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epa06178062 Germany supporters cheer during the FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match between Germany and Czech Republic in Prague, Czech Republic, 01 September 2017.  EPA/FILIP SINGER

Rund 200 Personen sorgten in Prag für eine traurige Stimmung. Bild: EPA/EPA

Eklat bei Deutschland-Sieg + 200 Personen beteiligt + Zu diesem Klub gehören die Neonazis



Fussball-Deutschland muss nach dem gestrigen WM-Qualifikationsspiel in Tschechien über die Bücher. Sportlich lief es zwar einigermassen nach Plan. Doch was in der Gästekurve passierte, war eine «Katastrophe», wie Verteidiger Mats Hummels sagte.

Was ist passiert? Bereits einen Tag vor dem Länderspiel sollen Hooligans aus Deutschland durch die Prager Innenstadt gelaufen sein und dabei den Hitlergruss gemacht haben, berichten diverse deutsche Medien. 

Kurz vor dem Spiel am Freitagabend störten Zuschauer aus Deutschland eine Schweigeminute für zwei verstorbene tschechische Funktionäre. Während des Spiels beleidigten sie den deutschen Torschützen Timo Werner. 

Immer wieder waren nationalsozialistische Lieder zu hören, auch «Sieg Heil»-Rufe hallten durch die Prager Eden Arena. 

Die DFB-Vertreter wollten die Vorfälle zunächst nicht gross kommentieren. «Ich würde kein Riesendrama daraus machen», sagte etwa Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Joachim Löw wollte derweil gar nichts gehört haben. 

Die Spieler reagierten hingegen mit einem klaren Statement. Sie verzichteten nach dem Spiel auf eine Ehrenrunde. «Wir waren uns alle einig, dass wir da nicht hingehen und sie unterstützen», so der deutsche Spieler Julian Brandt.

200 Personen beteiligt

«Einzelaktionen», wie sie Bierhoff nannte, waren es jedenfalls nicht. Rund 200 deutsche Rechtsextreme sollen im Stadion gewesen sein. Wie Recherchen von «Bild» ergaben, sollen die Krawallanten aus dem Umfeld der Dresdner Gruppierungen «Faust des Ostens» und «Hooligans Elbflorenz» kommen. Sie können der Fanszene von Dynamo Dresden zugeordnet werden. Dynamo Dresden spielt in der 2. Bundesliga.

Dresden liegt nur rund 150 Kilometer von Prag entfernt, was den grossen Aufmarsch erklärt. Die Tickets konnten die Hooligans ohne grössere Kontrollen kaufen. Bis kurz vor Anpfiff waren die Karten in einem Einkaufszentrum neben dem Stadion für rund 40 Euro zu haben. Daten mussten keine preisgegeben werden. Wie «Bild» weiter berichtet, sollen sich 40 Personen gewaltsam Zugang zur Arena verschafft haben.

Verteidiger Mats Hummels meint dazu: «In Deutschland haben die Leute es schwerer –  was sehr gut ist. Man muss zusehen, dass man diese Leute aus dem Stadion rauskriegt.»

epa06178122 Germany's Mats Hummels celebrates scoring the 2-1 lead during the FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match between Germany and Czech Republic in Prague, Czech Republic, 01 September 2017.  EPA/MARTIN DIVISEK

Torschütze Mats Hummels findet klare Worte.  Bild: EPA/EPA

Inzwischen distanzierte sich auch DFB-Präsident Reinhard Grindel von den Hooligans. Auf Facebook attestierte er der Mannschaft ein «feines Gespür». «Wir werden niemals faschistische, rassistische, beleidigende und homophobe Schlachtrufe oder Gewalt dulden. Gemeinsam - als Mannschaft, Fans und DFB - müssen wir uns diesen Krawallmachern entgegenstellen.» (cma)

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