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Mehr als 100 chinesische Militärflugzeuge vor Taiwan registriert

CORRECTS SPELLING OF ESWATINI In this photo released by the Taiwan Presidential Office, F16 fighter jets escort a plane with Taiwan's President Tsai Ing-wen as she leaves for a visit to Eswatini  ...
Taiwanische F16-Kampfjets. (Symbolbild)Bild: keystone

Mehr als 100 chinesische Militärflugzeuge vor Taiwan registriert

18.09.2023, 08:0518.09.2023, 10:19
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Taiwan hat binnen eines Tages mehr als 100 chinesische Militärflugzeuge um seine Insel registriert. 103 Flugzeuge der Volksbefreiungsarmee Chinas und 9 Marineschiffe seien bis 6.00 Uhr (Ortszeit) binnen 24 Stunden verzeichnet worden, teilte das Verteidigungsministerium in Taipeh am Montag mit.

Das chinesische Militär fliegt beinahe täglich in dieser Gegend. Mit 103 Flugzeugen lag die Zahl dieses Mal aber vergleichsweise hoch. «Wir rufen die Behörden in Peking auf, Verantwortung zu übernehmen und solche einseitigen, zerstörerischen Aktionen sofort zu unterlassen», erklärte Taiwans Verteidigungsministerium.

Chinas Antwort irritiert

40 Flieger überflogen den Angaben zufolge die symbolische Mittellinie in der Taiwanstrasse, jene Meerenge zwischen der Republik Taiwan und der Volksrepublik China. Sie seien damit in die Luftverteidigungszone im Südosten und Südwesten Taiwans eingedrungen. Taiwan sei Teil des chinesischen Territoriums und es gebe keine sogenannte Mittellinie in der Taiwanstrasse, erklärte Chinas Aussenamtssprecherin Mao Ning am Montag. Für weitere Auskünfte verwies sie an die zuständigen chinesischen Behörden, da dies keine diplomatische Frage sei.

Das von der kommunistischen Partei regierte China sieht Taiwan mit seinen rund 24 Millionen Einwohnern als Teil seines Territoriums an. Peking reagiert deshalb empfindlich, wenn etwa Delegationen anderer Staaten das Land besuchen oder ihm Unterstützung zusagen. Zuletzt sanktionierte China zwei US-Rüstungsfirmen wegen des Verkaufs von Waffen an Taiwan, wie das chinesische Aussenministerium mitteilte.

Taiwan-Frage ist «rote Linie»

Am vergangenen Wochenende sprachen Vertreter Chinas und der USA in mehreren Runden auf Malta miteinander. Chinas Aussenminister Wang Yi sagte chinesischen Angaben zufolge dem Nationalen Sicherheitsberaters Jake Sullivan, dass die Taiwan-Frage eine «rote Linie» sei, die in den China-USA-Beziehungen nicht überschritten werden dürfe. Nach Angaben des Weissen Hauses wollen die USA und China in den kommenden Monaten weitere Gespräche auf «höchster Ebene» führen.

Das demokratische Taiwan hat seit 1949 eine unabhängige Regierung. Peking drohte in der Vergangenheit schon mit einer Invasion. Zuletzt gingen Beobachter zudem davon aus, dass das chinesische Militär im Westpazifik, wo Taiwan liegt, eine grosse Übung abhält. Chinas Aussenministerium machte dazu keine Angaben und forderte dagegen, Provokationen, die den Frieden in der Taiwanstrasse störten, zu unterlassen. (sda/dpa)

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59 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Quacksalber
18.09.2023 09:41registriert November 2016
Die Chinesen verschlucken sich hoffentlich kräftig an dem Bissen Taiwan. Und "Made in China" oder "Made in PRC" bleiben weiterhin in den Verkaufsregalen liegen.
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Steibocktschingg
18.09.2023 10:36registriert Januar 2018
Ich finde es ja immer spannend dass das Terrorregime in Peking immer behauptet, Taiwan sei abtrünnig. Dabei ist es das Festlandchina und die Regierung Taiwans ist die legitime Regierung Chinas währen die Rebellen Festlandchina kontrollieren.

Aber unabhängig von diesen Haarspaltereien ist es mühsam und gefährlich wie das Terrorregime zündelt und seinen imperialistischen Blödsinn abzieht.
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Milindli
18.09.2023 11:03registriert Dezember 2022
Das war wohl eine gezielte Provokation von China. Man wollte sehen, wie die USA reagieren.
Das bedeutet der Kalte Krieg 2.0 ist da. Und wieder geht es demokratische Staaten gegen Diktaturen. Man hätte doch viel sinnvolleres mit all dem verpulverten Geld und dem menschlichen Erfindungsgeist machen können.
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