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FILE - In this file photo taken on June 8, 2016 provided by the Syrian Civil Defense Directorate in Liberated Province of Aleppo, which has been authenticated based on its contents and other AP reporting, shows Syrian civil defense workers, right, helps an injured woman after warplanes attacked a street, in Aleppo, Syria. Residents trapped in rebel-controlled Aleppo are struggling to survive the crippling encirclement of their once thriving city. Bread, medication and fuel are running short. For the tens of thousands who chose to remain, the battle for Aleppo is a pivot point in the Syrian war. (Civil Defense Directorate in Liberated Province of Aleppo via AP, File)

Eine sterbende Stadt: Aufnahme aus dem zerstörten Aleppo. Bild: AP/Civil Defense Directorate in Liberated Province of Aleppo

Aleppo ist eine Schande – aber ein Eingreifen des Westens wäre noch schlimmer

Der syrische Bürgerkrieg ist eine humanitäre Katastrophe unsäglichen Ausmasses. Die Empörung ist riesig, viele zeigen mit dem Finger anklagend auf den Westen. Der aber hat nur schlechte Optionen.



Was in der syrischen Metropole Aleppo geschieht, lässt niemanden kalt, der menschliche Regungen besitzt. Zwei Millionen Menschen in der belagerten Stadt sind nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Die medizinische Versorgung ist katastrophal, weil gezielt Spitäler angegriffen werden. Das humanitäre Völkerrecht verbietet derartige Attacken, die als Kriegsverbrechen eingestuft werden.

Die UNO fordert eindringlich eine 48-stündige Feuerpause für Aleppo, doch das Regime von Präsident Baschar Assad und seine Verbündeten – Russland, Iran, schiitische Milizen – auf der einen und die von Islamisten dominierten Rebellen auf der anderen Seite scheinen entschlossen, die Schlacht um Aleppo auszufechten. Sie setzen nach wie vor auf eine militärische «Lösung». Vor allem Assad will die Stadt unbedingt unter seine Kontrolle bringen.

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Video: watson.ch

Kämpfe in Aleppo gehen trotz angekündigter Waffenruhe weiter

Die Kämpfe in Aleppo gehen trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause weiter. Mehrere Male nach dem eigentlichen Start der Waffenruhe um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr/MESZ) schlugen Granaten in den Rebellengebieten Aleppos ein. Die im englischen Coventry ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Beschuss. Moskau hatte am Mittwoch angekündigt, ab Donnerstag würden jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit (09.00 und 12.00 Uhr MESZ) alle Kämpfe sowie Artillerie- oder Luftangriffe eingestellt. Aleppo gilt als das am heftigsten umkämpfte Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Die Stadt ist zwischen dem Regime und verschiedenen Rebellengruppen aufgeteilt. (sda/dpa)

Die Zeche zahlt die geschundene Zivilbevölkerung. Für den streitbaren Publizisten Henryk M. Broder ist Aleppo «schlimmer als Auschwitz». Er fordert, «das Geschehen mit militärischen Mitteln zu stoppen». Bereits vor einem Monat äusserte sich «Bild» in ähnlicher Weise: Falls die Konfliktparteien in Aleppo nicht gewisse «Minimalforderungen der Menschlichkeit» erfüllen, «muss die Welt zeigen, dass sie bereit ist, die grundlegenden Menschenrechte zu verteidigen. Und dies mit allen vorhandenen und dazu notwendigen Mitteln.»

Verhängnisvolle Erlösungsfantasie

Derartige Forderungen sind so verständlich wie hilflos. Sie reflektieren die moralische Empörung angesichts des Blutvergiessens und der Ruchlosigkeit der am Krieg beteiligten Parteien. Gleichzeitig sind sie Ausdruck einer verhängnisvollen Erlösungsfantasie: Die USA und Europa sollen ihre geballte militärische Macht einsetzen, dann kommt alles gut in Syrien.

Wenn die Welt nur so einfach wäre. Militärische Interventionen des Westens in dieser Region haben nur selten positive Folgen gehabt. Für die syrischen Bürgerkrieg gilt dies erst recht. In dem chaotischen Konflikt bieten sich dem Westen nur schlechte Optionen.

Assads mächtige Freunde

Seit Beginn des Aufstands vor mehr als fünf Jahren ist Syrien ein Pulverfass. Unter dem Eindruck des Arabischen Frühlings erhoben sich Teile der Bevölkerung – längst nicht alle, die Christen etwa unterstützen Assad – gegen den verhassten Diktator. Dieser war entschlossen, seine Macht und die der alawitischen Minderheit, der sein Clan angehört, mit allen Mitteln zu verteidigen. Mit brutalster Gewalt ging er gegen die Aufständischen vor.

FILE - In this file photo taken on Tuesday, Oct. 20, 2015, Russian President Vladimir Putin, center, shakes hand with Syrian President Bashar Assad as Russian Foreign Minister Sergey Lavrov, right, looks on in the Kremlin in Moscow, Russia. Iran sits down with the United States, Russia, Europeans and key Arab states for the first time since the Syrian civil war began to discuss the future of the war-torn country. It will also break ground by bringing Assad’s main supporter, Iran, to the same table as its regional rivals, including Turkey and Saudi Arabia, who have been backing many of the insurgent groups.  (Alexei Druzhinin, RIA-Novosti, Kremlin Pool Photo via AP, File)

Baschar Assad beim Treffen mit Wladimir Putin im letzten Oktober. Bild: AP/POOL RIA NOVOSTI KREMLIN

Ein Sturz Assads schien dennoch nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch der Machthaber konnte auf mächtige Freunde zählen: Für Iran ist Syrien der wichtigste Verbündete in der arabischen Welt, weshalb nicht nur iranische Revolutionsgardisten, sondern auch schiitische Milizen aus Irak und Libanon an der Seite von Assads Streitkräften kämpfen. Auch Russland hat eminente strategische Interessen, es unterhält in Syrien seine einzigen Militärbasen am Mittelmeer.

Stellvertreterkrieg am Golf

Umgekehrt witterten Saudi-Arabien und Katar die Chance, den Erzfeind Iran mit der Beseitigung Assads empfindlich zu schwächen. Die beiden Golfmonarchien lieferten den Rebellen Waffen und finanzielle Unterstützung. Aus einem internen Konflikt wurde ein Stellvertreterkrieg um die Vormacht in der Region am Persischen – oder Arabischen – Golf.

Der Westen hatte in diesem Machtspiel auf dem Rücken der Menschen von Anfang an schlechte Karten. An Forderungen nach einem verstärkten Eingreifen fehlte es nie. So wurde etwa eine Flugverbotszone zum Schutz der Bevölkerung in den «befreiten» Gebieten angeregt. Dies hätte womöglich ein noch früheres Eingreifen der Russen provoziert. Wohin das hätte führen können, zeigt der Abschuss eines russischen Kampfjets durch eine türkische F-16 im letzten November.

Russland blockiert Sicherheitsrat

Eine zweischneidige Sache ist auch die Lieferung von Luftabwehrraketen an die Rebellen. Sie könnten sich damit gegen die syrische Luftwaffe wehren, insbesondere gegen die mörderischen Fassbomben-Abwürfe, mit denen Assad sein Volk terrorisiert. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Lenkwaffen in den falschen Händen am Ende nicht gegen syrische oder russische Flugzeuge und Helikopter eingesetzt werden, sondern gegen israelische Passagiermaschinen.

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Ohnehin scheuen Amerikaner und Europäer vor einem militärischen Eingreifen ohne Mandat des UNO-Sicherheitsrats zurück. Dort aber blockiert Russland mit seiner Vetomacht alle Beschlüsse, die gegen Assad gerichtet sein könnten. Es hat aus den Erfahrungen im Libyen-Konflikt gelernt. Der Sicherheitsrat beschloss damals Massnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung, die faktisch in ein Mandat zur Entmachtung von Diktator Muammar Gaddafi umgedeutet wurden.

Obamas «rote Linien»

Einmal allerdings war es fast so weit: Nach einer Reihe von Giftgasangriffen vor drei Jahren – deren Urheberschaft umstritten ist – erklärte US-Präsident Barack Obama seine «roten Linien» für überschritten. Ein Militärschlag gegen das syrische Regime schien beschlossene Sache. Doch Assad erwies sich in dieser Lage als Überlebenskünstler. Er erklärte sich zur Zerstörung seines Chemiewaffen-Arsenals bereit und «entwaffnete» Obama damit im wahrsten Sinn des Wortes.

Heute sind dem Westen trotz der Katastrophe in Aleppo mehr oder weniger die Hände gebunden. Eine militärische Intervention wäre mit einem gigantischen Aufwand und einem unkalkulierbaren Risiko verbunden. Von den «moderaten» Rebellen ist ohnehin so gut wie nichts geblieben. Man hat faktisch nur die Wahl zwischen Pest und Cholera: Hier Assad, dort die Islamisten.

Lösung nur mit Russland und Iran

Realpolitik ist hässlich, doch die Alternativen sind schlimmer. Der Westen sollte sich auf den Kampf gegen den «Islamischen Staat» konzentrieren, der eine konkrete Bedrohung darstellt. Daneben gilt es, die Hilfe für Flüchtlinge vor Ort zu verstärken, denn sie werden nicht so bald zurückkehren können. Ausserdem verhandeln Amerikaner und Russen offenbar über einen Plan, der regelmässige Hilfslieferungen nach Aleppo möglich machen soll, um die schlimmste Not zu lindern.

Russische Luftangriffe in Syrien

Weiter soll sich der Westen bemühen, die Friedensgespräche in Genf wieder aufzunehmen, auch wenn dies im Moment aussichtslos erscheint, weil beide Seiten die Waffen nicht niederlegen wollen. Eine Ende des Konflikts liesse sich wohl nur erreichen, wenn Russland und Iran überzeugt werden könnten, Assad fallenzulassen, bei gleichzeitiger Wahrung ihrer Interessen. Doch dafür sitzt das Misstrauen zu tief. Auch in diesem Fall zahlt der Westen für vergangene Fehler.

Die Empörung über Aleppo ist verständlich. Auschwitz-Vergleiche aber helfen nicht weiter. Eher sollte man sich an der jüngeren Vergangenheit orientieren. «Die Bestrebungen der USA, Regimewechsel herbeizuführen, haben zum Kollaps von Staaten und zur Ausbreitung extremistischer islamischer Gruppen geführt», hielt der amerikanische Syrien-Kenner Joshua Landis in einem Interview mit der NZZ fest. Eine wahre wie bittere Erkenntnis.

Wir sollten uns für Aleppo schämen, meint Henryk M. Broder. Das mag zutreffen. Aber mehr Grund zur Scham haben Russen, Iraner und Saudis, die dieses Inferno möglich machen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Soli Dar 11.08.2016 21:42
    Highlight Highlight Herzlichen Dank für diesen differenzierten und ausgeglichenen Artikel. Mit dem Fazit bin ich jedoch nicht einverstanden. Es ist offensichtlich, dass Russland die Schutzmacht von Assad und Iran ist, hier wird das Kind beim Namen genannt. Doch wer bitte schön ist die Schutzmacht von den Saudis und Katar? Wer liefert tonnenweise Waffen an diese Länder sowie an vermeintlich "gute" Rebellen die sich jetzt als brutale Islamisten entpuppen? Wessen Waffen verwenden IS und Al-Nusra? Wer benötigt Öl und Gas ohne Ende? Können wir unsere Hände wirklich in Unschuld waschen?
    • Spooky 12.08.2016 04:31
      Highlight Highlight @Soli Dar
      "Können wir unsere Hände wirklich in Unschuld waschen?"

      Du vielleicht nicht. Aber ich kann meine Hände in Unschuld waschen. Ich liefere nicht tonnenweise Waffen an diese Länder. Mehr noch - ich habe mit Waffenlieferungen überhaupt nichts zu tun. Ich bin ein Schweizer Prolet. Also, Soli Dar, komm mir nicht mit diesem "wir". Ich habe mit den Kriegen auf dieser Welt null nada zero zu tun. Ich bin damit beschäftigt, jeden Tag in der Schweiz zu überleben.
      Also, Soli Dar, hör auf mit dem Wir-Unsinn! Nenne die Namen der Waffenhändler! Das wirst du aber nicht wagen.
  • rodolofo 11.08.2016 20:37
    Highlight Highlight "Wir können nicht eingreifen!" könnte auch eine Ausrede sein. Wir haben genug von enorm kostspieligen und mit ihren Folgen unberechenbaren Interventionen in diesem Arabisch-Persisch-Türkisch-Balkanischen Pulverfass!
    Was haben alle diese Gesellschaften gemeinsam?
    Sie sind ausgesprochen patriarchalische Macho-gesellschaften. Die Verdrängung der Frauen und der Weiblichkeit aus dem Öffentlichen Leben und aus der Politik führt zu einer Brutalisierung männlicher Hahnenkämpfe.
    Mein Vorschlag: Die Araber sollen mal im Haushalt und bei der Kindererziehung mit anpacken! Dann sind sie zu müde für Krieg.
  • Beobachter24 11.08.2016 12:49
    Highlight Highlight Meine Vorschläge, was zu tun ist, um den Schlamassel möglichst schnell zu beenden.

    Medien:
    Mehr realitätsnahe, nüchterne Aufklärung und weniger Propaganda
    über den Status quo, und wie es dazu kam,
    (das muss nicht aber kann gerne die Geschichte Syriens der letzten 100 Jahre beinhalten).

    „Andere":
    Sofortiger Stopp von Waffen-Verkäufen und -Schenkungen an alle Gruppierungen und Länder im ganzen Mittleren Osten.
    Abbruch wirtschaftlicher Beziehungen u. Sanktionen gegenüber den Ländern, welche den „Bürgerkrieg“ aktiv von aussen anheizen mit Menschen, Materialien, Geld und Ausbildung.
    • GeorgOrwell 1984 11.08.2016 14:05
      Highlight Highlight Sehr guter Vorschlag, auch wenn es dem "Waffenlobyisten" und den Rechtsorientierten Parteien nicht passt und somit ziemlich sicher nicht durchgesetzt wird.
    • Schlumpfinchen #notmeus 11.08.2016 15:47
      Highlight Highlight Gegen ein Waffenlieferungsverbot hätte ich nichts, andere Sanktionen treffen leider meist die Falschen und haben nichts gebracht bisher.
    • Beobachter24 11.08.2016 21:25
      Highlight Highlight @Schlumpfinchen

      Ich geb' Dir recht, dass Sanktionen fast immer die Falschen treffen. Was deren "Wirkung" angeht, da scheiden sich die Geister.

      Mir gefällt aber, muss ich zugeben, nur schon dass Gedankenexperiment, wer da wen sanktionieren müsste. :-)
  • Lami23 11.08.2016 12:34
    Highlight Highlight Nun ja, es war ja von Anfang ein westliches Hirngespinst, dass man einfach ein paar "oppositionelle" bewaffnet und sie Assad aus dem Weg räumen lässt, weil er langsam unbequem wird. Man darf nicht vergessen, viele Syrer wollen Assad, als kleineres Übel. Russland, was immer man über sie sagen will, haben besser verstanden, wie Syrien funktioniert.
    Der Irak ist zerfallen, Lybien zerfällt, Syrien wird es auch und Assad wird sich dann ins Exil nach Russland absetzen.
  • demokrit 11.08.2016 12:25
    Highlight Highlight Es wird wohl auf ein autonomes Kurdistan und eine mittelfristige Stabilisierung des Assad-Regimes hinauslaufen, der den Krieg durch seine schäbigen Massnahmen anfangs vom Zaun gerissen hat. Vernünftige Lösungen sind nicht mehr möglich. Die Opposition hat sich bereits zu stark radikalisiert.
    • Lami23 11.08.2016 12:42
      Highlight Highlight Assad hat den Krieg nicht vom Zaun gerissen, das war der Westen, der ihn mit der Bewaffnung der Oppositionellen zu stürzen versuchte. Obwohl sich bereits in Lybien gezeigt hatte, wie klug es war, einen Machthaber zu stürzen und ein unkontrolliertes Vakuum zu schaffen.
      Assad ist ein Verbrecher. Doch dazu hat sich der Westen ebenfalls gemacht, indem er das Land destabilisierte, um seine Interessen zu wahren.
    • demokrit 11.08.2016 13:08
      Highlight Highlight "Als Ausgangspunkt des Bürgerkrieges gilt die Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten, die gegen die Verhaftung von Kindern in der südsyrischen Stadt Darʿā im März 2011 protestierten. Mehrere Menschen wurden getötet. Bei Protesten in den folgenden drei Tagen kam es zu weiteren Toten, darunter auch einigen Polizisten. Ab April 2011 setzte die Regierung die reguläre Armee gegen die Demonstranten ein. Mehrere hundert Personen wurden in den ersten Monaten der Protestwelle im Umfeld von Demonstrationen getötet."
    • demokrit 11.08.2016 13:09
      Highlight Highlight "Der überwiegende Teil dieser Toten fiel nach Einschätzung von Menschenrechtlern Aktionen der syrischen Geheimdienste zum Opfer.

      Aus desertierten Armeeangehörigen und Zivilisten organisierte sich ab Juli 2011 die Freie Syrische Armee (FSA), die die Regierungstruppen militärisch unter Druck setzte und aus immer mehr Gebieten vertrieb.[201] Mitte 2012 hatte die reguläre syrische Armee mit etwa 60.000 desertierten Soldaten rund 20 % ihrer geschätzten Stärke von 2011 eingebüßt."

      https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg_in_Syrien#Verlauf
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 11.08.2016 12:12
    Highlight Highlight Die Darstellung der Rolle der USA und anderer westlicher Staaten ist beschönigend. Die fleissigen Waffenlieferungen an die "gemässigten Rebellen" sind für die Analyse des Konflikts zu relevant, als dass sie hier einfach ignoriert werden können.

    Zwei Beispiele: CIA-Lieferungen an die "gemässigten Rebellen" 2013 (1); Lieferliste für Dez 2015 (2):

    (1)

    https://www.washingtonpost.com/world/national-security/cia-begins-weapons-delivery-to-syrian-rebels/2013/09/11/9fcf2ed8-1b0c-11e3-a628-7e6dde8f889d_story.html

    (2)

    http://www.janes.com/article/59374/us-arms-shipment-to-syrian-rebels-detailed
    • Lami23 11.08.2016 12:36
      Highlight Highlight Danke!
    • opwulf 11.08.2016 12:51
      Highlight Highlight Stachanowist: Vielen Dank für die Links! Du lieferst hier Fakten und trotzdem kriegst Du bis jetzt fast so viele Blitze wie Herzen! Es zeigt einfach einmal mehr dass sehr viele Leute sich einen Deut um Fakten scheren und rein ideologisch werten!
    • Angelo C. 11.08.2016 15:23
      Highlight Highlight Opwulf :

      An solche Mätzchen musst du dich hier wohl oder übel gewöhnen, auch geht es bei offensichtlich widersinniger Blitzerei meist keineswegs um die kritisierte Aussage selbst, sondern um rein persönliche Aversionen die schon lange bestehen 😊!

      Haters im individuellen Bereich.

      Und so hat Jeder und Jede die hier viele und prägnante Kommentare schreiben seine 6-10 liebevollen Stalker die - egal wie sinnvoll, logisch und gar dokumentiert eine Botschaft sein mag - stereotyp einen orgasmusartigen Blitz abgeben 😊!

      Darfst du nicht ernst nehmen: Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter!
  • Knächbläch 11.08.2016 11:56
    Highlight Highlight Von Anfang an wollten/brauchten wir billiges Öl. Bekommen haben wir unsägliches Leid unter der muslimischen Bevölkerung, welche sich gegenseitig abschlachtet, Dschihadisten, welche uns nicht mögen, sowie billiges Öl... Ich glaube nicht, dass die Rechnung aufgegangen ist (ausser für die Öl-Multis und Rüstungsunternehmen)
  • Ignorans 11.08.2016 11:48
    Highlight Highlight VSA und Co. greifen ja schon seit Jahren in Syrien ein...
  • Thomas Rohrer 11.08.2016 11:27
    Highlight Highlight Stoppt die Nato! Stoppt Drohnenangriffe! Stoppt Waffenlieferungen!
    • Fabio74 11.08.2016 11:49
      Highlight Highlight Stoppr die CH Waffenlieferungen.
      Stoppt das Business mit diesenRegimes
    • michiOW 11.08.2016 23:47
      Highlight Highlight Wow woe konstruktiv eure Vorschläge sind😍


      Nicht.😐
  • Ivan der Schreckliche 11.08.2016 11:21
    Highlight Highlight Lieber Peter
    Wen siehts du dann als Alternative zu Assad, wenn man diesen "fallenlassen" muss? Ich sehe die totale Anarchie wie in Lybien bei einem Abdrängen Assads.
    Ausserdem errinere ich dich gerne daran, dass die Amis ohne rechtliche Grundlage Syrien bombardiert haben, dass schon vor den Russen, nur brachten die Angriffe wenig/keinen Fortschritt, und wieso der Islamische Staat überhaupt entstanden ist, ist auch ziemlich klar und wurde auch von verschiedenen Millitärs vorhergesehen, man hat ihn aber in Kauf genommen. Wenn sich jemand besonders schämen muss, dann ja wohl die Amische Politik?
    • Peter 11.08.2016 11:37
      Highlight Highlight Man hat Libyen sich selbst überlassen und nun das Chaos. Deshalb muss man in Syrien eine tragfähige Allianz bilden aus "vernünftigen" Kräften des Regimes und der Opposition. Das ist leichter gesagt als getan, aber eine Alternative gibt es nicht, wenn man eine echte Aussöhnung will. Und das ewige Ami-Bashing finde ich nur öde.
    • reaper54 11.08.2016 11:39
      Highlight Highlight Naja wenn man das Nachbarland anschaut da hat es auch nicht wirklich gut geklappt... Die USA sowie eeitere Westliche Länder haben es über 10 Jahre versucht und die Region ist noch immer sehr instabil. Wiso den Selben Fehler nocheinmal machen?
    • Ivan der Schreckliche 11.08.2016 11:41
      Highlight Highlight Und das ewige Russland-Bashing nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • reaper54 11.08.2016 11:14
    Highlight Highlight Aus welchem Grund werden Assad und die Russen so verteufelt? Besonders Traurig und ein Absoluter Tiefpunkt ist der Vergleich man müsse zwischen Islamisten sowie Assad entscheiden und die Entscheidung fällt zu Gunsten der Islamisten WTF?! Unter Assad ging es Syrien gut Europa und andere Länder wollten jedoch den Arabischen Frühling um ihnen unbeliebte Diktatoren abzusetzen. Das ist nun das Resultat...
    • Lami23 11.08.2016 12:24
      Highlight Highlight Aus welchem Grund? Lies mal nach, was Assad alles so gemacht hat. Er muss weg, daran gibt es keinen Zweifel, aber die Art, wie man ihn "entfernen" wollte, war einfach nur unüberlegt.

      http://www.srf.ch/news/international/lieber-die-pest-assad-als-die-cholera-radikale-islamisten

      vom februar.
    • reaper54 11.08.2016 12:33
      Highlight Highlight Natürlich ist er ein Arschloch, lustigerweise (und das Gilt für alle Nationen) interessiert man sich immer nur für die Arschlöcher die man gerade nicht gern hat...
      Und wenn man das Land ansieht war es sehr Lange ein Friedliches Kultiviertes und Wirtschaftliches Land. Dieses Gleichgewicht wurde von aussen (durch den Arabischen Frühling) vernichtet. Und im endeffekt ist auch nach dem Krieg ein starker Assad besser als diverse islamistische splittergruppen.
    • Lami23 11.08.2016 12:55
      Highlight Highlight Lustigerweise? Eher logischerweise. Dieses Muster wiederholt sich seit Jahrzehnten. Ein Diktator der ungemütlich wird. Erster Schritt: In den Medien so schlimm darstellen, bis ihn die ganze Welt hasst (und bei den folgenden Interventionen weniger Abscheu empfindet) Schritt 2: Unter dem Dekmantel, Demokratie bringen zu wollen, das Land destabilisieren, tote Zivilisten, schlechtere Bildung und Gesundheitsversorgung inklusive. Der Irak und Lybien danken.
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  • Angelo C. 11.08.2016 10:58
    Highlight Highlight Eine realistische Analyse...

    Wir haben uns auch für Aleppo und die Nachfolgeexzesse nach dem ins Gerede geratenen "arabischen Frühling" keineswegs zu schämen, die Schweiz hat weder Syrien noch den Rebellen direkt Waffen geliefert, wir sind auch nirgends direkt beteiligt. Wobei die Lage in Aleppo zugegebenermassen entsetzlich ist.

    Es ist davon auszugehen, dass Assad diesen Krieg letztendlich gewinnen wird, und er hat ihn nicht selbst verschuldet, die Rebellen haben ihn vom Zaun gebrochen.

    Ein massives Eingreifen der USA könnte den Dritten Weltkrieg bedeuten, das würde Putin nicht schlucken.
    • GeorgOrwell 1984 11.08.2016 11:10
      Highlight Highlight Natürlich müssen wir uns schämen,"indirektes Morden, Unterlassene Hilfeleistung" etc etc... Weg mit den Rosabrillen, nennen wir die Sachen beim Namen... Mord, Dezimierung etc
    • Tierra Y Libertad 11.08.2016 11:18
      Highlight Highlight Bin mit dir eigentlich einverstanden, aber wenn man Waffen an Saudi Arabien liefert, muss man sich nicht wundern, wenn die bei al-nusra landen...
      Man sollte Waffenexporte nach Saudi Arabien, Katar & co unterbinden.
    • Tooto 11.08.2016 11:21
      Highlight Highlight Ja, weder Syrien noch Rebellen direkt Waffen geliefert. Aber den VAE immer und immer wieder. Und dass die die wohl übelsten Player dort unten sind, scheint niemanden zu interessieren.
      Bei denen gilt auch das Köpfen als Tradition, nur beim IS ist es böse ;)
      GeorgOrwell hat es auf den Punkt gebracht. Weg mit den Rosa Brillen!
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  • Maragia 11.08.2016 10:54
    Highlight Highlight "Ohnehin scheuen Amerikaner und Europäer vor einem militärischen Eingreifen ohne Mandat des UNO-Sicherheitsrats zurück"
    Und warum? Weil ein sonstiges Eingreifen völkerrechtlich als Kriegserklärung verstanden wird und nicht zulässig ist. Amerikaner und Nato haben ohne ein UNO Mandat gar nichts in Syrien zu suchen. Ist das denn so kompliziert zu verstehen??
    • Peter 11.08.2016 11:33
      Highlight Highlight Offenbar schon. In den Irak sind die USA und ihre Alliierten ohne UNO-Mandat einmarschiert. Was dabei herauskam, wissen wir.
    • Maragia 11.08.2016 12:43
      Highlight Highlight Jepp, eben leider!
    • Gino Brenni 11.08.2016 12:59
      Highlight Highlight Nun, Peter, wenn du das so kommentierst, macht deine erste Aussage im Artikel ja noch weniger Sinn: sie verdeckt ja gerade den Umstand, dass die USA immer wieder ohne UNO-Mandat in Länder einmarschiert sind.
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  • x4253 11.08.2016 10:43
    Highlight Highlight Statt Waffen nach dem Giesskannenprinzip zu verteilen, hätte man sich besser um eine wirkungsvolle Flüchtlingspolitik gekümmert. So ohne Drama und Polemik.
    Aber wer hätte auch ahnen können, dass unter den Rebellen auch islamistische Extremisten sind.
    • GeorgOrwell 1984 11.08.2016 11:02
      Highlight Highlight Hauptsache die "Oelfelder" sind gesichert und die Munition wird verbraucht... jetzt können wir (der Westen) uns zurücklehnen und uns freuen, dass wir günstiger tanken und weiterhin günstig in die Ferien gehen können... Ist zum weinen, dass es immer noch Leute gibt, die so tun, als ob sie nichts dazu beigetragen hätten... Siehe politischen Rechtsrutsch in Europa und den Hass gegen Asylsuchende...
    • Maett 11.08.2016 14:52
      Highlight Highlight @GeorgOrwell 1984: "der Westen" ... pf. Dieser Clique fühle ich mich nicht angehörig. Zynisch, egoistisch, brutal; das passt am besten in den Wertekatalog.

      Wir haben uns immer aus allem rausgehalten, was der Westen hervorgebracht hat. Aus der NATO, dem 2. WK, der EU, lange auch aus der UNO. Deshalb sehe ich nicht ein, weshalb ich mir ein schlechtes Gewissen aufschwatzen lassen muss (kommen Sie mir nicht mit den wenigen Waffenexporten).

      Asyl können wir gerne gewähren, aber das tun wir ja auch nicht, unsere Regierung will gleich auch Bürger daraus machen. Kein Wunder gibt's einen Rechtsrutsch.

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(sda/dpa)

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