International
Russland

«Z» – wie sich immer mehr Russen mit Putin solidarisieren

«Z» – wie sich immer mehr Russen mit Putin solidarisieren

Das «Z» auf russischen Armeefahrzeugen hat schon vor dem Einmarsch in die Ukraine Spekulationen ausgelöst. Laut Kreml verbirgt sich dahinter eine Siegesparole – die in Russland jetzt immer häufiger zu sehen ist. 
07.03.2022, 13:4707.03.2022, 14:37
Mehr «International»
Ein Artikel von
t-online

Iwan Kuliak ist wohl nur der prominenteste Fall: Beim Weltcup in Katar stieg der russische Turner mit einem «Z» aus Klebestreifen auf der Brust auf das Siegertreppchen – ausgerechnet neben seinem ukrainischen Konkurrenten Illja Kowtun. Der internationale Turnerverband will Kuliak für dessen «schockierendes Verhalten» abstrafen, doch in Russland ist das «Z» jetzt immer häufiger zu sehen.

Zuerst tauchte das Symbol Ende Februar auf russischen Armeefahrzeugen an der Grenze zur Ukraine auf. Über die Bedeutung wurde viel spekuliert, bis sich die russische Regierung selbst zu der Kriegsbemalung auf Panzern und Lkw äusserte: Demnach steht das «Z» für  «Sa popjedoj» – «Für den Sieg» . Inzwischen ist der Buchstabe, der im kyrillischen Alphabet nicht existiert, immer häufiger im russischen Alltag zu sehen. 

Das «Z» taucht auf Autos und in sozialen Medien auf

So berichtet der Moskauer Historiker und Journalist Kamil Galeev auf Twitter, dass immer mehr private Autofahrer das «Z» auf ihre Fahrzeuge malen, um ihre Unterstützung für den Krieg gegen die Ukraine auszudrücken: 

Auch in den sozialen Medien ist das «Z» inzwischen zum Erkennungszeichen geworden, berichtet Galeev. Accounts, die sich zum Krieg und zu Putin bekannten, bauten den Buchstaben in ihre Profilnamen und Logos ein. Besonders aktiv auf diesem Feld ist die Duma-Abgeordnete Marija Butina. In ihrem Facebook-Profilbild trägt sie ein schwarzes T-Shirt mit dem Buchstaben «Z» und nutzt in einem Beitrag auch den Slogan «In der Wahrheit liegt die Kraft. Z». In diesem auf Twitter geteilten Video malt sich Butina, die in den USA vor einigen Jahren als russische Spionin aufflog , das «Z» auf ihr Revers:

Wenig überraschend ist, dass sich auch die kremltreue Jugendorganisation «TeamPutin» hinter das «Z» stellt. Auf Twitter kursierte am Wochenende dieses Propagandavideo der Organisation: Darin sind hunderte junge Menschen in schwarzen Pullovern mit einem «Z» darauf bei einem Rockkonzert zu sehen: 

Ähnliche Schwingungen gehen von diesen Aufnahmen aus, sie sollen einen Aufmarsch von Putin-Anhängern in St. Petersburg zeigen. Viele Teilnehmer sind in schwarzen Pullis mit «Z» zu sehen, gefordert wird die «Befreiung und Denazifizierung» der Ukraine. 

«Dieses Zeichen, das erst vor wenigen Tagen erfunden wurde, ist jetzt schon zum Symbol der neuen russischen Ideologie und nationalen Identität geworden», schreibt Historiker Galeev auf Twitter. «Und es findet eine Menge Unterstützer. Niemand zwingt die Leute, das 'Z' auf ihre Autos zu malen». 

Verwendete Quellen:

(mk,t-online )

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Ukraine-Krieg: die Akteure im Überblick
1 / 14
Ukraine-Krieg: die Akteure im Überblick
Durch Russlands Angriff auf die Ukraine in der Nacht vom 23. auf den 24. Februar, ist die jahrelange Ukraine-Krise von einem blossen Konflikt zum Krieg geworden. Wer die wichtigsten Beteiligten sind, erfährst du hier:

Wladimir Putin ist seit 2000 (mit Unterbrechung von 2008 bis 2012) Präsident von Russland. Er sieht die Stabilität seines Systems seit den frühen Jahren seiner Präsidentschaft durch den Westen bedroht und will verhindern, dass die Ukraine Nato-Mitglied wird und eine westlich orientierte Demokratie aufbaut. Am 24. Februar befahl Putin schliesslich den Angriff auf die Ukraine. Offizielle Leitmotive für den Krieg sind die «Demilitarisierung und Entnazifizierung».
... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Anti-Kriegs-Proteste in mehreren russischen Städten – die Polizei greift ein
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
160 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
f303
07.03.2022 14:03registriert Februar 2014
Sieht man wieder sehr schön, was Propaganda und gezielte Missinformation mit den Menschen macht. Besonders wenn es zusätzlich erschwert wird, sich neutral zu informieren. Gibt aber sicher auch ein paar, die sich in der Rolle des bösen Outlaw gefallen.
2707
Melden
Zum Kommentar
avatar
Salvatore_M
07.03.2022 14:04registriert Januar 2022
Biireweich, kindisch, rücksichtslos und vor allem unmenschlich. Im Namen des „Z“ sterben Zivilisten, darunter fliehende, unschuldige Frauen und Kinder.
24510
Melden
Zum Kommentar
avatar
Schniggeding
07.03.2022 15:01registriert Oktober 2016
Da sind wir nicht mehr weit davon entfernt.
«Z» – wie sich immer mehr Russen mit Putin solidarisieren\nDa sind wir nicht mehr weit davon entfernt.
773
Melden
Zum Kommentar
160
Nach Post zu Trump-Attentat – Rundfunk feuert Social-Media-Star
RBB-Moderator Sebastian Hotz bedauerte öffentlich das gescheiterte Attentat auf Donald Trump. Nun zieht sein Arbeitgeber die Reissleine.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zieht Konsequenzen aus dem umstrittenen Post von Sebastian Hotz zum Trump-Attentat. Wie der Sender am Dienstagnachmittag mitteilte, wird der 28-Jährige nicht mehr für den RBB arbeiten. «Seine Äusserungen dort sind mit den Werten, für die der RBB einsteht, nicht vereinbar. Wir beenden daher die Zusammenarbeit ab sofort bis auf weiteres und haben den Autor entsprechend unterrichtet», sagte RBB-Programmdirektorin Katrin Günther.

Zur Story