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Terrorismus

Lastwagen rast in Jerusalem in eine Gruppe von Soldaten – vier Tote, 15 Verletzte

Israeli security forces work at the scene of a truck ramming incident in Jerusalem January 8, 2017. REUTERS/Ronen Zvulun
Israelische Sicherheiteskräfte am Ort des Geschehens.Bild: RONEN ZVULUN/REUTERS

Lastwagen rast in Jerusalem in eine Gruppe von Soldaten – vier Tote, 15 Verletzte

Ein Palästinenser ist am Sonntag in Jerusalem mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast und hat drei israelische Soldatinnen und einen Soldaten getötet. 15 weitere Personen wurden verletzt, darunter mehrere schwer. Der Attentäter wurde erschossen.
08.01.2017, 12:5408.01.2017, 18:03
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Der Anschlagsort im Stadtteil Armon Hanaziv ist ein beliebter Ausflugsort, weil er einen spektakulären Blick über die Jerusalemer Altstadt bietet. Die Armeeangehörigen seien aus einem Bus ausgestiegen, um sich an den Aussichtspunkt zu begeben, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld über den Hergang der Tat. Plötzlich sei der Lastwagenfahrer auf die Gruppe zugerast.

Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der Lastwagen wenig später nochmals in die Gruppe zurückfährt, um weitere Menschen zu treffen. Die Armee teilte mit, ein Soldat habe auf den Fahrer geschossen, als er gemerkt habe, dass es sich nicht um einen Unfall handelte. Der Attentäter wurde dabei getötet.

epa05705067 A forensic investigator of the Israeli police examines the cockpit of a truck with bullet holes in its windshield after a truck ramming attack on the Armon Hanatziv promenade in Jerusalem, ...
Der Attentäter wurde erschossen – Einschusslöcher in der Frontscheibe des Lastwagens zeugen davon.Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zaka sagte, den Sanitätern habe sich am Ort des Anschlags ein schrecklicher Anblick geboten. Einige der beim Anschlag erfassten Personen, darunter auch Tote, waren unter dem Lastwagen eingeklemmt. Sie mussten mit einem Kran befreit werden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem «grausamen und tragischen Terroranschlag». Die Identität des Attentäters sei den Behörden bekannt. Alles weise darauf hin, dass es sich um einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat handle, sagte Netanjahu bei einem Besuch am Ort des Anschlags.

Jerusalemer Stadtteil Armon Hanaziv, wo sich der Anschlag ereignete. (sda/afp/dpa)

Netanjahu sieht mögliche Parallelen zwischen dem Lastwagen-Anschlag und ähnlichen Attacken in Europa, etwa in Nizza und Berlin. Israel werde nun eine Reihe von Schritten unternehmen, «um sicherzustellen, dass solche Vorfälle sich nicht wiederholen», sagte Netanjahu.

«Nichts Heldenhaftes»

Der UNO-Nahostgesandte Nickolay Mladenov verurteilte den tödlichen Anschlag. «Es ist verwerflich, dass einige solche Taten verherrlichen, die die Möglichkeit einer friedlichen Zukunft für Palästinenser und Israelis untergraben», sagte Mladenov nach Angaben seines Büros. «Es ist nichts Heldenhaftes an solchen Aktionen.»

Palästinenser im Gazastreifen hatten den Anschlag gefeiert und auf der Strasse Süssigkeiten verteilt. Auch die radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas begrüsste die Attacke.

Bei dem Lastwagen-Attentat handelt es sich um eine der folgenschwersten Attacken seit Herbst 2015. Damals begann eine Serie von Anschlägen und Angriffen vor allem mit Messern, aber auch mit Schusswaffen und Autos im besetzten Westjordanland, in Jerusalem und in Israel. In den vergangenen Monaten war die Gewalt etwas abgeebbt.

Der Stadtteil Armon Hanaziv, wo sich der Anschlag ereignete, liegt in dem 1967 von Israel eroberten und annektierten Teil Jerusalems. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil einer künftigen Hauptstadt für sich. Israel sieht jedoch ganz Jerusalem als seine «ewige, unteilbare Hauptstadt».

(erf/sda/afp/dpa)

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Stinkstiefel
08.01.2017 13:34registriert Juni 2015
Ist das jetzt die neue Disziplin bei den Durchgeknallten?
4414
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Zum Kommentar
9
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Die Herrschaft des Pöbels gilt allgemein als die grösste Gefahr für die Demokratie und den Rechtsstaat. Doch auch umgekehrt wird ein Schuh draus. Die beiden Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt warnen in ihrem jüngsten Buch vor einer Diktatur der Minderheit.

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