International
Spanien

Argentinischer Präsident Javier Milei besucht Spanien erneut

Milei nimmt nach diplomatischem Eklat einen zweiten Anlauf und besucht Spanien

21.06.2024, 16:2122.06.2024, 14:29
Mehr «International»
epa11427817 Argentina's President Javier Milei (C) reacts upon arrival to Madrid, Spain, 21 June 2024, where he is to meet with Madrid's Regional President Isabel Diaz Ayuso, and will be awa ...
Der argentinische Präsident Javier Milei bei seiner Ankunft am Freitag in Madrid.Bild: keystone

Der argentinische Präsident Javier Milei hat seine Europareise begonnen. Der ultraliberale Politiker traf am Freitagnachmittag in der spanischen Hauptstadt Madrid ein. Treffen mit Vertretern der linken Regierung oder mit dem spanischen Staatsoberhaupt, König Felipe VI., sind auf dieser ersten Etappe allerdings nicht vorgesehen.

Der Grund: Die Beziehungen zwischen Milei und der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez sind äusserst schlecht. Nach einem diplomatischen Eklat bei einem ersten Besuch Mitte Mai hatte Spanien die Botschafterin in Buenos Aires abgezogen. Auf einer Wahlkampfveranstaltung der spanischen Rechtspopulisten (Vox) zur Europawahl hatte der Milei Sánchez scharf attackiert und die Frau des Sozialisten, Begoña Gómez, als «korrupt» bezeichnet.

Spanien warf dem Südamerikaner, der sich als «Anarchokapitalist» bezeichnet, unter anderem «Einmischung in die inneren Angelegenheiten» und ein «Frontalangriff auf unsere Demokratie, auf unsere Institutionen und auf Spanien» vor. Die Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung lehnte Milei ab. Er setzt seitdem seine Verbalattacken fort.

In Madrid war Milei im Mai wie ein Rockstar gefeiert worden. Die mehr als 10'000 Teilnehmer des Treffens begeisterte er mit Aussagen wie: Sozialismus führe «zu Sklaverei oder Tod» oder soziale Gerechtigkeit sei «immer ungerecht». Mit von der Partie waren zahlreiche hochrangige Politiker auch aus dem Ausland, darunter die Französin Marine Le Pen, der Portugiese André Ventura und auch der israelische Minister für soziale Gleichheit, Amichai Chikli. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni schaltete sich per Video zu und Ungarns Regierungschef Viktor Orbán schickte eine Botschaft.

Bei seinem neuen Besuch wird Milei sich unter anderem mit der konservativen Präsidentin der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, treffen, die ihm einen Orden verleihen wird. Die Zentralregierung warf Ayuso vor, Sánchez «provozieren» zu wollen. Zudem soll Milei einen Preis einer liberalen Stiftung bekommen. Am Wochenende reist Milei weiter nach Deutschland. Am Samstag ist der Argentinier in Hamburg, am Sonntag trifft er in Berlin Kanzler Olaf Scholz. Letzte Station der Europa-Reise ist Tschechien. (sda/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
    Aprilscherz an der Schmerzgrenze – Schweizer Botschafter auf WC-Kontrolle
    Der Schweizer Botschafter im Kongo Chasper Sarott hat sich einen 1.-April-Scherz erlaubt, den man auch falsch verstehen kann. Die Reaktionen auf Twitter gehen dementsprechend in beide Richtungen.

    Mit Zug fährt der weisse Geländewagen mit dem Schweizer Fähnli vor. Auftritt Chasper Sarott, Schweizer Botschafter in der Demokratischen Republik Kongo. Nach einigem Händeschütteln macht er sich an die Arbeit. Sein Programm heute: Prüfen, ob das in der Schweiz «während dreier Wochen» ausgebildete Reinigungspersonal auf der Höhe seiner Aufgabe ist und die Botschaftertoilette ordentlich in Schuss hält. So erzählt es ein Sprecher auf Französisch in dem knapp einminütigen Videoclip, den der Botschafter auf seinem offiziellen Konto auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) am Dienstag veröffentlicht hat.

    Zur Story