International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08247976 An Airbur A340 Aircraft (Tail number EP-MMR) owned by the Iranian Mahan Air  takes off from Dubai International Airport in Gulf emirate of Dubai, United Arab Emirates, 25 February 2020. The United Arab Emirates banned flights to all cities in Iran except Tehran for a week to avoid the spread of the Covid-19 coronavirus, according to a statement by the General Civil Aviation Authority of UAE.  EPA/ALI HAIDER

Ein Flugzeug der Mahan Air musste schnell in den Sinkflug gehen, um einem Kampfjet auszuweichen. Bild: EPA

Passagiermaschine über Syrien von US-Kampfflugzeugen bedroht



Eine iranische Passagiermaschine soll nach iranischen Angaben am Donnerstag im syrischen Luftraum von zwei fremden Kampfflugzeugen bedroht worden sein. Die Maschine der Mahan Air, Flug 1152, sei auf dem Weg Richtung Beirut schnell in den Sinkflug gegangen, um eine Kollision zu verhindern, berichtete der iranische Staatssender IRIB. Dabei hätten sich mehrere Passagiere verletzt. Das US-Militär bestätigte später die Annäherung einer eigenen Maschine an den Passagierjet zur Identifizierung.

Nach Angaben eines IRIB-Reporters, der selbst an Bord war, wurde vom syrischen Kontrollturm gesagt, dass es sich um zwei israelische Kampfjets gehandelt habe. Die hätten sich dem Verkehrsflugzeug bis auf 200 Meter genähert, behauptete der Reporter. Bei dem Sturzflug seien drei Passagiere leicht verletzt worden. «Das war nicht nur eine Bedrohung, sondern de facto ein Angriff der Zionisten (Israel) auf die iranische Maschine», sagte der Reporter.

Stunden später bestätigte das US-Militär, dass ein eigener Jet den Passagierjet im syrischem Luftraum kontrolliert habe. Die amerikanische F-15 habe den Passagierflieger «aus einer sicheren Entfernung von rund 1000 Metern» einer üblichen optischen Identifizierung unterzogen, teilte Hauptmann Bill Urban, Sprecher des zuständigen Central Command, mit. Anlass der Kontrolle sei die Sicherheit von Koalitions-Angehörigen in der Garnison in Al-Tarf gewesen. «Als der Pilot dann das Flugzeug als Passagierjet der Mahan Air identifizierte, entfernte sich die F-15 mit gebührendem Abstand von der Maschine. Die Aktion sei «im Einklang mit internationalen Standards» erfolgt.

Syrien hatte schon vorher in Richtung US-Luftwaffe argumentiert. Die syrische Staatsagentur Sana zitierte Vertreter des Luftfahrtamtes mit den Worten: «Ein Flugzeug, das zur US-geführten Koalition gehören soll, fing ein iranisches Verkehrsflugzeug in syrischem Luftraum im Gebiet von Al-Tanf ab und zwang den Piloten, in scharfen Sinkflug zu gehen. Dies führte zu kleineren Verletzungen bei Passagieren.» Die aus Teheran kommende Verkehrsmaschine habe ihren Flug nach Beirut fortsetzen können.

Auch das iranische Aussenministerium wollte eine israelische Beteiligung an dem Vorfall nicht bestätigen. «Die Details des Vorfalls werden noch untersucht und danach werden wir politische und rechtliche Schritte einleiten», sagte Sprecher Abbas Mussawi nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Ausserdem habe der Iran UN-Generalsekretär Antonio Guterres und die Schweizer Botschaft, die die diplomatischen Interessen der USA vertritt, über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die iranische Regierung erwarte, dass die Maschine sicher und ohne Zwischenfälle sicher nach Teheran zurückfliegen könne, so der Sprecher.

Der Direktor des Beiruter Flughafens erklärte dem libanesischen TV-Sender New, die iranische Maschine sei um 20.30 Uhr Ortszeit in Beirut gelandet. «Alle Passagiere sind wohlauf, doch einige hatten kleinere Verletzungen», sagte er. «Doch die meisten litten unter Schock und Angst.» Der Leiter des libanesischen Roten Kreuzes, George Kettneh, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: «Unsere Teams haben keine Verletzten in Krankenhäuser gebracht.» Die meisten Passagiere standen unter Schock, hiess es.

Im Internet kursierten Videos, die in dem Flugzeug aufgenommen worden sein sollen und Passagiere mit Schwimmwesten sowie Gegenstände auf dem Mittelgang zeigten. Die Echtheit der Aufnahmen war nicht festzustellen. (cki/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die 12 wohl bizarrsten Posts und Snaps aus dem Flugzeug

«Ich habe Respekt davor»: Deshalb fliegen diese Passagiere trotz Corona in die Ferien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Woichbinistvorne 25.07.2020 09:31
    Highlight Highlight Mit einem weiteren internationalen Zwischenfall können die AMIs die Presse gut von den Zuständen in den USA ablenken.
  • JackMac 24.07.2020 22:05
    Highlight Highlight Ein Passagierflugzeug musste schnell den Sinkflug einleiten um einem Kampfjet auszuweichen? 😂 Echt jetzt?
  • Hana Meier 24.07.2020 15:08
    Highlight Highlight Nützt nichts zu sagen der oder der war im Recht. Wir wissen schlichtweg nicht wer lügt, und werden es auch nie erfahren. Lügen ung Geheimhaltung. Die zwei grossen Krebsgeschwüre unserer Zeit.
  • Amarillo 24.07.2020 11:45
    Highlight Highlight Wenn es um die USA und Iran geht, ist die Objektivität stets gefährdet. Kann sein, dass sich das US-Flugzeug tatsächlich zu nahe an der Passagiermaschine befand. Kann aber auch sein, dass der Abstand genügend war, und die iranische Maschine aus "Propagandagründen" eine übertriebene Reaktion zeigte. Aber vielleicht tauchen ja noch Photos auf (...die man natürlich auch manipulieren kann...).
  • hgehjvkoohgfdthj 24.07.2020 11:10
    Highlight Highlight War also ein normaler Kontrollflug der Amerikaner. Da wollten die mal freundlich grüssen und der Iraner geht in den Sturzflug über. Sachen gibt's... Und wer ist schuld?
  • Victor Paulsen 24.07.2020 11:09
    Highlight Highlight Mag jetzt vieleicht ein bisschen komisch klingen, aber die USA überprüfen wenigstens das Flugzeug.
    Wenn die Iraner dies im Januar gemacht hätten, also in dem Fall nicht mit einem Kampfjet, weil es Nacht war, sondern vieleicht durch Informationen vom naheliegenden Tower, hätten sie vieleicht keine zivile Maschine abgeschossen
    (Ukraine-International-Airlines-Flug 752)
  • Posersalami 24.07.2020 09:26
    Highlight Highlight Wieso kontrolliert eine US Maschine innerhalb des syrischen Luftraums den Verkehr? Hat die USA ein Mandat, dort hoheitliche Rechte auszuüben?

    • Chääschueche 25.07.2020 06:37
      Highlight Highlight Vielleicht mal zum Thema Syrienkonflikt ein wenig Rechechieren.

      Dann hast du deine Antwort wieso die Amis dort flugis haben :)



    • Ueli der Knecht 25.07.2020 12:00
      Highlight Highlight Die USA berufen sich völkerrechtlich auf das Selbstverteidigungsrecht des Iraks.

      Zwar ist das ein mageres Argument, weil die Hilfestellung der USA dem Irak als Teil des aufoktroyierten Diktatfriedens aufgezwungen wurde, und weil nach der Tötung von Soleimani durch US-Streitkräfte auf irakischem Territorium das irakische Parlament entschieden hat, dass alle amerikanische Truppen aus dem Land gewiesen werden müssen (die Regierung hat das allerdings noch nicht umgesetzt).

      Die Amis berufen sich also auf irakische Selbstverteidigungsrechte. Nützen tut das aber vorallem den Israelis.

Weisses Haus will Trumps Kopf am Mount Rushmore in Stein meisseln – er findet: «Gute Idee»

Ein Mitarbeiter des Weissen Hauses soll letztes Jahr mit dem Büro der Gouverneurin von South Dakota Kontakt aufgenommen haben. Um sich nach dem Verfahren für das Hinzufügen weiterer Gesichter zu erkundigen. So berichtet es zumindest die New York Times unter Berufung auf einen republikanischen Beamten, der das Gespräch mitverfolgt haben soll.

Keine Überraschung für die Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, ebenfalls Republikanerin. Ihr zufolge habe der Präsident bereits bei ihrem ersten …

Artikel lesen
Link zum Artikel