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Zwei Wochen nach dem Putschversuch in der Türkei lautet die krasse Bilanz: Fast 50'000 Pässe für ungültig erklärt, 18'000 Verhaftungen

Zwei Wochen nach dem Putschversuch geht die türkische Regierung immer noch hart gegen vermeintliche Gegner vor. Laut Innenminister Ala dürfen Zehntausende das Land nicht mehr verlassen oder sitzen im Gefängnis.
29.07.2016, 18:0130.07.2016, 08:44

Zwei Wochen nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei geht die Polizei weiter gegen vermeintliche Regierungsgegner vor. Mittlerweile seien 18'044 Verdächtige mit mutmasslichen Verbindungen zur Gülen-Bewegung festgenommen worden, sagte der türkische Innenminister Efkan Ala dem Staatssender TRT.

Gegen zehntausende Menschen wurden zudem Reiseverbote verhängt. Insgesamt seien 49'211 türkische Reisepässe für ungültig erklärt worden, sagte Ala. Damit solle verhindert werden, dass die Verdächtigen ins Ausland flüchteten.

Die meisten Festgenommenen sitzen nach wie vor in Haft. Gegen 9677 Menschen sei Haftbefehl erlassen worden, sagte Ala. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurden von den mehr als 18'000 Festgenommenen knapp 3000 wieder freigelassen.

Noch immer herrscht Ausnahmezustand

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat per Notstandsdekret verfügt, dass Verdächtige bis zu 30 Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden können, bevor sie einem Haftrichter vorgeführt werden müssen. Zuvor waren es vier Tage.

Erdogan hatte wegen des Putschversuchs einen 90-tägigen Ausnahmezustand verhängt, der am Donnerstag vergangener Woche landesweit in Kraft trat. Ausserdem kündigte er eine «Säuberungswelle» an.

Parieren für den Premier: Erdogan auf Besuch im Polizei-Hauptquartier in Ankara.<br data-editable="remove">
Parieren für den Premier: Erdogan auf Besuch im Polizei-Hauptquartier in Ankara.
Bild: EPA/TURKEY PRESIDENTIAL PRESS OFFICE

3000 Justizbeamte enteignet

Bislang sind Zehntausende Menschen aus unterschiedlichen Ministerien und Behörden sowie vom Militär suspendiert oder entlassen worden. Aber auch Mitarbeiter von halbstaatlichen Unternehmen sind betroffen, Journalisten wurden festgenommen. Am Donnerstag kündigte die Türkei an, das Privatvermögen von 3000 Justizbeamten zu beschlagnahmen.

Das Militär hatte in der Nacht vom 15. zum 16. Juli versucht, Staatspräsident Erdogan und die türkische Regierung abzusetzen. Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich, dieser streitet die Vorwürfe ab. (spon)

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Militärputsch in der Türkei
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