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Der Moment, als Trump merkte, dass er eine Dummheit gesagt hat.<br data-editable="remove">
Der Moment, als Trump merkte, dass er eine Dummheit gesagt hat.
screenshot via cnn

Trump mit freudschem Versprecher am TV: Glaubt er selbst nicht an seinen Sieg?

26.07.2016, 12:1426.07.2016, 12:28

Donald Trump mag viele Schwächen haben, falsche Bescheidenheit gehört nicht dazu. Bestimmt ist er felsenfest überzeugt, dass er im Herbst gegen Hillary Clinton gewinnen und 45. Präsident der USA werden kann. Angesichts seines Durchmarschs in den Vorwahlen und offenen Umfragen ist das auch nicht auszuschliessen. Umso mehr erstaunt, dass er selbst mit einer Niederlage rechnet. Und das live am Fernsehen eingesteht, wenn auch ungewollt.

In seiner Rede für die freiwilligen Helfer am Parteikongress der Republikaner in Cleveland kam Trump noch einmal auf seinen Rivalen Ted Cruz zu sprechen. Dieser hatte in seiner Ansprache bekanntlich Trump die Unterstützung vorenthalten und damit einen Eklat provoziert.

«Er wäre in vier Jahren in einer besseren Position gewesen, falls er ... ich glaube nicht ... ich kann mir sowieso nicht vorstellen, dass er gewinnen würde, offen gestanden. Falls doch, auch ok.»
Donald Trump (22.07.2016)

An dieser Stelle kommt Trump plötzlich ins Rudern, weil er realisiert, was er da gerade gesagt hat. Der Hinweis «in vier Jahren» kann sich nur auf die Präsidentschaftswahl 2020 beziehen, seinen Senatssitz muss Cruz bereits 2018 verteidigen. Wenn Trump also damit rechnet, dass Cruz 2020 antritt, dann geht er davon aus, dass er selbst im Herbst gegen Hillary Clinton verliert. Denn in aller Regel entfällt für einen amtierenden Präsident, der sich um eine zweite Amtszeit bemüht, die parteiinterne Vorwahl.

Aber mit Trump ist eben alles ein bisschen anders. Sollte er tatsächlich gegen Clinton gewinnen und als Präsident ein ähnliches Verhalten an den Tag legen wie als Kandidat, dann ist ein parteiinterner Herausforderer in vier Jahren nicht ausgeschlossen. Mit diesem Szenario, das ihn notabene ebenfalls nicht im besten Licht erscheinen lässt, versucht Trump, seinen Versprecher auszubügeln:

«Andererseits, vielleicht werde ich ein Super Pac gründen, sollte er sich entscheiden anzutreten. Mike (Pence, sein Vize), darf man als Präsident ein Super Pac gründen, um jemanden zu bekämpfen?»
Donald Trump (22.07.2016)

Hier die Szene im Video:

streamable

Die Antwort lautet: Nein. Kein Präsident und auch kein anderer Kandidat darf ein Super Pac gründen, da diese nominell unabhängig agieren müssen. Wenn Trump ein Super Pac gegen Cruz gründen will, dann darf er das nur als Privat- oder Geschäftsmann. Genau das würde er wieder sein, wenn er im Herbst gegen Clinton verliert.

Trump wollte Cruz noch einmal so richtig niedermachen, bevor er sich aus Cleveland verabschiedete. Kaum etwas kann er so gut. Aber diesmal ging der Schuss nach hinten los. 

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