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Deputy Attorney General Rod Rosenstein, right, accompanied by Attorney General Jeff Sessions, left, speaks at a news conference to announce an international cybercrime enforcement action at the Department of Justice, Thursday, July 20, 2017, in Washington. (AP Photo/Andrew Harnik)

Ungemütliche Situation für den US-Justizminister Jeff Sessions (links im Bild). Bild: AP/AP

Sessions soll mit Russlands Botschafter doch über US-Wahlkampf gesprochen haben

US-Justizminister Jeff Sessions gerät durch neue Enthüllungen über seine Russland-Kontakte stärker unter Druck: Entgegen seiner bisherigen Darstellung soll er vor der Präsidentschaftswahl doch mit dem russischen Botschafter über Wahlkampfthemen gesprochen haben.



Dies berichtete die «Washington Post» am Freitagabend (Ortszeit) unter Berufung auf US-Behördenquellen. Diese stützten sich auf abgehörte Telefonate zwischen dem russischen Botschafter und dessen Vorgesetzten in Moskau aus dem Jahr 2016.

Regierungsbeamte sagten der Zeitung aber auch, dass der russische Botschafter die Begegnungen mit Sessions in seinen Gesprächen mit den Vorgesetzten übertrieben oder falsch dargestellt haben könnte.

Die Enthüllungen sind heikel, weil Russland im Verdacht steht, sich im Wahlkampf für den republikanischen Rechtspopulisten Donald Trump eingesetzt zu haben; ein Sonderermittler geht derzeit dem Verdacht nach, ob es dabei ein rechtswidriges Zusammenspiel mit Trumps Team gab. Sessions war im Wahlkampf ein Berater von Trump.

Aussage korrigiert

Sessions hatte dann bei seiner Nominierungsanhörung für das Amt des Justizministers zunächst ausgesagt, er habe während des Wahlkampfs keinerlei Kontakte zu offiziellen russischen Vertretern gehabt. Diese Angaben musste er korrigieren, als Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak bekannt wurden. Sessions beteuerte dann aber, bei diesen Treffen niemals über wahlkampfrelevante Themen gesprochen zu haben.

Die vom US-Geheimdienst abgehörten Telefonate des Botschafters mit Moskau widersprechen dieser Darstellung: Laut «Washington Post» berichtete Kisljak damals nach Moskau, er habe mit Sessions sehr wohl über politische Themen, die Russland am Herzen liegen, gesprochen.

Die «Washington Post» zitierte einen ungenannten US-Behördenvertreter mit der Einschätzung, Sessions habe «irreführende» Angaben zu seinen Russland-Kontakten gemacht. Den Äusserungen des Justizministers werde «durch Beweise widersprochen».

Trump kanzelt Minister ab

Ein ehemaliger Behördenvertreter sagte dem Blatt zudem, Sessions habe «umfangreiche» Gespräche mit den Russen über politische Themen geführt – unter anderen darüber, wie sich die russisch-amerikanischen Beziehungen unter einem Präsidenten Trump entwickeln könnten.

Nach Bekanntwerden seiner Treffen mit Kisljak hatte sich Sessions für befangen erklärt und damit seinen Rückzug aus den Ermittlungen zur Russland-Affäre des ihm unterstehenden FBI vollzogen. Trump kanzelte seinen Justizminister dafür am Mittwoch in beispielloser Weise ab.

«Wie kann man einen Job übernehmen, wenn man sich selbst für befangen erklärt?», hatte Trump über den Minister gesagt. Wenn Sessions dies schon vor seiner Ernennung zum Minister getan hätte, «hätte ich gesagt, ‹Danke, Jeff, aber ich werde Dich nicht nehmen›», fügte Trump hinzu. Sessions' Verhalten sei «extrem unfair – und das ist ein mildes Wort – gegenüber dem Präsidenten». (wst/sda/afp/dpa)

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