DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Russischer Geheimdienst hat laut Bericht auch kritischen Schriftsteller vergiftet

09.06.2021, 17:17
Nahmen Agenten noch mehr Kremlkritiker ins Visier? Ein Bericht deutet darauf hin.
Nahmen Agenten noch mehr Kremlkritiker ins Visier? Ein Bericht deutet darauf hin.
Bild: keystone

Die russischen Geheimdienstler, die Kremlkritiker Alexej Nawalny für einen Giftanschlag auf sich verantwortlich macht, hatten es einer Recherche zufolge auch auf einen kremlkritischen Schriftsteller abgesehen. Dmitri Bykow könnte im Jahr 2019 ebenfalls Opfer eines Giftanschlags geworden sein, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Berichten der Investigativplattformen «The Insider» und «Bellingcat» hervorgeht. Bereits ein Jahr zuvor hätten mehrere Agenten des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB begonnen, Bykow zu beschatten, heisst es. Die Journalisten berufen sich dabei auf Reisedaten der Männer.

Bykow, der unter anderem als Kolumnist für die regierungskritische Zeitung «Nowaja Gaseta» schreibt, war vor mehr als zwei Jahren an Bord eines Flugzeugs kollabiert und lag anschliessend mehrere Tage im Koma. Einen abschliessenden Grund für den Zusammenbruch des heute 53-Jährigen stellten die Ärzte damals nicht fest. Die Investigativjournalisten betonten nun, dass etwa Bykows erste Symptome – Erbrechen und starke Schweissausbrüche – denen Nawalnys geähnelt hätten.

Dessen Sprecherin Kira Jarmysch zeigte sich von den Rechercheergebnissen entsetzt: «Davon gefriert einem buchstäblich das Blut», schrieb sie auf Twitter. «Unser Land wird von Menschen regiert, die ihre Mitbürger töten.» Jeder Andersdenkende könne in Russland zum Opfer eines solchen Anschlags werden - «ob Oppositionspolitiker oder Poet». Nawalny ist bereits seit Monaten in einem Straflager inhaftiert.

Nawalny, der im vergangenen August mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden war, hat mehrfach Präsident Wladimir Putin und den FSB für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Kreml und FSB weisen das zurück. Investigativjournalisten berichteten in den vergangenen Monaten hingegen immer wieder über Attentate auf russische Oppositionelle, in die Geheimdienstler verwickelt gewesen sein sollen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

«Indiana Jones 5» kommt. Hier ist das Beweisfoto vom Dreh

Niemand hat mehr wirklich daran geglaubt, dass jemals ein fünfter «Indiana Jones» erscheint. Für einige Fans wäre das nach dem letzten Teil von 2008 wohl auch nicht weiter tragisch gewesen. Doch die Filmreihe gehört seit 2012 Disney und der Mauskonzern ist dafür bekannt, einträgliche Franchises nicht lange brach liegen zu lassen.

Doch nach etlichen Drehbuchproblemen hat die Vorproduktion nun auch Corona überwunden und ist abgeschlossen. Seit wenigen Tagen wird in Grossbritannien gedreht. In der …

Artikel lesen
Link zum Artikel