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US-Regierung veröffentlicht Bericht zum Abzug aus Afghanistan

US-Regierung veröffentlicht Bericht zum Abzug aus Afghanistan – und gibt Trump die Schuld

06.04.2023, 22:4606.04.2023, 22:46

Die US-Regierung hat einen Bericht zum überstürzten Abzug des eigenen Militärs aus Afghanistan veröffentlicht. In dem Bericht machte die Regierung von US-Präsident Joe Biden in weiten Teilen seinen Amtsvorgänger Donald Trump für den weithin als Misserfolg gewerteten Abzug verantwortlich. Biden sei in seinen Entscheidungen, wie der Abzug durchzuführen sei, durch die von Trump geschaffenen Bedingungen «stark eingeschränkt» gewesen, hiess es in dem zwölf Seiten langen Bericht verschiedener Nachrichtendienste unter der Führung des nationalen Sicherheitsrates.

Former President Donald Trump speaks at his Mar-a-Lago estate Tuesday, April 4, 2023, in Palm Beach, Fla., after being arraigned earlier in the day in New York City. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Donald Trump soll die Regierung von Joe Biden «stark eingeschränkt» haben.Bild: keystone

Als Biden ins Amt gekommen sei, seien die Taliban in der stärksten militärischen Position seit 2001 gewesen, hiess es. Gleichzeitig seien nur noch 2500 US-Soldaten in Afghanistan gewesen, so wenige wie zu keinem Zeitpunkt im gleichen Zeitraum.

Unter Bezug auf Trump heisst es weiter, im Februar 2020 hätten die USA den Taliban zugesagt, bis Mai 2021 aus Afghanistan abzuziehen. Im Gegenzug erklärten sich die Taliban bereit, die US-Truppen nicht anzugreifen. Biden sei dann mit diesem engen Zeitplan konfrontiert gewesen, hiess es in dem Bericht. Sonst hätten die Taliban die US- und alliierten Einheiten angegriffen.

Biden hatte im April 2021 angekündigt, alle US-Soldaten spätestens bis zum 11. September bedingungslos aus Afghanistan abzuziehen. Im Juli zog Biden das Datum für den vollständigen Abzug auf den 31. August vor. Aber bereits am 15. August hatten die Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul eingenommen.

epa09427970 A handout photo made available by the US Marine Corps via DVIDS showing a Marine with the 24th Marine Expeditionary Unit (MEU) walks with the children during an evacuation at Hamid Karzai  ...
Eine US-Soldatin in Kabul, Afghanistan.Bild: keystone

Mit dem Abzug endete der internationale Militäreinsatz in dem Land nach fast 20 Jahren. Der Afghanistan-Einsatz gilt als der längste Krieg der USA in der Geschichte. Biden war nach dem Abzug heftig kritisiert worden.

Die letzten US-Truppen hatten Afghanistan Ende August 2021 verlassen. Inmitten des Evakuierungseinsatzes wurden bei einer Terrorattacke vor dem Flughafen von Kabul Dutzende Afghanen und 13 US-Soldaten getötet. Der mit den radikal-islamistischen Taliban verfeindete IS reklamierte den Angriff für sich. Die Taliban hatten Mitte August die Macht in Kabul übernommen.

Man habe aus dem Abzug gelernt, hiess es in dem Bericht. Man priorisiere seither einen früheren Abzug, wenn sich die Sicherheitslage an einem Einsatzort verschlechtere. (sda/dpa)

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