansk und umliegende Dörfer.
quelle: keystone / george ivanchenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Russland prahlt mit «Frankenstein-Panzer» – die Ukraine zerstört ihn sofort
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Wir werden unerbittlich sein»: Frankreich bietet Armee und Elitepolizisten auf
Die Regierung in Paris ordnet für Samstag Ausgangssperren an und bietet Sondertruppen auf, um neue Krawalle zu vermeiden. Nur: Die Partei von Marine Le Pen hält am selben Tag ihren Kongress ab.
Nichts, so scheint es, bleibt Frankreich verschont. Am Freitagmorgen schoss ein 39-jähriger Mann in der Pariser Vorstadt Trappes mit einem Gewehr in die Menge. Er tötete eine Person; vier weitere, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, wurden teilweise schwer verletzt. Der Täter wurde verhaftet. Noch bevor seine Motive klar waren, schaltete sich die Anti-Terror-Justizbehörde PNAT ein, wie Innenminister Laurent Nuñez bekanntgab. Sie ermittelt auch wegen eines womöglich rassistischen Motivs. Dem Vernehmen sind alle Opfer afrikanischer Herkunft.
Zur Story