International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Grossbritannien müsste diese Trauminsel abtreten – wird dies aber kaum tun



Grossbritannien muss nach Auffassung des Internationalen Gerichtshofs schnellstmöglich die Kontrolle über die Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius abgeben.

Das Chagos-Archipel befindet sich mitten im Indischen Ozean – rund 2150 Kilometer von Mauritius entfernt.

In ihrer Stellungnahme zu dem jahrzehntelangen Streit um das Kolonialgebiet entschieden die Richter am Montag zugunsten des Inselstaats Mauritius: Grossbritannien habe die Inseln in den 60er Jahren unrechtmässig von seiner damaligen Kolonie Mauritius abgespalten, urteilten sie. Mauritius erhielt daraufhin von London die Unabhängigkeit, die Chagos-Inseln blieben aber britisch.

Bild

Blick auf den «Turtle Cove» auf der Insel Diego Garcia. bild: google maps

«Das Vereinigte Königreich ist verpflichtet, seine Verwaltung des Chagos-Archipels so schnell wie möglich zu beenden, um Mauritius zu ermöglichen, die Dekolonisation seines Territoriums abzuschliessen», sagte nun der Vorsitzende Richter Abdulqawi Ahmed Yusuf.

Bild

Das Chagos-Archipel. karte: wikipedia

Der afrikanische Inselstaat Mauritius fordert die Rückgabe der Inseln, die zur britischen Kolonialzeit von Mauritius aus verwaltet wurden. Im Jahr 1965, kurz vor der Unabhängigkeit von Mauritius, trennte London die Inseln ab und behielt sie als Kolonie. Anfang der 70er Jahre vertrieben die britischen Herrscher dann fast 2000 Bewohner des Archipels, um Platz für einen US-Luftwaffenstützpunkt zu schaffen.

Die Bewohner lebten hauptsächlich auf der Hauptinsel Diego Garcia, wohin sie auch wieder zurückkehren möchten. 2000 forderten die Insulaner die Rückkehr auch gerichtlich ein und erhielten im Jahr 2000 vom britischen High Court of Justice recht.

Doch Grossbritannien wollte davon nichts wissen. Im Jahr 2004 wurde das Urteil mit königlichen Vollmachten annulliert. So warten die Einwohner von Diego Garcia und deren Nachkommen weiterhin auf eine Rückkehr. Die meisten von ihnen leben auf den Seychellen, Mauritius und Grossbritannien.

Protesters hold placards outside the World Court in The Hague, Netherlands, Monday, Sept. 3, 2018. Judges at the United Nations' highest court are listening to arguments in a case focused on whether Britain illegally maintains sovereignty over the Chagos Islands in the Indian Ocean, including Diego Garcia, where the United States has a major military base. (AP Photo/Mike Corder)

Vertriebene Bewohner des Chagos-Archipels demonstrieren in Den Hag vor dem Uno-Gericht. Bild: AP/AP

Die Stellungnahme des Uno-Gerichts ist nicht bindend, jedoch von grosser symbolischer Bedeutung, da das Gericht von der Uno-Vollversammlung beauftragt worden war, seine Einschätzung zu dem Streit abzugeben. Zudem ist sie ein schwerer Rückschlag für das auf seine Kolonialgeschichte stolze Vereinigte Königreich, das im Zuge des Austritts aus der Europäischen Union seinen Platz in der Welt neu bestimmen muss.

Eine Rückgabe des Archipels dürfte auch daran scheitern, dass die Inseln für die USA von grosser strategischer Bedeutung sind. Die Basis wurde zum Beispiel für die Angriffe auf Irak und Afghanistan benutzt. (cma/sda/afp)

Mehr dazu:

Eine Einschätzung des Gerichtsurteils von SRF.

Das könnte dich auch interessieren:

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Geopolitik

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

142
Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

15
Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

53
Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

15
Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

60
Link zum Artikel

Geopolitik

Chennai trocknet aus – ein düsterer Vorbote für die Zukunft

142
Link zum Artikel

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

15
Link zum Artikel

4 Konflikte um Wasser, die du unbedingt kennen musst

53
Link zum Artikel

Ascension Island: Eine Reportage vom Ende der Welt, dem letzten kleinen Rest von Atlantis

15
Link zum Artikel

Kommt es in Europa zu dieser Grenzverschiebung? Die Anzeichen verdichten sich

60
Link zum Artikel

21 Inseln, die zum Träumen einladen

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mrmikech 27.02.2019 08:20
    Highlight Highlight UK ist halt US Pudel. Gut dass die EU verlassen. Wird Zeit.
    • Ad Sch 27.02.2019 11:05
      Highlight Highlight ist eher umgekehrt, das uk königshaus besitzt immer noch 65% der gesamten Landfläche, usa ist eher der Schäferhund und Exekutive.
  • Unkel Wullewu 27.02.2019 08:14
    Highlight Highlight Wären die Vertriebenen homosexuell oder von Moslems vetriebene Christen, sie hätten die Solidarität der ganzen westlichen Welt. Bist du aber ein dunkelhäutiger Hetro, dann kann dir die Königin von England mir nichts dir nichts deine Insel unter dem Arsch wegziehen, ohne ihre Popularität einzubüssen.
    Die Shitstörmler sind ein bigottes Volk..
  • Rick Sanchez 27.02.2019 07:35
    Highlight Highlight Traurig, wenn man auf seine Kolonialgeschichte auch noch stolz sein kann...
  • Dirk Leinher 27.02.2019 06:30
    Highlight Highlight Die Briten halten es da ähnlich wie die Amis, frei nach der Satire Sendung "Die Anstalt": "Das Völkerrecht ist eine geeignete Richtlinie für andere Länder, wir halten uns eher daran was wir wollen."
  • Herr Ole 26.02.2019 23:12
    Highlight Highlight Wow. Mit königlichen Vollmachten ein Gerichtsurteil annullieren... Klingt ziemlich mittelalterlich.
    • Chriguchris 27.02.2019 11:18
      Highlight Highlight Nun ja, das Regierungsoberhaupt ist de facto immer noch die Queen. Wenn die Queen wollte könnte sie die Regierung entlassen und alleine weitermachen. Es zieht sich noch weiter aber egal, du hast Recht.
  • Pidemitspinat 26.02.2019 23:06
    Highlight Highlight Verbohrt und engstirnig wie eh und jeh. Little Britain halt.
  • theoutsider 26.02.2019 21:42
    Highlight Highlight Überall hocken die amis, unglaublich
    • goschi 26.02.2019 22:29
      Highlight Highlight etwa sogar bei dir zu hause auf dem Sofa? :-o
    • Mia_san_mia 27.02.2019 05:17
      Highlight Highlight Wieso unglaublich?
  • inVain 26.02.2019 21:27
    Highlight Highlight Das war doch die Militärbasis, auf welcher die verschollene MH-17 Maschine angeblich gelandet sei. /conspiracy off
    • chnobli1896 26.02.2019 22:24
      Highlight Highlight Wieso angeblich? /conspiracy on ;-)
    • Juliet Bravo 26.02.2019 22:57
      Highlight Highlight Jaa unbedingt - gibts Fotos?🤩
    • inVain 26.02.2019 23:01
      Highlight Highlight Meinte natürlich die MH370. Die MH17 war die in der Ostukraine abgestürzte Boeing.
    Weitere Antworten anzeigen

Er half Edward Snowden, nun droht ihm Gefängnis, weil er Brasiliens Mächtige attackierte

Brasilien geht gegen den Journalisten vor, der Edward Snowden bei der Veröffentlichung seiner Leaks half. Greenwald bestreitet die Vorwürfe, sie seien «ein offensichtlicher Versuch, die unabhängige Presse zu attackieren».

Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brasília hat gegen den in Brasilien lebenden US-Journalisten Glenn Greenwald und weitere sechs Personen Anklage erhoben.

Ihnen wird nach Medienberichten vom Dienstag vorgeworfen, die Handys von Staatsdienern wie Justizminister Sergio Moro und Staatsanwalt Deltan Dallagnol, Leiter der Anti-Korruptionsoperation «Lava Jato» (Autowäsche), gehackt zu haben.

Die von Greenwald gegründete Enthüllungsplattform The Intercept Brasil hatte zuvor private Chat-Nachrichten der …

Artikel lesen
Link zum Artikel