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Feuer in Los Angeles: James Woods weint um Haus – doch dieses steht noch

Feuer in Los Angeles: Klimakrisen-Leugner James Woods weint um Haus – doch es kommt anders

James Woods glaubt nicht an die Klimakrise. Von letzterer begünstigte Waldbrände stimmen ihn nun emotional. Er zeigt sich aufgelöst – doch dann kommt das «Wunder», wie er sagt.
11.01.2025, 13:33
Dinah Rachko / t-online
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Schauspieler James Woods ist bekannt aus Filmen wie «Casino» oder «Auf die harte Tour». In den vergangenen Jahren fiel er jedoch nicht nur beruflich, sondern auch mit umstrittenen Äusserungen auf. So gilt er als grosser Leugner der Klimakrise. Auch angesichts einer persönlichen Tragödie, die Experten zufolge in Zusammenhang mit dieser steht, hält er weiter an seiner Ansicht fest.

Der besorgte James Wood.
Der besorgte James Wood.screenshot: cnn

In Kalifornien wüten seit Tagen schwere Feuer, die Zehntausende Menschen, darunter auch viele Promis, aus ihren Häusern trieben und ganze Siedlungen in Schutt und Asche legten. Auch rund um James Woods' Anwesen stiegen Flammen auf, wie er am Mittwoch in einem Instagram-Post zeigte.

In einem Interview mit CNN gab der ehemalige Schauspieler einen Einblick in seine Gefühlswelt und brach in Tränen aus. «Es tut mir leid, es ist nur: An einem Tag schwimmst du im Pool, am nächsten ist alles weg.» Er scheint überzeugt, dass sein Haus nicht von den Flammen verschont geblieben ist.

Doch Woods irrte sich glücklicherweise. «Ein Wunder ist geschehen», schrieb er in einem Post auf X. «Wir haben es geschafft, zu unserem Grundstück zu gelangen, und unser Haus, von dem man uns sagte, es sei für immer verloren, steht immer noch», erklärte er.

Das Video von Wood:

Video: watson/x/RealJamesWoods

Woods leugnet die Erderhitzung weiter

Woods hatte die Klimakrise in der Vergangenheit mehrfach geleugnet und hält auch angesichts der seit Tagen herrschenden Waldbrände in seiner Heimat an seiner Ansicht fest. Auf der Plattform X behauptete er am Mittwoch: «Das Feuer hat nichts mit der ‹Klimakrise› zu tun.»

Stattdessen machte er die beiden Demokraten, den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom und Bürgermeisterin Karen Bass, für die Katastrophe in Los Angeles verantwortlich. Beide bezeichnete er als «liberale Idioten». In der Begründung seiner Aussage ging Woods jedoch nicht auf die Gründe für die schnelle Ausbreitung des Feuers ein, sondern kritisierte stattdessen vermeintliche Fehler und deren Bekämpfung. Er warf Newsom und Bass vor: «Der eine hat keine Ahnung von Brandbekämpfung und die andere kann die Wasserreservoirs nicht füllen.»

In einer direkten Reaktion auf Woods X-Post schrieb Autor Nathan J Robinson, dass die Verleugnung der Erderhitzung sogar noch zunehmen werde. Er begründete: «Weil das von vielen Menschen verlangen würde, die Realität zu akzeptieren und zentrale Teile ihrer Weltanschauung aufzugeben, an denen sie festhalten werden, auch wenn sie in den Flammen untergehen.»

Der Beitrag veranlasste Woods, noch weiter gegen vermeintliche politische Fehlentscheidung zu wettern: «Der 'Klimakrise'-Schwindel bläht sich in der Fantasie der linken Spinner immer weiter auf und bietet eine fade Entschuldigung für ihr schändliches Versagen. Und die Welt brennt und zerbricht weiter wegen ihrer erbärmlichen Unfähigkeit.»

«Der Klimawandel spielt eine Rolle»

Belege für seine Behauptung, die Klimakrise habe nichts mit den Bränden rund um Los Angeles zu tun, führte Woods nicht an. Entgegen seiner Aussagen sind Experten sicher, dass die Erderhitzung, für die rasche Ausbreitung des Feuers in Los Angeles sehr wohl verantwortlich ist.

So erklärt Kaitlyn Trudeau, leitende Forscherin der Non-Profit-Organisation Climate Central: «Der Klimawandel spielt eine Rolle dabei, wie viel häufiger das sogenannte Feuerwetter im Westen der Vereinigten Staaten vorkommt.» Trockenes, warmes und windiges Wetter würden das Risiko einer schnellen Ausbreitung von Waldbränden erhöhen. «Mit der Erderhitzung wird die Wahrscheinlichkeit von intensiven, sich schnell ausbreitenden Bränden, wie wir sie heute in Kalifornien erleben, weiter zunehmen», so Trudeau.

A helicopter drops water on the Palisades Fire in Mandeville Canyon, Saturday, Jan. 11, 2025, in Los Angeles.(AP Photo/Etienne Laurent)
In Los Angeles wüten verheerende Feuer.Bild: keystone

Der Klima- und Umweltwissenschaftler Theo Keeping vom Leverhulme Centre for Wildfires, Environment and Society am Imperial College London stimmt ihr zu. «Dass die Waldbrände in Kalifornien so heftig ausfallen, ist ein Zusammenspiel von Faktoren. In den letzten drei Monaten hat es nur sehr wenig geregnet, was die Vegetation viel brandanfälliger gemacht hat. Die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit hat ausserdem Feinbrennstoffe wie Gräser und Blätter auf dem Boden besonders ausgetrocknet. Schliesslich haben die extrem starken Winde dazu geführt, dass sich die Brände schneller ausbreiten und stärker brennen», so der Experte.

Solche Perioden mit geringen Niederschlägen und niedriger Luftfeuchtigkeit würden im Zuge der Erderhitzung immer häufiger vorkommen und sich in ihrer Ausprägung verstärken. Gouverneur Newsom scheint in Kalifornien eine Verlängerung der Waldbrand-Saison zu erkennen: «Wir hatten Feuer im November, im Dezember, jetzt im Januar. Es gibt keine Feuer-Saison mehr, es brennt das ganze Jahr», äusserte er in einem Beitrag der BBC.

Quellen:

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129 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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P.Rediger
11.01.2025 14:19registriert März 2018
Darüber weinen, dass er womöglich nicht mehr in seinem Pool schwimmen kann und dann der Regierung vorwerfen, sie könnten die Wasserreservoirs nicht füllen. Genau mein Humor.
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Fernrohr
11.01.2025 13:59registriert Januar 2019
Dieser Weltanschauung-Bias, den James Wood regelrecht zelebriert, ist halt bequem und einfach. Schont die grauen Zellen, denn so muss er sich keine Gedanken machen über sein eigenes Verhalten. Die Schuld - sofern es denn eine gibt - ist dann woanders zu suchen, und dort kann er eh' keinen Einfluss nehmen. Macht alles viel einfacher.
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Maurmer
11.01.2025 13:54registriert Juni 2021
Es ist längst erforscht, dass es völlig nutzlos ist sich mit Leugnern auf eine Diskussion einzulassen. Was jedoch hilft ist sich niederschwellig auf Massnahmen zu einigen, die die Auswirkungen der Extremwetterereignisse reduzieren. In diesem Kontext sind dann auch plötzlich die Leugner bereit Massnahmen wie z.B. Renaturierung oder Beschränkungen auf Pestizide und Herbizide zu tragen. Sobald sie merken, dass Massnahmen auch ihre persönlichen Interessen positiv beeinflussen können und der Begriff „Klimakrise/wandel“ weg ist, kommt man auf einen Nenner.

Pragmatisch siegt über ideologisch.
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