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Kommt es zum US-Rohstoffdeal mit der Ukraine? Die neusten Punkte

Kommt's nach dem Zoff doch zum US-Rohstoff-Deal mit der Ukraine? Die wichtigsten Punkte

21.02.2025, 06:4521.02.2025, 14:18

Was ist neu?

Nach tagelangem Streit zwischen den USA und der Ukraine deutet sich Bewegung in der Frage eines Rohstoffabkommens an. «Die Ukraine ist bereit für ein starkes, effektives Investitions- und Sicherheitsabkommen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten», schrieb der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj auf der Plattform X.

Ukraine's President Volodymyr Zelenskyy gives a press conference in Kyiv, Wednesday, Feb. 19, 2025. (Tetiana Dzhafarova/Pool Photo via AP)
Volodymyr Zelenskyy
Wolodymyr Selenskyj hat angedeutet, dass ein Deal mit den USA möglich ist.Bild: keystone

Zuvor hatte er den Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump für die Ukraine, Keith Kellogg, in Kiew getroffen. Das Treffen sei produktiv gewesen, die Diskussion mit Kellogg gut, teilte Selenskyj mit. Allerdings ging Kellogg nicht wie geplant mit Selenskyj vor die Presse. Eine Pressekonferenz wurde auf Wunsch der US-Seite abgesagt, wie ukrainische Medien meldeten.

Kellogg sondiert als Gesandter Trumps in einem mehrtägigen Besuch mit der politischen und militärischen Führung die Situation in dem osteuropäischen Land. Die Ukraine wehrt sich seit knapp drei Jahren gegen die russische Invasion. Die USA waren bisher der wichtigste Unterstützer des Landes, Trump wendet sich aber drastisch von diesem Kurs ab. Er will den Krieg beenden – es wird aber zunehmend befürchtet, dass er mit Kremlchef Wladimir Putin Entscheidungen über den Kopf der Ukraine hinweg treffen könnte.

epa11910474 Ukrainian President Volodymyr Zelensky (L) and US Special Presidential Envoy for Russia and Ukraine Keith Kellogg (R) attend their meeting in Kyiv, Ukraine, 20 February 2025. Keith Kellogg ...
Selenskyj im Austausch mit Keith Kellogg.Bild: keystone

Warum ist das Thema so heiss diskutiert?

Trump knüpft US-Hilfen für die von Russland angegriffene Ukraine an Zugang zu deren Vorrat an seltenen Erden. Die Vorkommen gelten als wirtschaftlich lukrativ und strategisch bedeutsam. Einen ersten Vertragsentwurf aus Washington hatte Selenskyj aber abgelehnt. Berichten zufolge forderten die USA 50 Prozent der Einkünfte aus diesen Rohstoffen und wollten sich damit die bisher geleistete Militärhilfe im Nachhinein bezahlen lassen.

Sicherheitsgarantien gegen fortgesetzte russische Aggression waren nach Kiewer Darstellung in dem Dokument nicht vorgesehen. «Wir müssen und können einen starken und dauerhaften Frieden erreichen, sodass Russland niemals mit Krieg zurückkehren kann», erklärte Selenskyj.

Gibt es schon einen neuen Entwurf?

Offenbar schon. Wie das Nachrichtenportal «Axios», hat die Trump-Administration inzwischen einen neuen Vertragsentwurf nach Kiew übermittelt. Darin seien einige Punkte geändert worden, die für die Ukraine unannehmbar gewesen seien, hiess es unter Berufung auf Beteiligte am Verhandlungsprozess.

epa11911644 US President Donald J. Trump addresses the Republican Governors Association meeting at the National Building Museum in Washington, DC, USA, 20 February 2025. EPA/SHAWN THEW / POOL
Donald Trump pocht mit Vehemenz auf ein Rohstoff-Abkommen.Bild: keystone

Was sagt das Trump-Lager dazu?

Selenskyj solle an den Verhandlungstisch zurückkehren, forderte Trumps Sicherheitsberater Mike Waltz. So führt er aus:

«Das sind Verhandlungen. Und in Verhandlungen verhandelt man.»

Es könne für die Ukraine keine bessere Garantie geben als US-Investitionen in ihren langfristigen Wohlstand.

Waltz führte die Beschimpfungen Trumps in den letzten Tagen auf Ärger über Selenskyjs Zögern zurück. «Der Präsident hat offensichtlich seinen Frust sehr öffentlich gemacht, weil wir den Ukrainern eine unglaubliche und historische Chance gegeben haben, dass die USA in der Ukraine mit investieren», sagte Walz dem Trump-nahen US-Sender Fox News. Der US-Präsident hatte Selenskyj einen Diktator genannt, der keine Wahlen zulasse. Er hatte auch behauptet, dass die Ukraine Schuld am Andauern des Krieges habe.

White House national security adviser Mike Waltz speaks with reporters in the James Brady Press Briefing Room at the White House, Thursday, Feb. 20, 2025, in Washington, as White House press secretary ...
Mach Druck auf Selenskyj: Mike Waltz.Bild: keystone

Was planen die Europäer?

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reist am Montag nach Washington, um mit Trump über die Friedensbemühungen für die Ukraine zu beraten. Das kündigte der Élysée-Palast in Paris an. Er wolle Trump überzeugen, dass «es in seinem Interesse ist, im Moment mit den Europäern zusammenzuarbeiten», sagte Macron. Trump dürfe die Ukraine nicht durch Russland erobern lassen, weil sonst auch europäisches und amerikanisches Kriegsgerät Moskau in die Hand falle.

France's President Emmanuel Macron waits for Romania's Interim President Ilie Boloja, before a meeting on European security, Wednesday, Feb. 19, 2025, at the Elysee Palace in Paris. (AP Phot ...
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reist bald nach Washington.Bild: keystone

Angesichts von Trumps Alleingang bei einer möglichen Friedenslösung für die Ukraine hatte Macron am Montag europäische Staats- und Regierungschefs zu Krisenberatungen nach Paris gerufen. Bei dem Treffen ging es unter anderem um die Frage von europäischen Truppen zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands. Auch der britische Premierminister Keir Starmer will kommende Woche nach Washington reisen und Trump treffen. Nach Medienberichten könnte es Starmer darum gehen, das Konzept für eine Friedenstruppe vorzustellen.

(dab/sda/dpa)

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