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Sonntagsnews: Schweizer Spitäler investieren viel mehr

Blick auf Haus 4 des St. Galler Kantonsspitals, aufgenommen am Samstag, 2. Maerz 2024, in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
Viele Schweizer Spitäler haben in den vergangenen Jahren stark investiert, im Bild die Baustelle beim Kantonsspital St. Gallen.Bild: KEYSTONE

Schweizer Spitäler investieren viel mehr, Hotelpreise im Sommer steigen – die Sonntagsnews

Forderungen an Google aufgrund des Gaza-Kriegs, Anzeigen wegen körperlicher Gewalt an Spitälern und höhere Hotelpreise wegen des Fachkräftemangels: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
19.05.2024, 07:48
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Wegen Israel-Zusammenarbeit: Google-Mitarbeitende protestieren

Google-Mitarbeitende in Zürich haben den Stopp des umstrittenen KI-Projekts Nimbus gefordert. «Google baut Werkzeuge, die im Krieg Menschenleben fordern», sagte ein Zürcher Mitarbeiter der «SonntagsZeitung». Google verstärkte demnach die Zusammenarbeit mit Israel nach der Eskalation des Gaza-Kriegs. Derweil veröffentlichten Aktivisten der Universität Lausanne eine Liste mit Namen aller Uni-Angehörigen, die mit Forschenden in Israel zusammenarbeiten. Bei keiner der Forschungsarbeiten sei ein Zusammenhang mit dem Krieg oder der israelischen Politik erkennbar, schrieb die «SonntagsZeitung». Die SVP verlangte vom Bundesrat, die Hintergründe der Besetzungen an Schweizer Universitäten aufzuarbeiten, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Es soll etwa untersucht werden, welche in- und ausländischen Netzwerke hinter den Protesten stehen.

Deutlich mehr Gewalt gegen Pflegepersonal

Anzeigen wegen körperlicher Gewalt an Schweizer Spitälern haben sich in den letzten drei Jahren verdoppelt. Die Kantonspolizeien mussten letztes Jahr über 70 Mal wegen schweren Drohungen an Schweizer Spitälern und Kliniken aktiv werden, wie eine Auswertung des Bundesamts für Statistik für «SonntagsBlick» zeigte. Die Kantonspolizeien registrierten demnach rund 490 Gewaltstraftaten. Am Universitätsspital Zürich interveniere der Sicherheitsdienst mehrmals täglich. Bei den 900 Fällen ging es um Beschimpfungen, Drohungen oder Handgreiflichkeiten gegen Personal auf der Notfallstation. Der Sicherheitsdienst am Inselspital Bern wurde 2200 Mal gerufen, wie die Zeitung schrieb.

Schweizer Hotels wollen mit den Preisen rauf

Jedes zweite Schweizer Hotel will diesen Sommer die Zimmerpreise erhöhen. Grund dafür ist der Fachkräftemangel, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Vier von fünf Hotels bekundeten Mühe, ihre offenen Stellen zu besetzen. Das zeigte eine Umfrage des Verbands Hotelleriesuisse. Insbesondere Köchinnen und Köche sowie Servicepersonal seien knapp. Folglich erhöhten gewisse Hotels die Löhne und stellten Headhunter für die Rekrutierung neuer Mitarbeitenden an. Das Gastgewerbe sei eine Branche mit sehr dünnen Margen und momentan würden die Personalkosten massiv steigen, sagte Verbandspräsident Martin von Moos der Zeitung. «Wir können das nicht irgendwie abfedern, sondern müssen es an die Kunden weitergeben.»

Kostenbremse-Initiative: Beschwerde von Jungfreisinnigen

Die Jungfreisinnigen haben eine Abstimmungsbeschwerde zur Kostenbremseinitiative eingereicht. Durch die Darstellung der Zahlen im Abstimmungsbüchlein wird die Bevölkerung nach Auffassung der Jungpartei in die Irre geführt, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Aus formalen Gründen habe sie die Beschwerden in den Kantonen Basel, Bern und Zürich eingereicht. Grund für die Kritik sei, dass die Entwicklung der Löhne und der Prämien in Prozenten und nicht in absoluten Zahlen dargestellt werde. Dadurch sei nicht ersichtlich, dass die Löhne deutlich stärker stiegen als die Prämien. Das kritisierte auch die Ärztevereinigung. Die Bundeskanzlei widersprach der Kritik. Die Darstellung in Prozenten sei angebracht.

Schweizer Spitäler investieren viel mehr – teils umstritten

Die jährlichen Investitionen von Schweizer Spitälern sind zwischen 2010 und 2022 um eine Milliarde Franken auf 2,8 Milliarden Franken gestiegen. Insgesamt haben Spitäler in dieser Zeitspanne über 30 Milliarden Franken investiert, wie nach Angaben der «SonntagsZeitung» neue Zahlen des Bundesamts für Gesundheit zeigten. Im Jahr 2022 machten die Investitionen der Spitäler gemäss einer Berechnung rund vier Prozent des Prämienvolumens aus. Spitäler würden vermehrt die Kantone um Hilfe fragen. Die Finanzhilfen seien aber politisch und juristisch umstritten. In einigen Kantonen entsprächen sie nicht den bundesrechtlichen Vorgaben, sagte Bernhard Rütsche, Rechtsprofessor an der Universität Luzern. Er habe schon mehrere Gutachten zum Thema erstellt.

Cassis spart bei Deza

Das Aussendepartement hat die Sektion Ernährungssicherheit innerhalb der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) geschlossen. Zudem wurden die Ausgaben für Ernährungssicherheit 2024 mit 60,6 Millionen Franken rund zwei Millionen tiefer angesetzt als im Vorjahr, wie ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) «SonntagsBlick» mitteilte. Die Deza warnte vor einem «Reputationsrisiko». Das entnahm die Zeitung einer internen Notiz. Die Sektion habe Pionierarbeit auf verschiedenen Ebenen geleistet, hiess es darin. Die Ernährungssicherheit bleibe ein zentrales Thema für die Deza, teilte ein EDA-Sprecher mit. Im Zuge einer Neuorganisation würden zwei Sektionen zusammengeführt. Nach Informationen der Zeitung verabschiedet der Bundesrat am Mittwoch die neue Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit.

Schweiz rechnet mit mehr chinesischen Touris – Debatte um Overtourism

Die Zahl chinesischer Touristen wird laut Prognose von Schweiz Tourismus dieses Jahr weiter ansteigen und weniger als 20 Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. Das Marketing in China ziele darauf ab, das Wachstum bis zur vollständigen Erholung anzukurbeln, sagte eine Sprecherin des Tourismusverbands zu «SonntagsBlick». Angesichts der Debatte um Übertourismus wird das Marketing allgemein infrage gestellt. Gesetzlich ist Schweiz Tourismus verpflichtet, «die Nachfrage für die Schweiz als Reise- und Tourismusland» zu fördern, schrieb die Zeitung. Fachpersonen forderten ein Umdenken der Werbung – auch um Touristenströme zu verteilen. Die Schweiz sei noch lange nicht am Limit angekommen, sagte Verbandspräsident Martin Nydegger.

Exodus bei der FIFA-Rechtsabteilung

Rund 90 von 120 Angestellten der Fifa-Rechtsabteilung haben das Unternehmen verlassen oder planen dies zu tun. Dazu gehörten auch Kaderpersonen, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Der Weltfussballverband Fifa sei beim Versuch, seine Rechtsabteilung und weitere Abteilungen in die US-Stadt Miami zu verlegen, auf grosse Schwierigkeiten gestossen. Unter den Abgängen befanden sich Experten für Fernsehrechte, Sport-Sponsoring, für die Doping-Thematik und den Transfermarkt. Ein Fifa-Mann habe die Vermutung geäussert, dass die Abgänge teils einkalkuliert gewesen sein könnten. Der Vorgang illustriert laut der Zeitung, wie schwer es der Fifa fallen würde, den Hauptsitz von Zürich abzuziehen.

Grüne Ex-Bundesrichterin kritisiert EGMR-Klima-Urteil

Die ehemalige Bundesrichterin für die Grüne Partei, Brigitte Pfiffner, hat die Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) als «juristisch nicht haltbar» bezeichnet. Das Gericht mache Politik, statt die Menschenrechtskonvention auszulegen, sagte Pfiffner in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Im Fall der Klimaseniorinnen gehe das EGMR in der Urteilsbegründung auf die zentralen Fragen kaum ein. Eine davon laute, in welchem Menschenrecht der Verein verletzt sei. Die Dünne der Argumentation habe Pfiffner erschüttert. «Mit solch politisch gefärbten Urteilen untergräbt das Gericht seine Glaubwürdigkeit.»

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Schweizer Regierung hat sich in eritreischem Machthaber getäuscht

Noch in den 1990er Jahren hat Bundesbern den eritreischen Autokraten Isaias Afewerki als Hoffnungsträger gesehen. Das zeigten bisher unveröffentlichte Dokumente aus dem diplomatischen Archiv, wie die «NZZ am Sonntag» schrieb. Die offizielle Schweiz schätzte die Lage komplett falsch ein, schrieb die Zeitung. Offensichtlich hätten sich die Schweizer vom Charisma des Machthabers täuschen lassen. Afewerki sei ein «unprätentiöser, besonnener Staatslenker, der auch Fehler offen zugibt», schrieb der Schweizer Botschafter 1992 nach Bern. «Auch die Menschenrechtslage gibt zu Optimismus Anlass», schrieb das Aussendepartement 1992. Der Eindruck hat sich geändert: Im Falle des Todes von Afewerki könne es schlimmstenfalls zu einem Bürgerkrieg kommen, teilte das Staatssekretariat für Migration der Zeitung mit. (sda/con)

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