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Moskau schickt ranghohe Offiziere an die Front – nur: Es scheint wenig zu nutzen

Die russische Armee hat im Krieg gegen die Ukraine bereits hohe Verluste verzeichnen müssen. Nun scheinen auch ranghohe Offiziere an vorderster Front kämpfen. Dieses Vorgehen birgt eine grosse Gefahr für Moskau.
08.05.2022, 22:1009.05.2022, 06:21
Ein Artikel von
t-online

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste schickt Moskau offenbar ranghohe Offiziere an die vorderste Front im Krieg gegen die Ukraine. Allerdings gebe es bislang keine Anzeichen darauf, dass die Anwesenheit dieser Offiziere im Gefecht zu einem verbesserten Einsatzkonzept geführt habe, hiess es am Sonntag in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Planungsfehler würden weiterhin einen Fortschritt der Russen untergraben.

Ein russischer Offizier bei einer Probe für den «Tag des Sieges»: Der Kreml will sie nun wohl an vorderster Front kämpfen lassen.
Ein russischer Offizier bei einer Probe für den «Tag des Sieges»: Der Kreml will sie nun wohl an vorderster Front kämpfen lassen.Bild: keystone

Die Ursache dafür, dass Moskau nun auf höhere Offiziere zurückgreift, sieht der Geheimdienst in den hohen Verlusten der russischen Truppen begründet. Dem Bericht zufolge führe die Strategie Russlands jedoch auch zu überproportional hohen Verlusten unter den russischen Offizieren.

Auch viele russische Generäle sind bereits gefallen

Auch viele russische Generäle haben im Ukraine-Krieg bereits ihr Leben gelassen, Experten zufolge hat Moskau bereits knapp die Hälfte der hochrangigen Militärs im Kampf verloren.

Wolfgang Richter, Experte für Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sah im Gespräch mit t-online dafür gleich mehrere Gründe: «Das liegt zum einen daran, dass die Ukraine einen sehr guten elektronischen Kampf führt», sagt Richter. Sie könne elektronisch aufklären, wo die Quellen der Funkgespräche herkommen und greife anschliessend die entsprechenden Gefechtsstände an, wo sich dann auch die Generäle aufhielten.

«Zum anderen sind die Generäle in den Gefechten sehr weit vorne», sagt Richter – gerade weil es wohl Führungsprobleme gebe und die Generäle unter Erfolgsdruck stünden. Militärexperte Gustav Gressel sieht noch einen weiteren Grund: Es mache sich ein Fehler in der russischen Offiziersausbildung bemerkbar. Offiziere würden erst ab dem Majorsrang und einer Verwendung in Bataillonsstäben gründlich in Taktik geschult, sagt er zu «t-online».

Experten fürchten Generalmobilmachung 

Auch der britische Geheimdienst rechnet damit, dass die Führungs- und Personalprobleme weiter anhalten werden. Experten befürchten deswegen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin am 9. Mai, dem «Tag des Sieges» über Nazideutschland 1945, eine Generalmobilmachung ausrufen und der Ukraine offiziell den Krieg erklären könnte.

Die britische Regierung veröffentlicht schon seit Monaten in ungewöhnlich offener Art und Weise regelmässig Geheimdienstinformationen zum Verlauf des Angriffskriegs. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

(MaM,dpa)

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Macca_the_Alpacca
08.05.2022 22:16registriert Oktober 2021
Moskau schickt wohl Offiziere an die Front... das ist super so. Dann sind die Truppen bald noch viel zielloser und unorganisierter. Nur weiter so.
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Sonar
08.05.2022 22:33registriert Dezember 2018
Sollte nicht besser Putin und seine Schergen gleich selbst an der Front nach dem Rechten sehen, live im Fernsehen zeigen und viel funken?! Ich könnte mir vorstellen, dass das viel Positives bewirken würde…
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Daniel Pünter
08.05.2022 23:49registriert April 2021
Putler wird am 9.5. wohl die Mobilmachung bekannt geben. Helfen wird es nichts, da die neuen Leute erst ausgebildet etc werden müssen, oder er schickt sie als Kanonenfutter gleich an die Front. Das wird nur noch schlimmer für die Rushisten.
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