International
Russland

Wagner-Söldner in Ukraine stationiert – fast alles Strafgefangene

Zehntausende «Wagner»-Söldner in Ukraine stationiert – fast alle sind Strafgefangene

23.12.2022, 06:2923.12.2022, 16:50

In der Ukraine sind nach Angaben der US-Regierung Zehntausende Söldner der russischen «Wagner»-Kampfgruppe stationiert. Man schätze, dass derzeit 50'000 Söldner in der Ukraine im Einsatz seien, darunter 40'000 Strafgefangene, sagte der Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses, John Kirby, am Donnerstag in Washington.

Allein in den vergangenen Wochen seien etwa 1000 «Wagner»-Kämpfer bei Kämpfen getötet worden. Rund 90 Prozent von ihnen seien Sträflinge gewesen, sagte Kirby. Die Gefangenen stammten aus russischen Gefängnissen. In bestimmten Fällen sei das russische Militär dem Kommando der «Wagner»-Gruppe unterstellt.

A mural depicting mercenaries of Russia's Wagner Group that reads: "Wagner Group - Russian knights" on a wall in Belgrade, Serbia, Tuesday, Sept. 20, 2022. The Kremlin said Tuesday that ...
Berühmt-berüchtigt: die Wagner-Söldner.Bild: keystone

Kirby gab ausserdem an, dass «Nordkorea eine erste Waffenlieferung an »Wagner« abgeschlossen» habe – die Söldnergruppe habe dafür bezahlt. «Wir gehen davon aus, dass die Menge an Material, die an »Wagner« geliefert wurde, die Dynamik auf dem Schlachtfeld und in der Ukraine nicht verändern wird, aber wir sind auf jeden Fall besorgt, dass Nordkorea plant, mehr militärische Ausrüstung zu liefern.»

Die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield teilte mit, Nordkorea habe die Waffen im vergangenen Monat geliefert. «Es ist verabscheuungswürdig, dass Russland, ein permanentes Mitglied des UN-Sicherheitsrats – in Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats – nun Waffen aus Nordkorea und aus dem Iran benutzt, um seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen», so Thomas-Greenfield.

Der für seine engen Beziehungen zu Kremlchef Wladimir Putin bekannte russische Geschäftsmann Jewgeni Prigoschin hatte im September erstmals direkt öffentlich eingeräumt, die berüchtigte Söldnertruppe gegründet zu haben. Er habe die Einheit 2014 für den Einsatz auf russischer Seite im ukrainischen Donbass gebildet, erklärte Prigoschin.

Er bestätigte auch Einsätze der «Wagner»-Gruppe in Syrien, anderen arabischen Ländern sowie in Afrika und Lateinamerika. «Wagner»-Söldner waren demnach auch im Sudan, in Mali und Libyen. Putin hatte stets bestritten, dass die Söldnergruppe auf Geheiss des Kremls gebildet und zur Unterstützung der russischen Armee eingesetzt worden sei.

FILE - Russian businessman Yevgeny Prigozhin is shown prior to a meeting of Russian President Vladimir Putin and Chinese President Xi Jinping in the Kremlin in Moscow, Russia, July 4, 2017. The White  ...
Jewgeni Prigoschin.Bild: keystone

Prigoschin drehe Menschen in der Ukraine «buchstäblich durch den Fleischwolf», sagte Kirby. Er nehme keinerlei Rücksicht auf Menschenleben, schon gar nicht auf ukrainische. «Aber ich würde so weit gehen zu sagen, auch nicht auf russische», so Kirby. Er kündigte an, dass die US-Regierung neue Sanktionen gegen die Söldnertruppe verhängen werde. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Traurige Szenen – die Heldengräber in der Ukraine
1 / 17
Traurige Szenen – die Heldengräber in der Ukraine
Ukrainische Soldaten begraben kurz nach Weihnachten 2023 ihren Kameraden Vasyl Boichuk im Dorf Iltsi.
quelle: keystone / evgeniy maloletka
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieser französische General und Ukraine-Experte «bewundert die Schweizer Armee»
Video: twitter
Das könnte dich auch noch interessieren:
Alberta bleibt kanadisch: Drei Viertel stimmen gegen Abspaltung
Die Provinz Alberta hat mit grosser Mehrheit gegen die Durchführung eines Referendums über die Unabhängigkeit von Kanada gestimmt.
Die Einwohner der kanadischen Provinz Alberta haben sich ersten Prognosen zufolge gegen weitere Schritte in Richtung einer Unabhängigkeit von Kanada ausgesprochen. Mehr als 76 Prozent der Wähler sprachen sich für einen Verbleib der Provinz in Kanada aus.
Zur Story