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Paramount überbietet Netflix bei Warner Bros

Paramount überbietet Netflix bei Warner Bros. – die wichtigsten Antworten

08.12.2025, 15:4908.12.2025, 18:02

Was ist passiert?

Der Medienkonzern Paramount will den Hollywood-Rivalen Warner Brothers nicht kampflos Netflix überlassen und wendet sich mit einem Angebot direkt an die Aktionäre. Paramount bietet für den heutigen Gesamtkonzern Warner Bros. Discovery 108,4 Milliarden US-Dollar. Unter den Geldgebern ist dabei auch die Investmentfirma Affinity Partners von Jared Kushner, der ein Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump ist. Netflix hatte am Freitag die geplante Übernahme von WBD für fast 83 Milliarden Dollar bekanntgegeben – ohne die aktuell noch dazugehörenden Fernsehsender wie CNN.

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Das Paramount-Logo in Los Angeles.Bild: EPA

Wie überraschend ist diese Wende?

Ein solcher Schritt von Paramount war schon vergangene Woche nicht ausgeschlossen worden. Paramount wurde erst vor wenigen Monaten von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Software-Milliardärs Larry Ellison übernommen. Medienberichten zufolge ging Paramount angesichts der guten Beziehungen zum Weissen Haus zuvor davon aus, sich auch bei Warner durchsetzen zu können – das Management dort entschied sich aber für das Netflix-Angebot.

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Larry Ellison gilt als Unterstützer von Donald Trump.Bild: keystone

Das Warner-Management hatte unter anderem bemängelt, dass das Paramount-Angebot auch 24 Milliarden Dollar der Staatsfonds von Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar enthält. Diese würden nun - genauso wie Kushners Affinity - auf ein Mitspracherecht im Geschäft etwa durch einen Sitz im Verwaltungsrat verzichten. Der chinesische Konzern Tencent ist nicht mehr bei dem Gebot dabei. Wie viel Geld genau von Affinity kommen soll, blieb zunächst unklar. Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet.

Was plant Paramount mit Warner Bros?

Die Ellisons – Paramount wird nun von Larrys Sohn, dem Filmproduzenten David geführt – wollen mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery schnell an Grösse gewinnen. Denn ihr Konzern ist mit dem Streamingdienst Paramount+ heute nur einer der kleineren Player in dem Markt. Netflix unterdessen hat mehr als 300 Millionen Kundenhaushalte weltweit und Warners HBO Max nach jüngsten Angaben 128 Millionen Kunden.

Wie politisch ist dieses Thema?

Der Bieterwettkampf hat aber auch eine politische Dimension. Zu Warner Bros. Discovery gehört auch der Fernsehsender CNN. Der Nachrichtensender, der oft kritisch über Trump berichtet, ist dem Präsidenten ein Dorn im Auge.

FILE - CNN Washington bureau chief Sam Feist talks to members of the press during the Republican presidential debate at the Venetian Hotel & Casino on Tuesday, Dec. 15, 2015, in Las Vegas. (AP Pho ...
Auch der TV-Sender CNN gehört zu Warner Bros.Bild: keystone

In den USA wurde vielfach spekuliert, das Weisse Haus könne deshalb an einem Erfolg der Ellison-Familie interessiert sein. Beim Paramount-Sender CBS gab es nach dem Kauf Änderungen in der Nachrichtenredaktion. Nachdem die CBS-Sendung «60 Minutes» am Sonntag ein Interview mit der ins Lager der Trump-Kritiker gewechselten republikanischen Abgeordneten Marjorie Taylor Greene ausstrahlte, schimpfte Trump, die neuen Eigentümer seien auch nicht besser als die alten.

Die Reaktionen auf den Netflix-Deal

In Hollywood stiess der Netflix-Deal auf viele negative Reaktionen. Unter anderem wird befürchtet, dass der Streaming-Riese Filme von Warner Brothers zwar weiterhin auch in die Kinos bringt, aber danach auch viel schneller im Streaming – was Filmtheater Geld kosten könnte. Netflix hatte im eigenen Geschäft auch bei aufwendigen Produktionen stets Streaming statt Kinos priorisiert und damit einige Filmemacher verärgert. David Ellison sagt nun, Paramount wolle Hollywood retten.

Wie es jetzt weiter geht

Trump hatte am Wochenende gesagt, dass er persönlich in eine Entscheidung über die Freigabe des Deals mit Netflix involviert sein werde. Netflix argumentiert, man dürfe nicht allein den Streaming-Markt betrachten, sondern müsse bedenken, dass die Anbieter auch mit Video-Plattformen wie Youtube und Tiktok um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurrierten.

Paramounts Angebot an die Anteilseigner von Warner Bros. Discovery, ihre Aktien für jeweils 30 Dollar zu verkaufen, läuft zunächst bis zum 8. Januar, könnte aber verlängert werden. Die Warner-Aktie legte im US-Handel am Montag zeitweise um gut fünf Prozent auf rund 27,50 Dollar zu. (dab/awp/sda/dpa)

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