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Trump pocht in Dokumentenaffäre auf Immunität

epa11174026 Former President Donald J. Trump speaks during a presidential forum at the 2024 National Religious Broadcasters International Christian Media Convention in Nashville, Tennessee, USA, 22 Fe ...
Donald Trump.Bild: keystone

Trump pocht in Dokumentenaffäre auf Immunität

23.02.2024, 09:07
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Die Anwälte von Ex-Präsident Donald Trump haben Medienberichten zufolge mehrere Anträge auf Abweisung des Verfahrens in der sogenannten Dokumentenaffäre gestellt. Sie berufen sich dabei unter anderem auf dessen Immunität, meldeten die Sender NBC News, ABC News und CNN am Donnerstag (Ortszeit) übereinstimmend.

Der Republikaner war in der Dokumentenaffäre im Juni vergangenen Jahres angeklagt worden, weil er Regierungsdokumente mit teils höchster Geheimhaltungsstufe in seinem privaten Anwesen Mar-a-Lago in Florida aufbewahrt und auch nach Aufforderung nicht zurückgegeben hatte.

Ihm wurde die gesetzeswidrige Aufbewahrung höchst sensibler Informationen aus seiner Zeit als Präsident (2017 bis 2021) vorgeworfen. Dem 77 Jahre alten Präsidentschaftsbewerber und einem Assistenten wurden auch eine Verschwörung zur Behinderung der Ermittlungen zur Last gelegt. Beide plädierten auf «nicht schuldig». Dem schloss sich ein dritter Mitangeklagter an.

«Präsident Trump hat Anspruch auf Immunität»

In den nun vor Ablauf einer entsprechenden Frist bei einem Bundesgericht in West Palm Beach (Florida) eingereichten Anträgen argumentieren die Anwälte den Berichten zufolge, die Aufbewahrung der Dokumente als persönliche Unterlagen sei eine Amtshandlung des Präsidenten gewesen. «Präsident Trump hat Anspruch auf Immunität für diese Amtshandlung, und das muss auch die Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung einschliessen», heisst es demnach.

Trumps Verteidiger argumentierten zudem, die Ernennung von Sonderermittler Jack Smith, der die Untersuchungen gegen den ehemaligen US-Präsidenten in zwei grossen Strafverfahren nach Bundesrecht leitet, sei unrechtmässig gewesen. Auch in seinem Prozess wegen versuchten Wahlbetrugs in Washington beruft sich Trump auf seine Immunität.

Der Republikaner sieht sich in den USA mit vier Strafverfahren konfrontiert, unter anderem wegen seiner Versuche, das Wahlergebnis der Präsidentenwahl 2020 zu kippen. Gleichzeitig laufen Zivilverfahren. Trump spricht dabei immer wieder von einer «politischen Hexenjagd». Der 77-Jährige gilt bei der im November anstehenden Präsidentenwahl als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Für die Demokraten will Präsident Joe Biden (81) für eine zweite Amtszeit kandidieren. (sda/dpa)

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10 Kommentare
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Fuchs76
23.02.2024 10:07registriert September 2021
An seiner Stelle wäre es eher angebracht, auf Unzurechnungsfähigkeit zu plädieren. Das wäre immerhin plausibel.
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Roli_G
23.02.2024 10:34registriert Januar 2021
Natürlich argumentiert Trump so. Er hat zum Glück keine Chance damit durchzukommen.
Das Problem ist ja nicht, dass er als Präsident geheime Dokumente hatte. Nicht mal, dass er diese als Präsident nicht sachgemäss gelagert hatte. Sondern, dass er die Dokumente nach Ende seiner Amtszeit trotz Aufforderungen nicht zurückgegeben hatte. Und das gehört nunmal klar nicht zu den Aufgaben eines Ex-Präsidenten.
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Güzmo
23.02.2024 11:07registriert Juli 2019
Ein Beweis dafür, dass Trumps Lügen schon so zahlreich sind , dass keiner mehr die Chance hat alle im Blick zu haben ist zB, dass Mar-a-Lago nicht Trumps privates Anwesen ist wie im Artikel beschrieben, sondern ein Private Club. Er wohnt dort als Mitarbeiter weil es ihm sonst verboten wäre - kein Scherz.
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