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#StopIslam vs. #AufdieLiebe: Wie sich die Internet-Community selber ausspielte ... und trotzdem einen Sieg einfuhr

Das Twitter-Battle zu den Anschlägen in Brüssel war spannend wie ein packendes Fussballspiel. Ein Eigentor, eine spektakuläre Wende und am Ende die Tabellenführung, es fehlte an nichts. Allerdings spielte nur ein Team. 



Die Ausgangslage

Ein Anschlag erschüttert Europa; Mitglieder des sogenannten «Islamischen Staats» zünden in Brüssel mehrere Bomben und töten mindestens 34 Menschen. 

Ein Blick auf Twitter zeigt: Betroffen fühlen sich alle.

Doch damit hören die Gemeinsamkeiten der User auch schon auf. Geht es darum eine Ursache für das schreckliche Ereignis zu nennen, gehen die Meinungen weit auseinander. Während die eine Seite reflexartig den Islam für den Terror verantwortlich macht, sieht die andere Seite genau in diesem Verhalten das Problem. 

So hat sich auf Twitter in den vergangenen Stunden ein veritabler Hashtag-Kampf zwischen dem Team «Islam-Freunde» und dem Team «Islam-Gegner» ereignet. 

Vermeintlich.

Doch zunächst eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse in vier Phasen. 

Das Spiel

1. #StopIslam taucht in den Twitter-Trends auf – das heisst kaum ein Hashtag wird kurz nach den Anschlägen so oft verwendet wie dieser.

Und tatsächlich: Einige Twitter-User nutzen den Hashtag, um gegen den Islam Stimmung zu machen.

2. Innert Kürze erobert der Hashtag die Timelines der User weltweit. Mancherorts avanciert er sogar zum «Trending-Topic» Nummer 1. 

3. Das Lager der Islam-Freunde reagiert entrüstet. Der Islam als Religion habe nichts mit diesen Anschlägen zu tun, so der Tenor. Abertausende User versuchen gegen diesen Trend anzutwittern. 

4. Also wird eine Gegenkampagne gestartet. Der Hashtag #AufdieLiebe wird lanciert; der Anschlags-Frust soll trotzig romantisch weggetrunken werden. 

Denn:

Also, hoch die Gläser!

4. Et voilà: Kurz vor Mitternacht ist es soweit. Die Wende ist geglückt. #AufdieLiebe fährt den Sieg ein. Beim Team «Islam-Freunde» macht sich grosse Freude breit. Was für eine Reaktion!

Die Spielanalyse

Na, hat's gedämmert?

Der Hashtag #StopIslam war nur deshalb in den Trends, weil er derart heftig bekämpft wurde. 

Allein dieser Tweet wurde zum Beispiel über 800 Mal retweetet: 

Kein Wunder also, dass er sich an die Spitze der Trends-Tabelle vorkämpfen konnte. 

Das Team «Islam-Freunde» hat also ein Spiel gegen sich selber ausgetragen und sich zunächst mit einem Eigentor arg in Rücklage gebracht. Dann jedoch stark reagiert und die Partie mit viel Kampfgeist noch gedreht.

Aufgrund der Moral, welche die Freunde des Islams bewiesen haben, geht der Sieg letzten Endes auch absolut in Ordnung. Freuen wir uns mit ihnen!

In diesem Sinne: Prost, #AufdieLiebe!

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