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International
Schweiz

Ungeimpfte US-Touristen dürfen nicht einreisen – Branche macht Druck

Ungeimpfte US-Touristen dürfen weiterhin nicht einreisen – Tourismusbranche macht Druck

Im Inland sind mit Maskenpflicht und Isolation die letzten Coronamassnahmen gefallen. Doch für Einreisen in die Schweiz gelten die klare Mehrheit der Staaten weltweit weiterhin als Risikoländer mit entsprechenden Einschränkungen. Das könnte sich auf Druck der Tourismusbranche bald ändern.
21.04.2022, 20:2921.04.2022, 21:10
Christoph Bernet / ch media

Seit drei Wochen ist die Schweiz zurück in der «normalen Lage». Masken sieht man in Geschäften und im öffentlichen Verkehr nur noch vereinzelt. Wer sie trägt, tut dies freiwillig. Ebenso freiwillig ist die Isolation im Falle eines positiven Testresultats.

Denn mit der Rückkehr zur normalen Lage hat der Bundesrat per 1. April diese beiden letzten zuvor noch geltenden Massnahmen aufgehoben. Zumindest im Inland wird Corona von Behördenseite als Krankheit wie jede andere behandelt.

Schweiz hebt alle Einreisebeschränkungen auf
Reisende aus dem Ausland können bald wieder zu den üblichen Bedingungen in die Schweiz einreisen respektive Visa beantragen. Am 2. Mai werden die letzten wegen der Pandemie noch bestehenden Einreisebeschränkungen aufgehoben.
Ab Montag in einer Woche gelten wieder die ordentlichen Vorgaben für Reisen in die Schweiz, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am Donnerstagabend im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte. Noch werden etliche Staaten ausserhalb des Schengen-Raumes und Europas vom SEM als Risikoländer geführt.
sda

Im grenzüberschreitenden Personenverkehr hingegen ist dies nicht der Fall. Dort hat die Covid-19-Pandemie weiterhin grosse Auswirkungen. Noch immer sind pandemiebedingte Reiseeinschränkungen in Kraft, gestützt auf die Covid-Verordnung.

Die entsprechenden Weisungen des Staatssekretariats für Migration (SEM) zuhanden der Kantone und Grenzkontrollbehörden wurden zuletzt am 21. März aktualisiert – zu einem Zeitpunkt, als sich die Rückkehr zur normalen Lage und die damit verbundene Aufhebung der letzten Massnahmen im Inland per Ende April längst abgezeichnet hat. Sie sind bis heute in Kraft.

In this image released by World Press Photo, Thursday April 15, 2021, by Roland Schmid, part of a series titled Cross-Border Love, which won the second prize in the General News Stories category, show ...
Die Zeiten der geschlossenen Grenzen (wie hier am 15. April 2021 in Riehen BL) sind vorbei – aber Einschränkungen bleiben.Bild: keystone

Wichtige Herkunftsmärkte der Tourismusbranche betroffen

Betroffen davon sind Reisende aus Staaten, welche das SEM auf seiner Liste mit Risikoländern auflistet. Darauf findet sich die grosse Mehrheit aller Staaten. Nicht Teil der Risikoliste sind lediglich die Schengen- und EU-Mitgliedsstaaten, einige europäische Kleinstaaten und vereinzelte Drittstaaten wie Südkorea, Taiwan, Kuwait oder Chile.

Wer aus einem Risikostaat in die Schweiz einreisen möchte, der muss dafür gewisse Bedingungen erfüllen. Wer weder aus Erwerbsgründen noch aufgrund eines Härtefalls einreist, sondern beispielsweise zu rein touristischen Zwecken, der muss vollständig geimpft sein.

Nicolo Paganini, CVP-SG, spricht zur Grossen Kammer an der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 10. September 2020 im Nationalrat in Bern. Aufgrund der Krise um die Pandemie des Co ...
Nationalrat Nicolo Paganini (Mitte/SG)Bild: keystone

Von dieser Regelung betroffen sind auch für den Schweizer Tourismussektor wichtige Herkunftsmärkte wie die USA, Grossbritannien oder Indien. Das Festhalten an den Beschränkungen hat in der Branche für Unmut besorgt. Der Schweizerische Tourismusverband STV, die politische Interessensvertretung der Branche, hat seine Forderungen Ende März in einem Schreiben beim Bundesrat platziert.

STV-Präsident und Mitte-Nationalrat Nicolo Paganini sagt gegenüber CH Media, dass die Reiseeinschränkungen für wichtige Herkunftsländer einen «signifikanten Einfluss» auf die Branche haben. Seinem Verband sei es vor allem wichtig, dass die Regeln den Schweizer Tourismus gegenüber der Konkurrenz in anderen europäischen Ländern nicht benachteiligt werde.

Offenbar stehen die Chancen gut, dass die Schweiz die Einschränkungen bald lockern wird, wie STV-Sprecherin Martina Bieler erklärt:

«Wir haben momentan positive Signale, dass unsere Forderungen erhört wurden.»

Ähnlich klingt es bei Schweiz Tourismus, der zu knapp 60 Prozent vom Bund finanzierten Organisation zur Tourismusförderung. Man stehe in engem Austausch mit den Behörden und unterstütze deren Bestrebungen, auch die letzten Einreisebeschränkungen für Gäste aus den wichtigen Herkunftsmärkten aufzuheben, sagt Sprecher André Aschwanden. Diesbezüglich seien momentan Anstrengungen zur Lösung im Gange.

epa06400043 A tourist wearing a red hat with a Swiss cross looks at the landscape from the 'Peak Walk' suspension bridge on a winter day at the Glacier 3000 on the Col du Pillon between Gstaad and Les ...
Eine Touristin betrachtet die Landschaft von der Hängebrücke «Peak Walk» an einem Wintertag auf dem Glacier 3000 auf dem Col du Pillon zwischen Gstaad und Les Diablerets in der Schweiz, 20. Dezember 2017. Bild: EPA/KEYSTONE

SEM: «Nur kleine Personengruppe betroffen»

Die Schweiz orientiere sich bezüglich Einreisebestimmungen wie schon während der ganzen Pandemie an der EU, heisst es beim SEM. Deren Behörden und jene der EU-Mitgliedsstaaten beobachteten die pandemische Lage sehr genau und seien «stetig bestrebt, die Reisebeschränkungen soweit wie möglich aufzuheben».

Über den möglichen Zeitpunkt einer vollständigen Aufhebung der Restriktionen wolle man nicht spekulieren, sagt das SEM. Und ergänzt, dass die Einreisebeschränkungen nur noch eine kleine Personengruppe betreffe, da insbesondere Ausnahmen für Geimpfte, Genesene, Minderjährige und Personen in einer Härtefallsituation bestehen würden.

Detaillierte Angaben zur Anzahl Personen, welche aufgrund der Covid-bedingten Einschränkungen an der Grenze zurückgewiesen werden, hat man weder beim Bundesamt für Grenzsicherheit (BAZG) noch bei der Kantonspolizei Zürich, welche die Grenzkontrollen am Flughafen Zürich durchführt. Die Fluggesellschaft Swiss spricht lediglich davon, dass die Unvollständigkeit bei den Reisedokumenten vereinzelt noch zur Verweigerung der Beförderung führen könne.

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23 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Str ant (Darkling)
21.04.2022 20:42registriert Juli 2015
Keine Extrawurst für US-Amerikaner
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Forest
21.04.2022 20:55registriert April 2018
Impfen Problem gelöst ansonsten in USA bleiben....
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leu84
21.04.2022 21:17registriert Januar 2014
Für eine handvoll Dollar muss man keine Sonderbehandlung bieten.
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