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epa04481741 A picture made avalaible on 08 November 2014 shows Sebastian Marroquin, born Juan Pablo Escobar, speaking during an interview in Bogota, Colombia, 07 November 2014. The son of late Colombian drug lord Pablo Escobar presented his book, entitled 'Pablo Escobar: Mi Padre' (Pablo Escobar: My Father).  EPA/MAURICIO DUENAS CASTANEDA

Pablo Escobars Sohn Sebastián Marroquín lebte lange Zeit anonym in Argentinien, bis Zeitungen seine Identität enthüllten. Bild: EPA/EFE

Nackte Schönheitsköniginnen und goldenes Besteck: Wie Pablo Escobars Sohn aufwuchs



Wie wächst man auf, wenn der eigene Vater nicht bei der Bank, nicht als Versicherungsvertreter und auch nicht als Automechaniker arbeitet, sondern das grösste Drogenimperium der Welt leitet?

Eine Teilantwort versucht die Netflix-Serie «Narcos» zu geben. Sie basiert auf dem Leben von Pablo Escobar. Dass «Narcos» im Namen der Unterhaltung von der Wahrheit abweicht, versteht sich von selbst. Escobars Sohn Sebastián Marroquín schrieb deshalb auf Facebook eine umfassende Mängelliste – und erzählte kurz darauf in einem Interview gegenüber dem britischen «Mirror», wie es wirklich war:

«Als ich acht Jahre alt war, setzte mich Pablo an einen Tisch, auf dem sämtliche Drogen, die es gab, ausgebreitet lagen. Danach erklärte er mir ihre Namen, ihre Wirkungen und wie man sie erkennen konnte.»

Sebastián Marroquín Mirror.co.uk

Pablo Escobar, left, and Jorga Luis Ochoa, right with hat, the two leaders of the Medellin cocaine cartel, are shown at a bullfight in Medellin, Colombia, in 1984.  (AP Photo)

Pablo Escobar (l.) und Jorge Luis Ochoa (r.), die beiden führenden Köpfe des Medellín-Kartells im Jahre 1984 bei einem Stierkampf in Medellín, Kolumbien. Bild: AP NY

Mit der Polizei spielte Pablo Escobar jahrelang Verstecken. Nicht so mit seinem Sohn. Diesen klärte er schon sehr früh über seine Machenschaften auf: 

«Als ich sieben oder acht Jahre alt war, wir waren gerade in Panama, nahm mich Pablo zu sich und sagte mir: ‹Sohn, ich bin ein professioneller Krimineller›.»

Sebastián Marroquín mirror.co.uk

Während Pablo Escobar seinem Sohn reinen Wein einschenkte, liess er nie Zweifel offen, dass er für ihn eine andere Karriere vorsah. Sebastián sollte Anwalt werden – und die Finger von den Drogen lassen.

Polizeibeamte und Journalisten umringen die am Boden liegende Leiche des kolumbianischen Drogenbosses Pablo Escobar. Escobar ist am 2. Dezember 1993 waehrend einer Polizeiaktion erschossen worden. Er hatte versucht, durch Flucht der Festnahme zu entgehen. (KEYSTONE/EPA PHOTO/Str)

Das Ende um ca. 15 Uhr am 2. Dezember 1993: Pablo Escobar wird auf dem Vordach der Carrera 79a im Medelliner Viertel Los Olivos von einer Spezialeinheit erschossen. Sie hatte ein Telefongespräch mit seinem Sohn abgehört. Bild: EPA

Seinen Angestellten soll Escobar sogar mit dem Tod gedroht haben, sollten sie vor den Augen seines Sohnes einen Joint anzünden. Escobar selber rauchte indes seit seinem 13. Lebensjahr regelmässig Gras.

«Als ich neun Jahre alt war, nahm mich Pablo mit in eine seiner Kokainfabriken. Gleichzeitig aber warnte er mich bereits in jungen Jahren vor den Gefahren von Drogen.»

Sebastián Marroquín mirror.co.uk

Sebastián Marroquín «Pablo junior» wuchs umgeben von immensem Reichtum auf:

Escobar dürfte davon profitiert haben: Koks-Werbung aus den 70ern

Kein Wunder blieben bei diesem Reichtum die Wünsche des kleinen Sebastián nie unerfüllt: Auf Escobars 20 km2 grossem Hauptsitz, der Hacienda Nápoles in Puerto Triunfo, 100 Kilometer östlich von Medellín, richtete der Drogenbaron neben einem Flugplatz auch einen Privatzoo ein. Dafür liess er Antilopen, Elefanten, Giraffen und auch Flusspferde einfliegen. 

Letztere, drei Weibchen und ein Männchen, vermehrten sich im kolumbianischen Klima derart gut, dass bis heute, Jahre nach Escobars Tod, in der Gegend der Hacienda wilde Hippos für Probleme sorgen.

Es wird geschätzt, dass die Herde auf 50–60 Tiere angewachsen ist. Genaue Zahlen liegen aber nicht vor, weil einige Tiere den Zaun niedergetrampelt und sich im nahe gelegenen Fluss angesiedelt haben. 

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So lebte Pablo junior auf der Hacienda Nápoles. Video: YouTube/Moises Villadiego

Auf der Hacienda Nápoles konnten 100 Gäste bequem übernachten. Sechs Pools und eine Stierkampfarena luden zur Entspannung ein. Für seine Gäste veranstaltete Escobar mit kolumbianischen Schönheitsköniginnen Nackt-Wettrennen. Die Siegerin erhielt einen Sportwagen.

Neben dem Zoo liess der Drogenbaron für Pablo junior lebensechte Dinosaurier errichten. Luxus pur. Genau wie das 400'000 Dollar teure goldene Besteck aus Dänemark, mit dem die Familie «aber nur ein paar Mal» gegessen haben soll. Trotzdem wurde es einem Mitarbeiter zum Verhängnis. Nachdem er dabei erwischt worden war, wie er Besteck gestohlen hatte, wurde er gefesselt in einen Pool geworfen und ertränkt. Heute ist die Hacienda ein Vergnügungspark.

One of many statues of dinosaurs that dot at the Napoles ranch, that belonged to slain drug trafficker Pablo Escobar, near Puerto Triundo, 100 miles north of Bogota, Thrusday, April 16, 1998. The government gave to 15 families displaced by Colombia's internal violence a part of the 24-square miles ranch that Pablo Escobar bought at the height of his powers in the early 80s to build a zoo. (AP Photo/Fernando Llano)

Kinderspielzeug: eine lebensechte Nachbildung eines Dinosauriers auf Escobars Ranch. Bild: AP

Weniger luxuriös waren Pablo Escobars letzte Jahre, als er mit seiner Familie von einem geheimen Unterschlupf zum nächsten fliehen musste.

«Einmal sassen wir in einem Haus fest, das von Polizisten umstellt war. Doch das Haus wirkte verlassen, deshalb kamen die Polizisten nicht zu uns herein. Sie konzentrierten sich auf die Beobachtung der Strasse.»

Sebastián Marroquín mirror.co.uk

Vier Zentimeter hätten sie damals von der Polizei getrennt – nur eine dünne Holztüre.

«Uns gingen Essen und Trinken aus, doch wir konnten nicht raus. Wir hatten Millionen an Bargeld, aber nichts zu essen. Und wir wussten: Wenn die Polizei hereinkommt, dann sind wir tot.»

Sebastián Marroquín mirror.co.uk

Nach Pablo Escobars Tod 1993 flüchtete Sebastián Marroquín mit seiner Mutter nach Argentinien, wo er noch heute als Architekt lebt. Wer mehr zu seinem Leben als Sohn des grössten Drogenbarons aller Zeiten wissen will, dem sei sein Buch «Pablo Escobar: My Father» empfohlen.

Ebenfalls interessant: Bilder von Drogenrazzien in Südamerika

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    Alle Leser-Kommentare
  • John Smith (2) 24.09.2016 20:17
    Highlight Highlight Wieso gibt's eigentlich keinen Link zu den nackten Schönheitsköniginnen? Watson verlinkt doch sonst auch alles und jedes.
    • 321polorex123 25.09.2016 11:32
      Highlight Highlight Wird wahrscheinlich nachgereicht, sobald sie ihre "Nachforschungen" abgeschlossen haben. 😉
  • lily.mcbean 24.09.2016 11:59
    Highlight Highlight So ein Familienanwalt wie beim Paten ist eben doch praktisch wenn man in diesen Milieu tätig ist.
  • SVARTGARD 24.09.2016 10:32
    Highlight Highlight Die nackten Schönheitsköniginnen hätte ich auch nicht aus dem Nest gestoßen.
  • CASSIO 24.09.2016 10:18
    Highlight Highlight 'Während Pablo Escobar seinem Sohn reinen Wein einschenkte, liess er nie Zweifel offen, dass er für ihn eine andere Karriere vorsah. Sebastian sollte Anwalt werden"... Anwalt???? Ich lach mich schief...
    • DrPop 24.09.2016 18:23
      Highlight Highlight Weswegen?
    • CASSIO 25.09.2016 12:31
      Highlight Highlight DrPop, ganz einfach: weil ich persönlich in der Berufsgruppe der Anwälte die grössten Halunken kennen gelernt habe. Da sind Banker Waisenknaben dagegen.
    • DrPop 28.09.2016 13:23
      Highlight Highlight Andere Karriere, nicht anständige Karriere ;)

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