International
USA

Polens Ex-Minister Ziobro flieht aus Ungarn in die USA

epa12481790 Law and Justice Party (PiS) MP Zbigniew Ziobro attends the debate 'Polish Justice - Reform of the Third Power' on the second day of the Law and Justice party's program conve ...
Zbigniew Ziobro, Abgeordneter der polnischen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), an der Programmkonferenz der Partei in Katowice, Oktober 2025.Bild: keystone

Polens Ex-Minister Ziobro flieht aus Ungarn in die USA

10.05.2026, 21:5110.05.2026, 21:51

Der von Polen wegen Korruptionsverdachts gesuchte Ex-Justizminister Zbigniew Ziobro hat sein Asyl in Ungarn verlassen und hält sich in den USA auf. «Gestern bin ich hierhergeflogen», sagte der Politiker der rechtskonservativen PiS dem Sender Telewizja Republika. Die USA seien «die stärkste Demokratie der Welt».

Polens Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den 55 Jahre alten Ex-Minister der früheren PiS-Regierung wegen 26 Straftatbeständen, darunter auch der Verdacht auf Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und der Verdacht auf Veruntreuung von umgerechnet 35 Millionen Euro. Nach Angaben der Ermittler drohen ihm im Fall einer Verurteilung bis zu 25 Jahre Haft. Ziobro hat die Vorwürfe als «halsbrecherisch» bezeichnet und sieht sich aus politischen Gründen verfolgt.

Ungarns neuer Regierungschef will Ziobro nicht mehr schützen

Im vergangenen Jahr war Ziobro ebenso wie sein ehemaliger Stellvertreter Marcin Romanowski nach Ungarn geflohen und hatte von dem mittlerweile abgewählten Regierungschef Viktor Orban dort politisches Asyl erhalten. Ziobro und Romanowski gehören der rechtskonservativen Partei PiS an, die Polen von 2015 bis 2023 regierte. Ungarns neuer Ministerpräsident Peter Magyar hatte bereits angekündigt, dass sein Land die beiden Politiker nicht länger schützen werde.

Dass Ziobro nun die Ausreise gelang, könnte das Verhältnis Polens zu Ungarn und zu den USA belasten. Polens Justizminister Waldemar Zurek kündigte an, Warschau werde beide Länder um Auskunft dazu bitten, auf welcher rechtlichen Grundlage Ziobros Ausreise aus Ungarn und die Einreise in die USA ohne gültige Dokumente möglich gewesen sei. Das polnische Aussenministerium hatte Ziobros Reisepass nach dessen Flucht nach Ungarn für ungültig erklärt. Zurek kündigte zudem an, man werde ein Auslieferungsersuchen für Ziobro an die USA stellen.

Ziobro sagte dazu in den USA, er habe keine Angst vor einem Gerichtsverfahren. «Ein unabhängiges amerikanisches Gericht ist ganz bestimmt ein unabhängiges Gericht, wenn sie also ein Auslieferungsverfahren einleiten wollen, nur zu.» (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
sinkflug
10.05.2026 22:12registriert Juli 2020
Just einen Tag nach der Vereidigung des neuen ungarischen Regierungschefs Magyar, sozusagen mit dem letztmöglichen Flug in die USA. Ein Justizminister auf der Flucht vor der Justiz.

Die USA: wohl die korrupteste Demokratie der Welt seit Amtsantritt von Trump. Wundern würde mich, was ihn das US-Asyl kostet. Kann er sich das überhaupt leisten mit diesen 35 Mio. Euro an ergaunertem Vermögen? Ich hoffe, Trump nimmt ihn aus wie eine Weihnachtsgans.
665
Melden
Zum Kommentar
avatar
marcog
10.05.2026 21:56registriert Februar 2016
Und wo flieht er hin, wenn Trump nicht wiedergewählt wird?
483
Melden
Zum Kommentar
avatar
Simsalabimeon
10.05.2026 22:03registriert Oktober 2024
Tja, er wird nicht der letzte sein. Da werden wohl auch noch ein paar Einheimische abhauen. Ich hoffe aber, dass da noch gewisse ehemalige „Politiker“ vorher abgefangen werden.
411
Melden
Zum Kommentar
24
«Die Wahrheit ist, Trump braucht uns wie Luft zum Atmen»
Tamara Keith war zwölf Jahre lang Teil des exklusiven White-House-Pools. Sie begleitete Obama, Biden und Trump – und sass im Saal, als während eines Galadinners Schüsse fielen. Im Interview erklärt sie, warum Trump die Medien attackiert und zugleich auf sie angewiesen ist.
12 Jahren lang war die Journalistin Teil des «White-House-Pools». So wird der enge Kreis von Reportern im Weissen Haus genannt. Sie dürfen mit dem Präsidenten in der Air Force One mitfliegen und bei wichtigen Terminen Fragen im Oval Office stellen. Ihrem Arbeitgeber, NPR (das Gegenstück zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Europa), hat Donald Trump den Krieg erklärt.
Zur Story