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epa04878064 A close up view of one of the burned armored cars of the OSCE Special Monitoring Mission (SMM) to Ukraine, nearby of their office in Donetsk, Ukraine, 09 August 2015. Four cars belonging to the OSCE SMM were burned by unidentified men in the early hours of 09 August, in the pro-Russian rebels controlled Donetsk city.  EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

OSZE-Fuhrpark: Die zerstörten Fahrzeuge in Donezk.  Bild: ALEXANDER ERMOCHENKO/EPA/KEYSTONE

Brandanschlag: Unbekannte setzen OSZE-Fahrzeuge in umkämpfter Ostukraine in Brand



Bei einem Brandanschlag auf OSZE-Fahrzeuge in der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk haben Unbekannte vier gepanzerte Wagen zerstört. Trotz des schweren Zwischenfalls blieben die OSZE-Beobachter in der Konfliktregion, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa am Sonntag mit. 

Zum Angriff auf den Fuhrpark kam es in der Nacht. Die OSZE-Beobachtermission sprach von einem Brandanschlag. Die vier auf einem Hotelparkplatz abgestellten Geländewagen brannten vollständig aus. Wer hinter dem Anschlag steckte, war zunächst unklar. Der ukrainische Militärsprecher Alexander Motusjanyk erklärte, Komplizen der prorussischen Rebellen hätten den Anschlag als Reaktion auf die «unvorteilhaften Informationen» verübt, die die OSZE in jüngster Zeit über die Separatisten veröffentlicht habe.

Die prorussischen Rebellen machten dagegen auf ihrer Internetseite «ukrainische Saboteure» für die «Provokation» verantwortlich. Ihr Vertreter Denis Puschilin kündigte eine Verstärkung der Schutzmassnahmen für die Vertreter der Mission an, um derartige Vorfälle künftig zu verhindern. 

Seit einigen Wochen häufen sich Angriffe auf Vertreter der OSZE-Mission, die die Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk überwachen sollen. Nachdem ein OSZE-Vertreter Ende Juli unter gezielten Beschuss geraten und leicht verletzt worden war, hatte der stellvertretende Missionsleiter, der Schweizer Alexander Hug, angekündigt, die Einsätze in dem Krisengebiet zu überprüfen. 

Die OSZE überwacht die Lage in dem Kriegsgebiet mit mehr als 500 Mitarbeitern. Regierungseinheiten und prorussische Aufständische berichteten unterdessen erneut von Toten bei Gefechten – trotz einer Waffenruhe. 

Men take photos of a car of the Organization for Security and Cooperation in Europe (OSCE), which was burnt overnight, near its office in Donetsk, Ukraine, August 9, 2015. Four OSCE armoured vehicles were destroyed overnight in an arson attack at the OSCE Special Monitoring Mission (SMM) to Ukraine residence, OSCE said on its Twitter feed. REUTERS/Alexander Ermochenko

Spurensicherung an den zerstörten OSZE-Fahrzeugen. Bild: ALEXANDER ERMOCHENKO/REUTERS

14 Künstler auf schwarze Liste

Gegen den Protest Russlands stufte die prowestliche Regierung in Kiew 14 ausländische Künstler als Gefahr für die nationale Sicherheit ein, darunter den französischen Schauspieler und Wahl-Russen Gérard Depardieu. Ebenfalls auf der Liste stehe etwa der in Donezk geborene Duma-Parlamentarier und Sänger Iosif Kobson, der als Unterstützer der Separatisten gilt, teilte das Kulturministerium in Kiew mit.

Unklar war zunächst, ob damit auch Filme und Tonaufnahmen verboten sind. Depardieu, der auch einen russischen Pass hat, war bereits mit einem Einreiseverbot belegt worden. Der ukrainische Geheimdienst prüft derzeit eine «schwarze Liste» mit über 500 ausländischen Künstlern. 

Der Menschenrechtsbeauftragte beim Kreml, Michail Fedotow, kritisierte in Moskau, die Ukraine habe «jedes Mass und Ziel verloren». Der russische Parlamentarier Franz Klinzewitsch von der Regierungspartei Geeintes Russland verurteilte die Liste als Bestrafung kritischer Menschen. «Ihre ganze Schuld besteht darin, dass sie sagen, was sie denken», sagte er der Agentur Tass zufolge. (sda/dpa/afp)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 09.08.2015 13:30
    Highlight Highlight Diplomatie beenden!
    Die einzige Möglichkeit den Konflikt schnell zu beenden, ist das Einmarschieren der NATO im Westen und das Einmarschieren der Russen im Osten. NATO und Russland sollten dabei zusammen arbeiten und in engem Kontakt stehen.
    NATO/RUS halten dabei die jeweiligen Kämpfer in Schach und dann setzt man sich zu viert an einen Tisch und erarbeitet eine Lösung.
    RUS würde dabei die Verantwortung für die Seperatisten übernehmen und die NATO für die ukrainische Armee und die Freiwilligenbataillone. Der rechte Sektor kann dann auch nichts gegen die Regierung machen, wenn die NATO da ist.
    • zombie1969 09.08.2015 13:42
      Highlight Highlight 2)
      Anschliessend ziehen sich die Russen und die NATO zurück.
      Im Westen sitzen ohneh US-Marionetten und im Osten RUS-Marionetten. Die Gefahr, dass bei einer Besatzung Marionetten installiert werden entfällt, da diese bereits installiert sind.
    • Jonasn 09.08.2015 14:14
      Highlight Highlight Österreich marschiert in St. Gallen und Zürich ein, schwächt die Schweizer Wirtschaft erheblich. Tausende Tote, das Schweizer Volk wird zu 80% aus diesen Gegenden vertrieben. Deine Lösung für den Schlamassel: Die Franzosen besetzen alles bis Bern und die Österreicher die andere Seite. Tschüss Schweizer Identität, Tschüss Schweizer Unabhängigkeit. Wofür auch. Sind ja eh alles rechtsradikale SVP'ler.

      Gehts eigentlich noch?

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