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Wie die Ukraine FPV-Drohnen aus Russland mit «Snich» austrickst

Hier bereiten russische Soldaten eine FPV-Drohne vor.
Hier bereiten russische Soldaten eine FPV-Drohne vor.Bild: Russian Defense Ministry Press S / Uncredited

Wie die Ukraine russische FPV-Drohnen mit «Snich» austrickst

Während Russland die Ukraine erneut mit hunderten Drohnen angreift, begegnet Kiew der Bedrohung mit technologischem Erfindungsgeist. Nun gibt es erste Bilder von einem ukrainischen Aufklärer mit eingebauter «Snich»-Technologie.
18.01.2026, 16:3818.01.2026, 17:40
Anna Von Stefenelli / watson.de

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine spielt der Kampf um technologische Überlegenheit eine zentrale Rolle, vor allem in der Luft. Dabei geht es sowohl um Angriffs- und Aufklärungsdrohnen als auch um Systeme zur Verteidigung gegen gegnerische Fluggeräte.

Wie das unabhängige Portal «Euromaidan Press» berichtet, wurde nun erstmals eine ukrainische Drohne mit einem serienmässig verbauten Ausweichsystem vom Typ «Snich» dokumentiert.

Das System soll ukrainische Drohnen vor russischen FPV-«Kamikaze»-Abfangdrohnen schützen – also vor jenen Fluggeräten, die direkt auf gegnerische Drohnen zusteuern und diese rammen oder zur Explosion bringen sollen.

«Snich» hilft, russische Drohnenangriffe schnell zu erkennen

Ein Foto, das laut «Euromaidan» der Kanal Potuzhnyi Informator veröffentlicht hat, zeigt eine abgeschossene ukrainische Aufklärungsdrohne des Typs Leleka-100. Darauf zu erkennen: eine Standard-Komponente des neuen «Snich»-Ausweichsystems.

Expert:innen von «Defense Express» analysierten das Bildmaterial und bestätigten demnach, dass es sich bei der sichtbaren Kameraeinheit um ein zentrales Element dieses Systems handelt.

«Snich» soll dabei helfen, drohende Angriffe frühzeitig zu erkennen und automatisch Ausweichmanöver einzuleiten. Ob das System im konkreten Fall tatsächlich aktiviert wurde oder das Schicksal der Drohne beeinflusste, lässt sich laut den Fachleuten jedoch nicht mit Sicherheit sagen.

Symmetrische Aufrüstung: Auch Russland nutzt ähnliche Technik

Tatsächlich hatte Russland schon 2024 damit begonnen, eigene Drohnen serienmässig mit vergleichbaren Schutzsystemen auszurüsten. Nun reagiert die Ukraine mit dem Rollout des «Snich»-Systems, das inzwischen offenbar aktiv eingesetzt wird.

Laut «Euromaidan Press» tauchten erste Informationen zu «Snich» bereits im September 2025 auf. Die Technologie ist Teil des laufenden Wettrüstens in der Drohnenkriegsführung.

Drohnen-Technologiewettlauf mit enormer militärischer Bedeutung

Aufklärungsdrohnen wie die Leleka-100 sind ein entscheidender Bestandteil der ukrainischen Verteidigungsstrategie. Sie liefern Koordinaten für Artillerie, steuern Angriffsdrohnen und verschaffen Übersicht im Gelände.

Umso grösser ist die Bedrohung durch russische FPV-Abfangdrohnen, die gezielt eingesetzt werden, um ukrainische Einheiten «blind» zu machen.

Ukraine: Mehr als 1300 Drohnen-Angriffe in nur einer Woche

Wie notwendig solche Technologien sind, zeigen die aktuellen Entwicklungen im Krieg. Allein in den vergangenen Tagen wurden laut Präsident Wolodymyr Selenskyj über 1300 Angriffsdrohnen, mehr als 1000 Gleitbomben und 29 Raketen auf ukrainische Gebiete abgefeuert. Die Angriffe betrafen die Regionen Sumy, Charkiw, Dnipro, Odessa und Saporischschja.

«Deshalb braucht die Ukraine noch mehr Schutz – vor allem mehr Raketen für Luftabwehrsysteme», sagte Selenskyj.

Gleichzeitig meldet Russland, dass ukrainische Drohnenangriffe in besetzten Gebieten wie Saporischschja zu grossflächigen Stromausfällen geführt hätten. Diese Eskalationen unterstreichen, wie zentral Drohnentechnologie inzwischen für beide Seiten geworden ist.

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Kommissar Rizzo
18.01.2026 16:55registriert Mai 2021
Ich wünsche der UKR ja wirklich viel Erfolg.

Aber: was ist das mal wieder für ein völlig irreführender Titel. Im Artikel selbst steht dann, dass a) nicht klar ist, ob diese Technik überhaupt erfolgreich ist und b) RUS diese Technik sogar schon länger im Einsatz hat. Es sind solche Schlagzeilen, die schlussendlich die Glaubwürdigkeit untergraben. Bleibt doch einfach bei der Realität - auch im Titel.
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