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Die Polizei zieht Daniel Prude einen Spuck-Sack über den Kopf.
Die Polizei zieht Daniel Prude einen Spuck-Sack über den Kopf.
screenshot: youtube

US-Polizei zieht nacktem Afroamerikaner «Spuck-Sack» über den Kopf – er überlebt nicht

03.09.2020, 21:1404.09.2020, 12:26

Ein neuer Fall von Polizeigewalt rüttelt die USA auf. Neu veröffentlichte Bodycam-Videos zeigen, wie ein Afroamerikaner von drei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Die Atmung des Mannes setzt aus, wenig später ist er hirntot.

Der Vorfall ereignete sich bereits vor rund einem halben Jahr in Rochester im Bundesstaat New York. Etwa zwei Monate vor dem Tod von George Floyd, welcher weltweite Proteste auslöste. Erst gestern entschied sich die Familie des Opfers dazu, an die Öffentlichkeit zu gehen. Es habe so lange gedauert, bis man an die Bodycam-Videos der Polizei gekommen sei, begründete der Bruder des Opfers, Joe Prude, das Zuwarten.

Daniel Prude hatte am 23. März psychische Probleme, als sein Bruder Joe die Polizei in Rochester um Hilfe rief. Um 3.16 Uhr in der Früh beginnen die Aufnahmen, welche zeigen, was in der Folge geschah.

Das zeigt die Bodycam

Ein Polizist steigt aus dem Auto und bittet Prude sechs Mal, sich auf den Boden zu legen. Dabei zielt er mit einem Taser auf ihn. Prude befolgt die Anweisungen, legt sich auf den Boden und hält die Hände hinter den Rücken. Darauf werden ihm Handschellen angelegt.

Weitere Polizisten nähern sich Prude, der bei Schneefall komplett nackt auf dem Boden liegt. Sie versuchen, ihn zu identifizieren. Prude sagt wiederholt: «Im Namen Jesus Christus bete ich, Amen.» Es ist auch zu hören, wie er die Waffen der Polizisten verlangt und ihnen rät, sich von ihm fernzuhalten. Er sagt auch, dass er das Coronavirus habe.

Drei Minuten nach Ankunft, zieht ihm ein Polizist einen «Spit-Sock» über den Kopf. Das ist ein Sack, der Bisse und Spuck-Attacken verhindern soll. Prude rollt in der Folge unruhig auf dem Boden hin und her und schreit unverständliche Sachen.

Achtung, diese Bilder können verstörend wirken: die Aufnahmen, welche den tödlichen Vorfall in Rochester NY zeigen.

Um etwa 3.20 Uhr versucht Prude, aufzustehen. Drei Polizisten reagieren umgehend und drücken den Mann zu Boden.

Drei Minuten und zehn Sekunden später sagt ein Beamter: «Er beginnt, sich zu übergeben.» Die Polizisten rufen die Ambulanz, welche ihnen dabei hilft, eine Herzmassage durchzuführen. Doch Prude scheint nicht auf die Massnahmen zu reagieren. Um 3.27 Uhr wird er in die Ambulanz geladen.

Eine Woche später werden die Maschinen ausgeschaltet

Zu diesem Zeitpunkt sei Daniel Prude bereits hirntot gewesen, sagte gestern sein Bruder Joe. Eine Woche später, am 30. März, wurden die lebenserhaltenden Maschinen ausgeschaltet.

Der Tod von Prude wurde vom Gerichtsmediziner als Tötungsdelikt eingestuft. Die Todesursache: Ersticken. Bruder Joe sagte gestern an der Pressekonferenz: «Das war ein eiskalter Mord. Wie viele Brüder mehr müssen sterben, damit die Gesellschaft versteht, dass das stoppen muss?»

Die involvierten Polizisten wurden bis zur Publikation der Bodycam-Bilder nicht entlassen. Am Donnerstagabend meldete dann aber die «New York Times», dass sieben Beamte gefeuert wurden. (cma)

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