International
USA

Republikanischer Abgeordneter George Santos als Hochstapler entlarvt

Republikanischer Abgeordneter als Hochstapler entlarvt

Er inszenierte sich als einer, der den «American Dream» verkörpert. Nun stellt sich heraus: Im Lebenslauf des US-Abgeordneten George Santos war vieles frei erfunden.
20.12.2022, 09:1520.12.2022, 09:15
epa10314949 US Representative-Elect George Santos speaks during the 2022 Republican Jewish Coalition Annual Leadership Meeting at the Venetian hotel and casino in Las Vegas, Nevada, USA, 19 November 2 ...
George Santos: Er soll gleich mehrere Stationen in seinem Lebenslauf erfunden haben.Bild: keystone

Ein Abgeordneter der Republikaner im US-Repräsentantenhaus hat offenbar grosse Teile seines Lebenslaufes gefälscht. Ein Bericht der «New York Times» legt nahe, dass George Santos, der für seine Partei den Wahlbezirk Long Island gewonnen hatte und damit zur Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus beitrug, viele Stationen seines Werdegangs frei erfunden hat.

Wie die Zeitung berichtet, wollen ihn mehrere Firmen, bei denen Santos eigenen Angaben zufolge arbeitete, nie beschäftigt haben. Konkret geht es dabei um die Wall-Street-Investmenthäuser Goldman Sachs und Citigroup. Beide Unternehmen sagten der Zeitung, es gebe keine Aufzeichnungen darüber, dass Santos je bei ihnen angestellt gewesen sei.

Santos inszenierte sich im Wahlkampf als Aufsteiger

Auch die Hochschule Baruch College, an der Santos angeblich 2010 einen Abschluss erwarb, teilte der «New York Times» auf Anfrage mit, keine Unterlagen zu dem 34-Jährigen zu haben. Seine wohltätige Tierschutzorganisation mit dem Namen «Friends of Pets United» soll demnach darüber hinaus nicht offiziell registriert sein.

Santos hatte sich im Wahlkampf als Aufsteiger inszeniert. Als einer, der für das steht, was in den USA als «American Dream» bekannt ist. Er stammt von brasilianischen Einwanderern ab und ist der erste offen schwul lebende Republikaner, der einen Sitz im Repräsentantenhaus gewonnen hat.

Auf Anfrage der «New York Times» wollte sich Santos bislang nicht im Detail äussern. Sein Anwalt teilte dem Blatt mit, es sei «wenig verwunderlich», dass sein Mandant Feinde bei der Zeitung habe. Auch Santos' Partei hat bislang noch nicht auf die Vorwürfe reagiert.

(t-online, fls)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Rubio: Abzug von US-Bombern keine Reaktion auf Terrordrohung
Der Abzug der US-Langstreckenbomber von einem Militärstützpunkt in Grossbritannien steht laut US-Aussenminister Marco Rubio nicht in direktem Zusammenhang mit mutmasslichen Terrordrohungen.
Zur Story